News

21.03.2019 - Marco Perroulaz

Ein neuer Verein will den Sensebezirk besser vermarkten

Man kann es drehen und wenden wie man will, der typische Sensler ist ein braver und stiller Schaffer, aber er verkauft sich schlecht. Dies will der neue Verein »Marke Senseland« ändern, hat aber leider nicht berücksichtigt, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, teilweise auf Berner Boden situierten, Senseland und dem Deutschfreiburger Sensebeirk. Dafür hat er sich nichts weniger auf seine Fahne geschrieben, als Landschaft, Dialekt, Produkte und Kultur des urchigen Sensebezirks ins richtige Licht zu rücken, diesen im Land besser zu manifestieren. Dies will der Verein erreichen, so kann man es nachlesen, mit hohen Mitgliederbeiträgen und nichtssagenden Slogans weit ab von der Realität: Etwa »I bü Seisler.Swiss«. Diese Aussage solle sichtbar machen, was den Sensler ausmache. Doch ist der durchschnittliche ‚Seisler‘ weder besonders vermögend noch besonders intellektuell und würde so etwas kaum sagen. Ob er es sich für zwanzig Franken pro Selbstkleber ans Auto oder an die Haustüre montieren wird?


© GEPA pictures
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21.03.2019 - sda

Simon Ammann segelt zum Schweizer 

Rekord!

Der Toggenburger nutzte im offiziellen Training die Gunst der Stunde. Der Schweizer stiess bereits als Nummer 52 von 71 Startern vom Balken ab. Ammann durfte noch aus Luke 8 starten, bis zum Weltcup-Führenden Ryoyu Kobayashi wurde noch auf Gate 4 verkürzt. Der Schweizer hatte so gegenüber dem Japaner am Tisch einen Geschwindigkeits-Vorteil von über 2 km/h. Nebst dem Speed begünstigte auch der leichte Aufwind den Rekordflug.

Ammanns Schweizer Rekord lag seit zwei Jahren bei 239,5 m, aufgestellt in Vikersund. Die Flugschanze in Norwegen hat seit der Renovation Planica als Nummer 1 für Weitenjäger abgelöst. Den Weltrekord hält seit 2017 der Österreicher Stefan Kraft mit 253,5 m. Bestmarken zählen nur, wenn bei der Landung nicht in den Schnee gegriffen wird.

 

In der Qualifikation für das Skifliegen vom Freitag ging Ammann ein bisschen zu aggressiv ans Werk. Der Take-off gelang nicht optimal, gleichwohl resultierte mit 229 m der 8. Rang. Das Preisgeld für den Tagessieg kassierte Kobayashi. Der Asiate setzte sich knapp vor Markus Eisenbichler, dem Weltmeister von Seefeld, durch. Die beiden standen Flüge auf 248 m. Neben Ammann wird im Weltcup-Fliegen vom Freitag auch Dominik Peter die Schweizer Farben vertreten. Der Nachwuchsmann wurde mit 211 m 36. Der WM-Dritte Killian Peier hingegen findet sich auf den Flugschanzen weiterhin nicht zurecht. 207 m mit viel Anlauf bedeuteten das vorzeitige Out.

Die Swiss-Ski-Funktionäre bedrängen Ammann während der Saison nie mit Fragen nach einem möglichen Rücktritt. Vor dem Saisonfinale in Planica wird dann gleichwohl sondiert, schliesslich will man im Falle eines Abgangs des Toggenburgers nicht mit leeren Händen dastehen.

 

Die Trainer und Betreuer reisten auch diese Woche ohne Abschiedsgeschenk für den vierfachen Olympiasieger nach Slowenien. Mehr als ein Indiz für die Fortsetzung der Karriere von Simon Ammann ist das fehlende Präsent im Gepäck allerdings nicht. Die Frage "Wie weiter?" will gut überlegt sein, Ammann wird sich wohl erst nach der Saison auf eine Antwort festlegen.

Der populäre Schweizer Sportler ist nach den Wettkämpfen ein gefragter Mann, zahlreiche TV-Stationen und Journalisten bitten ihn zum Kurzinterview. Zum Thema Rücktritt antwortet der 37-Jährige selten präzise. Seine Aussagen lassen viel Raum für Interpretationen. Es ist davon auszugehen, dass Ammann in der Tat selber noch nicht weiss, wie es weitergehen wird. Sein Fokus liegt jetzt beim Skifliegen, seiner Paradedisziplin in diesem Winter.


21.03.2019 - Silvia Kölbener-Fasel

Frühlingserwachen

Die ersten botanischen Frühlingsboten in der Natur erwecken jetzt unsere Sinne für leichtere und farbenfrohe Gerichte. Weihnachtsgewürze und getrocknete Kräuter können allmählich durch frische ersetzt werden. Mehr Sonnenlicht verändert unser natürliches Bedürfnis nach leichteren Speisen und Getränken. Unser ganzer Organismus – vorausgesetzt wir hören auf ihn – stellt sich auf den kommenden Frühling ein. Die Intensität von Grippe – und Erkältungswellen verblasst langsam.

 

Unsere Lebenskraft sei die Quelle für Energie und gute Nerven, so Ingrid Kraaz von Rohr, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Licht und Farbe. Einfach formuliert könnten unsere Zellen so stark mit Lebenskraft geladen werden, dass sie beginnen, diese auszustrahlen. Genau dieses Licht entspreche der Kraft, die unser Immunsystem stärke und ihm helfe, Krankheiten abzuwehren.

 

Wenn Sie zu den glücklichen Menschen gehören, an denen die Winterzeit mit all ihren frostigen Tücken spurlos vorüberging, freuen Sie sich darüber. Das spricht für Ihr gutes Immunsystem. Menschen mit weniger natürlichen Abwehrkräften dürfen aber wissen, dass unser Organismus über eine grosse Energie verfügt, und diese im Normalfall mit einem gesunden Bewegungs- und Nahrungsverhalten erstaunlich gestärkt werden kann. Die Natur hält eine fast grenzenlose Palette solcher Stoffe zur Abwehrstärkung in unzähligen Pflanzen, Wurzeln und Samen bereit. Als erfahrene Ernährungsberaterin gehe ich davon aus, dass auch die Farbe der gewählten Speisen eine gewisse Ausstrahlung besitzt. Ich bin überzeugt, dass man gute Laune und Wohlbefinden essen und trinken kann. Wen vermag ein Teller weisse Nudeln mit weisser Rahmsauce und etwas Reibkäse schon zu begeistern? Wie anders präsentieren sich die gleichen weissen Nudeln mit einer bunten Gemüsesauce, frischen Kräutern, ein paar Oliven und Karottenstreifen? Da erübrigen sich kostspielige Zusatzpräparate oder extravagante Lebensmittel von selbst - vielmehr zählen Neugierde und Kreativität für ein erfolgreiches Ergebnis.

 

Ganz im Zeichen des Frühlinganfangs tauche ich meinen Kochlöffel heute in den grünen und gelben Farbtopf. Gelb symbolisiert die Sonne und Offenheit, Grün steht für Wachstum generell. Zu den gelben Lebensmitteln gehören Zitronen, gelbe Äpfel, Mais, gelbe Paprika, Getreide, Löwenzahn und viele andere. Grüne Salate, unzählige Kohlarten und Gartenkräuter ordnet man den Grünen zu.

 

Lauch-Quiche mit Salat zum Frühlingsbeginn (für 4 Personen)

200 Gramm Lauch, wenig Butter, eine Schalotte, 270 Gramm Kuchenteig, 4 Eier, 1 dl. Milch, pro Person ca. 50 Gramm Blattsalat (Bsp. Nüssler, Rauke, Kopfsalat, Zuckerhut, Kresse usw.), eine gelbe Karotte, Salz, 6 Esslöffel milden Essig und 4 Esslöffel geschmacksneutrales Öl. Zum Dekorieren eignen sich ein gelber Apfel und einige Kürbiskerne.

 

Verrühren Sie Essig, Öl und Salz gut miteinander. Waschen Sie den Salat gründlich, raffeln Sie die Karotte und richten Sie beides auf einen grösseren Teller an. Beträufeln Sie alles mit der Salatsauce und dekorieren Sie mit zerkleinerten Apfelscheiben und Kürbiskernen. Belegen Sie ein Kuchenblech von ca. 33 cm. Durchmesser mit dem Teig und stechen Sie ihn mehrmals mit einer Gabel durch. Waschen Sie den Lauch gut, entfernen Sie die zähen Teile, halbieren und zerkleinern sie ihn. Schneiden Sie die Schalotte und dämpfen sie beides kurz mit wenig Butter in einer beschichteten Pfanne. Schmecken Sie mit Salz ab und löschen Sie mit wenig Wasser ab. Es sollte keine Flüssigkeit mehr vorhanden sein. Verrühren Sie die Eier gut mit der Milch und geben Sie ½ Teelöffel Salz hinzu. Verteilen Sie das Lauchgemüse und die Milch-Eimasse auf dem vorbereiteten Kuchenteig und backen Sie die Quiche ca. 30 Minuten bei 180 Grad in der Mitte des Backofens. Geniessen Sie sie zum farbenfrohen Frühlingssalat!


21.03.2019 - Patricia Jungo

Verbot für Sturmgewehre und halbautomatische Waffen in Neuseeland

Neuseeland steht nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am vergangenen Freitag immer noch unter Schock. Bei dem durch einen rechtsextremen Australier verübten Attentat wurden 50 Menschen erschossen und zahlreiche verletzt. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte nun heute in Wellington an, dass ab sofort in Neuseeland alle Sturmgewehre und halbautomatischen Gewehre verboten werden. Dieses Gesetz wird sofort wirksam und ein entsprechendes neues Gesetz soll bis zum 11. April folgen. Ardern betonte, das sofortige Verbot habe zum Ziel, das Horten von derartigen Waffen zu verhindern. Unter dasselbe Verbot fallen auch spezielle Zurüstteile, mit denen man Gewehre zu militärischen Waffen aufrüsten kann, beispielsweise Schnellfeuervorrichtungen wie Bumps Stocks und Grossmagazine. Die Regierung arbeitet ausserdem an einem Plan aus, dessen Zweck es sein wird, Waffen aus dem Besitz privater Bürger aufzukaufen. Die Premierministerin stellte klar, dass jede Art von halbautomatischen Waffen, welche beim Terroranschlag in Christchurch gebraucht wurden, in Neuseeland fortan verboten seien. Das Rückkaufprogramm für die verbotenen Gewehre ist eine kostspielige Angelegenheit, die bis zu rund 200 Millionen neuseeländische Dollar (rund 140 Millionen Schweizer Franken) kosten könnte. Es wird geschätzt, dass etwas 1,2 Millionen Schusswaffen im Umlauf sind. Zahlen von halbautomatischen Waffen sind keine bekannt. Am Freitag werden in ganz Neuseeland zur Tatzeit zwei Schweigeminuten eingelegt. Eine nationale Trauerfeier wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.



21.03.2019 - Marco Perroulaz

Wikipedia ist heute für einen Tag offline

Pünktlich zum Frühlingsanfang macht Wikipedia das offene, gemeinschaftliche Onlineprojekt, mit einer halbherzigen Aktion auf die anstehende neue Regelung des Urheberrechts im EU Raum aufmerksam. Das Prozedere erinnert irgendwie an einen Bankräuber mit einer Wasserpistole. Spuren hinterlassen haben die darüber berichtenden Medien eher als die sehr kurzfristige Aktion selbst.

Mit einer provisorisch vorgeschalteten, nicht überwindbaren Seite wird am heutigen Tag - und vorläufig nur heute - jeglicher Zugriff auf Wikipedia verwehrt. Jedoch nur auf dem Hauptzugang. Verschiedene weitere Versionen, die französische etwa oder die schweizerdeutsche Version bleiben zugänglich. Wer seinen Computer versteht, kann auch einfach Javascript deaktivieren, dann ist Wikipedia ganz normal benutzbar.

Ausserdem gibt es noch einige Alternativen. Wissen ist nicht ganz so einfach zu unterbinden. Apropos Wissen, wissen muss man auch, dass einige Kreise, die Pharma etwa, Heerscharen von Mitarbeitern beschäftigen mit der einzigen Aufgabe, Wikipedia Inhalte zu verfälschen oder nachhaltig zu löschen. Wikipedia darf daher zur Erstinformation herangezogen, niemals aber als einzige Quelle genutzt werden.

Die Protestaktion von Wikipedia zielt gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform. Dieses modifizierte Gesetz soll kommende Woche im EU Parlament verabschiedet werden. Wikipedia schreibt auf der aktuell vorgeschalteten Seite »Die geplante Reform könnte dazu führen, dass das freie Internet erheblich eingeschränkt wird.« Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit würden damit nämlich stark beschnitten. Gemäss Artikel 13 des geplanten Gesetzes müssten auch kleinste Internetplattformen Urheberrechtsverletzungen der Nutzer präventiv unterbinden, was technisch gerade für kleinere Plattformen nur schwer und viel zu kostspielig umsetzbar wäre. Ausserdem müssten gemäss Artikel 11 alle Webseiten für kurze Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um ein neu einzuführendes Verlegerrecht einzuhalten. Es gäbe sicher bessere Wege als laufendes Anpassen der Gesetze bis hin zur Zensur. Finden müsste man sie halt wollen.


21.03.2019 - David Aebischer

Viele Schweizer Mieterinnen und Mieter bezahlen zuviel

Obwohl die Schweiz ein Land von Mietern ist, sind nicht allen die Gesetze präsent und bezahlen deshalb zu viel Miete. Etwa 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wohnen zur Miete und glauben sich so auch der Kostengestaltung des Vermieters ausgeliefert. Wohneigentümer hat es in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern den tiefsten Anteil. Das überrascht doch sehr. Laut einer Studie des Immobiliendienstleisters IAZI wüssten zwei Drittel der Mieter nicht, dass sie eine Mietzinsreduktion fordern könnten. Das ist ein Geschenk an die Vermieterinnen und Vermieter in der Schweiz. Diese müssen nicht selber aktiv werden, sondern die Mieter sind gefordert. Die Mieter können bei jeder Senkung eine Anpassung ihrer Miete nach unten verlangen.

 

Deshalb gibt es auch Stimmen, die laut werden und fordern, dass deshalb eine automatische Anpassung der Mieten an den Referenzzinssatz.

Damit nicht weitere Jahre verstreichen, in denen die Mieterinnen und Mieter weiterhin zuviel bezahlen, kann man mit dem Musterbrief unterhalb dieses Textes, bequem eine Mietzinsreduktion verlangen. Viel Erfolg!

 

Achtung: Nicht alle Mieter profitieren vom tiefen Referenzzinssatz. Mietverträge mit indexierten oder staatlich verbilligten Mieten (oft bei Baugenossenschaften) sind nicht an den Referenzzinssatz gekoppelt. Wer einen solchen Vertrag hat, kann in diesem Fall auch keinen Senkungsanspruch geltend machen.


21.03.2019 - DMZ-MM

Internationaler Tag des Waldes: Im Fokus steht der Wald als Lernort

Der heutige 21. März ist der «Internationale Tag des Waldes». 2019 steht er unter dem Motto «Im Wald findet gute Bildung statt». Im Kanton Luzern bieten verschiedene Organisationen Waldführungen, Waldanlässe und Waldspielgruppen an. Sie ermöglichen vielfältige Naturerlebnisse und vermitteln einen respektvollen Umgang mit dem Wald. Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) lädt die Bevölkerung zu zwei Veranstaltungen ein.

 

Im Rahmen des Internationalen Tag des Waldes vom 21. März 2019 soll die Bevölkerung auf Bildungsangebote im Wald aufmerksam gemacht werden. Waldspielgruppen, die Erlebnisschule Luzern sowie die Biosphärenschule Entlebuch bieten verschiedene Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche an (siehe Anhang). Waldorganisationen, Jagdgesellschaften und Naturschutzvereine geben mittels erlebnisorientierten Exkursionen und Waldtagen einen vertieften Einblick in den Lebensraum Wald und in die Nutzung der natürlichen Ressourcen.

 

Kanton Luzern lädt zu zwei Veranstaltungen ein

Für alle, die den Wald unter Führung von Förstern erleben möchten, bietet die Dienststelle Landwirtschaft und Wald in Zusammenarbeit mit Forstbetrieben an folgenden zwei Daten Anlässe an:

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.lawa.lu.ch


20.03.2019 - DMZ (sda/awp/dpa)

Die Facebook-Firma Oculus will beim neuen Top-Modell ihrer VR-Brille Rift auf die bisherigen externen Sensoren verzichten.

Stattdessen soll das Gerät seine Position im Raum sowie die Controller in den Händen des Nutzers mit Hilfe eingebauter Sensoren erkennen. Damit soll die Rift S dem Nutzer auch die Möglichkeit geben, einen Blick in die reale Welt um ihn herum zu werfen, ohne die Brille abzunehmen.

Zu den weiteren Verbesserungen gehört eine höhere Auflösung der Displays in der Brille. Die Rift S wurde in Kooperation mit dem chinesischen Lenovo-Konzern entwickelt, wie Oculus am Mittwoch weiter mitteilte. Das neue Modell soll noch im Frühjahr zum Preis von 449 Euro auf den Markt kommen.

Bei virtueller Realität (VR) können Nutzer mit Hilfe von Spezialbrillen in digitale Welten eintauchen. Facebook setzte mit dem Kauf des Branchenpioniers Oculus massiv auf das Geschäft. Ein grosser Konkurrent ist die Firma HTC mit ihren Vive-Brillen.


20.03.2019 - DMZ

Mein Mittelland

Wer sich gerne einmal in der Zeitung zeigen möchte und sein ganz persönliches Mittelland, oder "seinen" Teil davon vorstellen möchte, kann dies, indem er dieses Formular ausfüllt und abschickt.

 

Viel Spass! Wir freuen uns auf eure Einsendungen.


20.03.2019 - DMZ-Wirtschaft

Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen erneuern

Die vorberatende Kommission des Kantonsrates stimmt der Gesamterneuerung und Erweiterung des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums (GBS) an der Demutstrasse in St.Gallen zu. Gleichzeitig reicht die Kommission ein Postulat ein: Die Regierung soll Bericht erstatten über die Investitionsplanung des Bildungsdepartementes. Dabei soll sie die Strategie für die Sekundarstufe II, die fachspezifischen Kompetenzzentren und Standorte sowie die Schülerzahlentwicklung miteinbeziehen.

Das GBS ist die grösste Berufsfachschule im Kanton St.Gallen und besteht aus fünf Abteilungen. 4'300 Lernende werden in rund vierzig Berufen ausgebildet, rund 500 Schülerinnen und Schüler besuchen ein Brückenangebot. Dies entspricht rund einem Viertel aller Berufsfachschülerinnen und Berufsfachschüler im Kanton.

 

Sanierung dringend nötig

Seit über vierzig Jahren ist das Berufsschulgebäude im Betrieb und nun dringend sanierungsbedürftig. Grosse Mängel zeigen sich im Brandschutz. Die Haustechnik ist grösstenteils veraltet und die Gebäudehülle erfüllt in keiner Weise die heutigen energetischen Anforderungen. Ausserdem genügen die Räume den Bedürfnissen eines zeitgemässen Schulbetriebs nicht mehr. Neben den klassischen Unterrichtsräumen sollen mit der Sanierung Gruppenräume und Lernzonen entstehen. Schliesslich sind mit der Erneuerung der Küche und der Mensa deutlich bessere Betriebsabläufe möglich. Mit dem Bau eines Erweiterungstraktes kann auf grosse Provisorien während der Bauzeit verzichtet werden.

 

Standort Demutstrasse stärken

Unter dem Präsidium von Linus Thalmann, Kirchberg, beriet die vorberatende Kommission die Bauvorlage. Der Hauptstandort an der Demutstrasse ist aufgrund der guten Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehrsmittel, ideal gelegen. Jedoch erschweren die heutigen sieben Standorte der Schule in der Stadt St.Gallen die Zusammenarbeit und den Betrieb. Mit dem geplanten Erweiterungsbau sollen deshalb die zwei entfernten Standorte des Berufs- und Weiterbildungszentrums an der Zürcherstrasse 430 und der Grütlistrasse 1 in den Hauptstandort integriert werden.

 

Neue Investitionsplanung für Sekundarstufe II

Der dafür vorgesehene Unterrichtstrakt soll zwischen dem nördlichen Trakt und der Sporthalle erstellt werden. Die vorberatende Kommission bekräftigt den Standort an der Demutstrasse. Diskutiert wurden die Auslastung und die weiteren Schulstandorte in der Stadt sowie im gesamten Kanton. Die vorberatende Kommission hat deshalb ein Postulat eingereicht. Der Bericht aus dem Jahr 2011 zur strategischen Investitionsplanung für Bildungseinrichtungen (40.11.02) entspricht nicht mehr der Aktualität. Die vorberatende Kommission lädt deshalb die Regierung ein, einen Bericht zur strategischen Investitionsplanung des Bildungsdepartementes für die Sekundarstufe II auszuarbeiten. Dabei sollen die fachspezifischen Kompetenzzentren und die Standorte sowie die aktuellen Schülerzahlenentwicklungen miteinbezogen werden.

 

Gesamtkosten von 111 Mio. Franken

Die Kosten für die Gesamtsanierung belaufen sich auf 111 Millionen Franken. Davon entfallen 55,7 Millionen Franken auf die Sanierung des bestehenden Gebäudes mit seinen rund 21'000 Quadratmetern Geschossfläche. Im Gesamtbetrag sind auch die Kosten von 33,6 Millionen Franken für den Erweiterungsbau und rund 3 Millionen Franken für ein Provisorium enthalten. Die Sanierung und Erweiterung ist in drei Bau- und Umzugsetappen vorgesehen. So bleibt der Schulbetrieb während der Bauarbeiten möglich.

 

Volksabstimmung im November 2019 vorgesehen

Der Kantonsrat berät die Vorlage in der kommenden Aprilsession in erster Lesung und voraussichtlich in der Junisession 2019 in zweiter Lesung. Genehmigt der Kantonsrat die Vorlage, wird eine Volksabstimmung im November 2019 durchgeführt. Wird diese angenommen, startet der Architekturwettbewerb Anfang 2020. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2024 vorgesehen, 2030 soll das Bauvorhaben abgeschlossen werden.


20.03.2019 - Marco Perroulaz

Hundetragödie am Genfersee

Es war eine entsetzliche Szene, an jenem 5. März in Ecublens, in der Nähe von Lausanne, die manchenorts noch viel zu Reden geben dürfte. Ein American Staffordshire Terrier wird es wohl gewesen sein - und das wird natürlich einmal mehr deutlich und einleitend betont - der auf dem Spaziergang den Zwergspaniel eines kleinen Mädchens regelrecht zerfleischt hat. Der Hundeführer wälzte sich mit dem Hund am Boden, war aber nicht in der Lage, den tobenden Hund unter Kontrolle zu bringen. Bei ‚20 Minuten‘ findet man exklusiv das Video eines Leser Reporters, der das Geschehen aus sicherer Entfernung aufzeichnen konnte. Der Zwergspaniel ist tot, die zu Hilfe eilende Grossmutter des Mädchens erheblich verletzt und das bedauernswerte Mädchen selbst natürlich stark traumatisiert.

Offenbar ist bislang nicht bekannt, warum der sogleich eingezogene gefährliche Hund frei und ohne Maulkorb unterwegs war. Nun muss man sich dazu gewisse Aspekte vor Augen halten, um nicht gleich erneut in die alte Leier gegen die Kampfhunde oder, schlimmer noch, der Hunde allgemein, einzustimmen. Das findet in den Leserkommentaren schon zur Genüge statt. Das Problem sitzt bei solchen Fällen immer am anderen Ende der Leine. Die so genannten Listenhunde werden nicht als aggressive Kampfhunde geboren. Und verderben kann man Hunde jeder Rasse, nicht nur die ‚Listenhunde’. Genau deshalb wird die Listenhunde-Liste oft kritisiert. Es ist schlicht der falsche Denkansatz. Mehrere Rassen, die man auf der Liste findet, gehören in Amerika zu den beliebtesten und unspektakulärsten Familienhunden. Natürlich kann man sich fragen, ob der so zielstrebige und unnachgiebige Hund nicht womöglich des Nachts sein Fressen damit verdient oder bald verdienen soll. Ein bisschen Kratzen an der Oberfläche und genauer hinschauen könnte sich hier lohnen. Und schliesslich darf man sich die Frage stellen, aufgrund wovon der Staat dem Besitzer und seinem Bekannten, der mit dem Hund unterwegs war, je eine Bewilligung für den Listenhund erteilt hat. Wird neuerdings nur noch der Leumund der Halter geprüft, nicht aber deren Wissen und Fähigkeit zur Hundeführung, sowie der Hund selbst?


20.03.2019 - Patricia Jungo

Vor Armut ist niemand geschützt

In der Stadt Freiburg macht eine Wanderausstellung mit Porträts von Sozialbezügerinnen- und bezügern halt. Aufzuzeigen, dass niemand vor Armut gefeit ist und alle beim Sozialamt landen können, ist das Anliegen der Fotografin Ghislaine Heger. Obwohl sie aufgrund ihres Hochschulabschlusses davon ausging, dass ihr nichts passieren könne, wurde sie arbeitslos und schliesslich ausgesteuert. Mehrere Monate war sie auf Sozialhilfe angewiesen. Dies bedeutete, dass sie ihr ganzes Leben offen darlegen musste, was auch mit dem Gefühl von „ausgeliefert sein“ einherging. Geprägt durch diese Erfahrung, begann Ghislaine Heger sich für andere Menschen zu interessieren, die Sozialhilfe beziehen. Sie hat eine Fotoserie mit Porträts von Sozialhilfebezügerinnen- und bezügern geschaffen und damit 2017 die Wanderausstellung „Unterbrochene Lebenswege“ aufgebaut. Diese ist ab dem nächsten Dienstag in der Blue Factory in Freiburg zu besichtigen. Die Wanderausstellung wird von einem zweisprachigen Rahmenprogramm begleitet. Hegers Anliegen ist es, mit der Ausstellung und dem dazugehörigen Buch die Menschen zu zeigen, die sich hinter den Zahlen um Sozialhilfe und Armut verbergen. Auch Tabus und Klischees geht sie auf die Spur. Da die Texte zu den Porträts nicht aufgehängt sind, ist auch nicht ersichtlich, wer von den Porträtierten aus welchem Grund zur Sozialhilfe gekommen ist. Die Lebensläufe sind in einem französischsprachigen Buch zum Projekt enthalten und eine zweisprachige Broschüre begleitet die Ausstellung. Ghislaine Hegers Botschaft ist unmissverständlich: Weder Schweizer Pass noch ein guter Abschluss kann Menschen davon bewahren, eines Tages Hilfe beim Sozialamt suchen zu müssen. Ein Unfall, eine Entlassung, eine Krankheit u.v.m. werfen Menschen, und dies ohne Selbstverschulden, aus der Bahn. Klischees sollen aufgebrochen werden, da wirklich alle von Armut betroffen sein können. Die Ausstellung ist in der Blue Factory in Freiburg zu sehen, vom Dienstag, 26.3.19 bis Samstag, 4.5.19, jeweils Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr.


20.03.2019 - DMZ-Kultur

Neue Direktorin des Departements Darstellende Künste und Film der ZHdK

Der Fachhochschulrat der Zürcher Fachhochschule hat Marijke Hoogenboom zur neuen Direktorin des Departements Darstellende Künste und Film der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ernannt. Sie wird ihr Amt am 1. Juli 2019 antreten.

 

Mit Marijke Hoogenboom wählte der Fachhochschulrat eine Führungspersönlichkeit mit breitem akademischen und künstlerischen Leistungsausweis als Direktorin des Departements Darstellende Künste und Film der ZHdK. Sie wird ihr Amt am 1. Juli 2019 als Nachfolgerin von Hartmut Wickert antreten, der im Januar 2019 pensioniert wurde.

Seit 2003 ist Marijke Hoogenboom Professorin an der Amsterdam University of the Arts und seit 2012 an der zugehörigen Academie voor Theater en Dans, der wichtigsten Hochschule für Theater und Tanz in den Niederlanden. Neben grosser Erfahrung in Lehre und Forschung hat die Theaterwissenschaftlerin ausgewiesene Führungs- und Managementkompetenzen im Hochschulbereich: Sie ist Mitglied des Vorstands der Academie voor Theater en Dans, Vorsitzende der Graduate School der Theater- und Tanzakademie sowie Leiterin des interdisziplinären Hochschulprogramms «Artists in Residence». Marijke Hoogenboom verfügt über eine langjährige Theaterpraxis als Dramaturgin und Programmleiterin und ist international ausgezeichnet vernetzt.

Mit rund 2100 Bachelor- und Masterstudierenden zählt die Zürcher Hochschule der Künste zu den grossen Kunsthochschulen Europas. Das Studien- und Forschungsprogramm umfasst die Bereiche Design, Film, Fine Arts, Musik, Tanz, Theater, Transdisziplinarität und Vermittlung der Künste und des Designs.


20.03.2019 - Marco Perroulaz

Möchte der Bundesrat nach dem Bankgeheimnis auch die Schweizerische Neutralität opfern?

Anlässlich einer MedienInformation gab unsere amtierende Verteidigungsministerin, Bundesrätin Viola Amherd, die bundesrätlichen Absichten im Hinblick auf den Rüstungskonzern Ruag bekannt. Der Bundesbetrieb soll ab 2020 in zwei Bereiche aufgeteilt und - zu wessen Gunsten auch immer - in die Freiheit geschickt, sprich verscherbelt werden.

Dabei ploppen gleich mehrere Fragen auf wie Popup-Fenster im Internet. Besonders im Hinblick auf laufend entdeckte Waffen Schweizerischer Herkunft auf Kriegsschauplätzen rund um die Welt. Und man muss sich Fragen stellen und gefallen lassen bezüglich Neutralität der Schweiz und Waffenexporte. So schreibt die GSoA Gruppe für eine Schweiz ohne Armee in einem Online Beitrag unter anderem »Der Bundesrat drückt sich vor der Verantwortung beim Export von Kriegsmaterial aus der Schweiz.« Diese Vorgehensweise mache vorallem klar, »dass die Schweizer Rüstungsindustrie nichts mit Landesverteidigung, aber viel mit Profitstreben am Hut« habe. Ähnlich der Grundton im Volk: »Ich bin mir sicher, dass Politiker jeglichen Bezug zur Realität verloren haben...«

Bis dahin ist die Verteilung der RUAG Wunschdenken des Bundesrates. Ob dieses Geschäft so durchgezogen wird, werden National- und Ständerat entscheiden. Sicher ist jedoch schon heute, dass das Thema aus unterschiedlichen Gründen im Volk gar nicht gut ankommt. Schliesslich wurde in der Schule seit Jahrzehnten mit Phrasen über die Schweizerische Neutralität auf die Kinder eingedroschen.

Apropos Schweizerische Neutralität...was werden wohl die internationalen Organisationen und Kommissionen zu deren beabsichtigter Aufgabe sagen? Sie, die doch in der Vergangenheit regelmässig neutrale Schweizer an irgendwelche Verhandlungstische gerufen haben.


19.03.2019 - Véronique Margot

GEDULD – Ein verlorenes Gut?

Geduld ist eine Eigenschaft, die immer mehr verloren geht.

Geduld zu haben, ist jedoch ein wichtiger Begleiter, damit es Dir gut geht.

Wenn DU Geduld hast, dann verläuft Dein Leben wesentlich friedlicher und harmonischer.

Wenn Du geduldig bist, bist Du in Balance und bleibst im Fluss des Lebens. Dann fühlst Du Dich im Einklang mit dem Leben und vor allem im Einklang mit dir selbst.

Denn Geduld ist ein Naturgesetz und da auch DU ein Teil der Natur bist, ein wichtiger Bestandteil in Deinem Leben.

 

Doch wieso haben immer mehr Menschen keine Geduld mehr? Und werden so unausgeglichen, reizbar und unzufrieden?

Ich denke ein wesentlicher Grund dafür ist, dass sich unsere Welt immer schneller dreht. Natürlich nicht im wahren Sinne, doch unsere Art zu leben, lässt uns alles viel schneller wahrnehmen.

In unserem Alltag sollte alles immer möglichst schnell gehen. Mit der ganzen Technik geht meistens alles auf Knopfdruck.

Es ist also heute bei ziemlich vielen Sachen möglich, auf Knopfdruck etwas zu bekommen. Sei es auch schon nur einen Song, den du hören möchtest… gibst es bei Youtube ein und schon kannst Du diesen Song hören…

So vieles ist so schnell immer möglich und doch war die Gesellschaft wohl noch nie so gestresst wie heutzutage. Warum?

Ich denke, dass es nicht in unserer Natur ist, dass immer alles sofort geschieht. Es macht schlichtweg nicht glücklich. Denn alles bekommt einen ganz anderen Wert, wenn man etwas darauf warten muss.

In der Natur geht nichts auf Knopfdruck. Und wir haben wohl vergessen, dass auch wir Natur sind!

Wenn Du dich selbst beobachtest in Deinem Alltag, wie oft hast Du mit Technik zu tun? Wie oft sitzt Du am PC an einer Maschine oder an Deinem Smartphone?

Denn umso mehr DU Dich mit solchen Dingen beschäftigst, desto mehr gewöhnst Du Dich an diesen Rhythmus der Schnelllebigkeit, der schlichtweg nicht Dein eigentlicher Rhythmus ist, der Deiner Natur entspricht.

Wie oft bist Du dann z.B. mit dem Auto unterwegs und nervst Dich, dass der Lenker vor Dir zu langsam fährt, obwohl DU vielleicht nicht mal zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein musst, sondern einfach, weil Du einen Rhythmus gewöhnt bist, der vorgibt immer noch schneller, höher und weiter zu gehen… und das, obwohl Du es vielleicht sogar selber satt hast, dass es so viel Stress gibt in Deinem Leben?

Wie oft gibst DU der «Langsamkeit», der «Entschleunigung» etwas Platz in Deinem Alltag und erlaubst Deinem Gemüt somit, wieder mal durchzuatmen?

  • Wie wäre es mit etwas weniger Hektik dafür mehr Muse?
  • Weniger haben, aber mehr sein?
  • Weniger wollen, aber mehr wahrnehmen und dankbar sein was alles schon da ist?
  • Weniger Smartphone, aber mehr Natur (Denn das ist Dein Ursprung)

Denn wie viele Menschen beklagen sich, ständig im Stress zu sein. Keine Zeit zu haben, aber so viel kostbare Zeit «verplempern» am Handy oder vor der Glotze?

Und es gibt einen wesentlichen Unterschied, etwas Konkretes nachzuschauen, sich mit Sinnigem zu beschäftigen, das Dich erfüllt oder planlos Deinen Kopf mit Müll zu füllen.

 

Wähle mit Bedacht

Zurück zur Geduld…

 

Wenn DU geduldig bist, ist es auch besser möglich wieder im Moment zu leben.

 

Im «JETZT» zu sein…Achtsam zu sein…

Und somit zu einem weiteren wichtigen Teil für ein glückliches, erfülltes Leben.

 

In meiner Arbeit mit den verschiedensten Menschen gibt es ein zentralen Punkt, der fast immer die Wurzel des Problems ist: Das Fehlen der Achtsamkeit!

 

Sicher hast auch Du bereits schöne Sprüche gelesen z.B.» Lebe den Moment»

 

ABER MACHST DU ES AUCH WIRKLICH? – DEN MOMENT ZU LEBEN?

 

Jede Sekunde Deines Lebens mit allen Sinnen zu «kosten»? Aufzusaugen, wahrzunehmen? Die meisten Menschen leben entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Dies ist der Grund, wieso es so viele Menschen mit Angstzuständen und Depressionen gibt.

 

Wieder im Moment zu leben ist nicht auf Knopfdruck möglich, wenn man es seit Jahren nicht mehr macht. Es ist wie ein Konditionstraining, das langsam Schritt für Schritt aufgebaut werden muss, aber das sich auf alle Fälle lohnt.

 

Im Moment zu leben ist, wie Antidepressiva, aber ohne Nebenwirkungen.

 

Zurück zur Autofahrt…

Du kannst Dich darüber ärgern, dass der Lenker vor Dir langsam fährt oder Du kannst:

 

Mit den Händen spüren, was Dein Lenkrad für eine Textur hat. Ist es glatt, gemustert, warm, kalt? usw.

 

Wieder mal bewusst wahrnehmen, was Deine Beine/Füsse für Bewegungen machen, welche Muskeln das braucht…

 

Den Autositz spüren, vielleicht auch riechen?

Hören wenn Du in den nächsten Gang schaltest.

Fühlen wenn DU beim Lenkrad korrigierst (auch nur um cm)

 

Und vielleicht denkst Du Dir jetzt: «Und das soll glücklich machen?»

 

Oh ja, das tut es!

 

Und ist es nicht wunderschön, dass es solche einfachen Dinge sind, die glücklich machen?

 

GEDULD & ACHTSAMKEIT

Versuchs mal…


19.03.2019 - DMZ-News

Überfall auf Restaurant Sodbach / FR

Kurz vor Feierabend im Restaurant Sodbach stürmte ein schwarz vermummter und bewaffneter Mann den Gastrobetrieb und forderte Geld. Bevor er die Flucht ergriff, sprayte er den Angestellten auch noch Pfefferspray ins Gesicht. Dem Wirt fehlen die Worte und zeigt sich geschockt. In der Nacht von Freitag, 15. März auf Samstag, 16. März, kurz nach Mitternacht, betrat ein Unbekannter eine öffentliche Gaststätte in Heitenried. Mit einem Gewehr bewaffnet, verlangte er von den anwesenden Mitarbeitern ihm die Tageseinnahmen auszuhändigen. Bevor er mit mehreren hundert Franken in unbekannte Richtung floh, griff er die Opfer noch mit Pferfferspray an!

Die drei Opfer konnten kurz darauf die Polizei alarmieren. Ein aufgezogenes Suchdispositiv mit mehreren Patrouillen erlaubte es nicht, den Täter anzuhalten.

 

Beschreibung des Verdächtigen:

1 Mann, europäischer Typ, zwischen 25-35 Jahre alt, zirka 160 cm gross, von schlanker Statur, schwarzer Dreitagebart, trug eine schwarze Sonnenbrille, eine schwarze Trainingshose, schwarze Handschuhe, eine schwarze Jacke mit grauer Kapuze und ein schwarzes Gesichtstuch, sprach in schweizerdeutschem Dialekt, evtl. von Zürich.

 

Zeugenaufruf:

Zeugen oder andere Personen, die für die Untersuchung nützliche Informationen liefern können, werden gebeten, sich an die Kantonspolizei Freiburg unter der Nummer 026 304 17 17 zu wenden.


19.03.2019 - Marco Perroulaz

Sind die Chemtrails doch keine Verschwörungstheorie?

Aus offiziellem Mund, nämlich von Bundesrätin Simonetta Sommaruga, stammt eine Aussage, die im Hinblick auf das Dauerthema ‚Chemtrails’ aufhorchen lässt.

Im Anschluss an die UN-Umweltkonferenz in Nairobi vor wenigen Tagen sagte unsere Umweltministerin in einem Video-Interview mit Stefan Lanz, nationale Nachrichtenagentur der Schweiz Keystone-SD, wörtlich: »Die Schweiz hat versucht, dass das Thema Geoengineering, also das Versprühen von Partikeln in die Atmosphäre, mal auf den Tisch kommt, dass man die Informationen sammelt, Chancen und Risiken anschaut. Da gab es keinen Konsens. Das ist natürlich schade! Weil ich denke, das sind wirklich Versuche, die man hier macht, ohne überhaupt die Auswirkungen zu kennen. Aber wir werden weiter dafür kämpfen...das wird auf jeden Fall weitergehen.

Das Thema ist zu wichtig und zu allenfalls auch problematisch, als dass wir da einfach wegschauen können.« Zwar bezeichnet ‚Geoengineering’ gemäss einem ‚Faktenblatt‘ des BAFU Bundesamt für Umweltschutz »die bewusste Manipulation des Klimasystems der Erde mit dem primären Ziel, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung abzuwenden oder zumindest zu vermindern.« Zu diesem Zwecke werden jedoch verschiedene Mittel und Massnahmen geprüft und getestet. Das »...Versprühen von Partikeln in die Atmosphäre...« ist ‚nur’ eine davon. Aber immerhin...man tuschelt jetzt offenbar auch auf der offiziellen Politbühne nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand darüber. Besorgte Menschen behaupten, dass man das gar nicht mehr brauche, da die Verschmutzung von Atmosphäre und Umwelt längst viel zu weit vorangekommen sei und es (folglich) keine besondere Rolle mehr spiele.

 

Ist einfach wegschauen nun wirklich vorbei?

Tatsächlich hat man ganz offensichtlich seit Jahren beide Augen vor diesem Thema gut verschlossen. Insofern muss der Mut unserer Bundesrätin, darüber öffentlich zu reden, wirklich gewürdigt werden. In offiziellen Schreiben vom BAG Bundesamt für Gesundheit sowie BAZL Bundesamt für Zivilluftfahrt, welche mir vorliegen, steht nämlich unter anderem zu lesen »Nachforschungen des BAFU (Bundesamt für Umwelt) haben ergeben, dass es keine Hinweise gibt, dass solche Verfahren in der Schweiz und Europa durchgeführt werden. Die kontinuierliche Überwachung des schweizerischen und europäischen Luftraum bis in eine Höhe von 20 km würde solche Flüge unweigerlich identifizieren.« (BAG)

»Ein systematisches versprühen von Chemikalien im Rahmen von geheimen Flugmissionen ist auch aufgrund der permanenten Luftraumüberwachung praktisch ausgeschlossen.« (BAZL) »Wir versichern Ihnen erneut, dass das BAZL über keine Anhaltspunkte verfügt, dass in der Schweiz systematisch und flächendeckend gesundheitsschädigende Substanzen versprüht werden.« (BAZL) »Das BAZL als Aufsichtsbehörde über die Zivilluftfahrt würde nebst den Gesundheits- und Umweltschutzbehörden umgehend intervenieren wenn es Anhaltspunkte für solche Machenschaften hätte. Bis heute hat es indessen keinen Anlass dazu.« (BAZL) »Bei den als Chemtrails bezeichneten Phänomenen handelt es sich ausnahmslos um Kondensstreifen, die unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen auftreten.« (BAZL) »Die von vielen Menschen beobachtete Zunahme der Kondensstreifen hängt mit der allgemeinen Zunahme des Flugverkehrs und der Konstruktion moderner Flugzeugtriebwerke zusammen.« (BAZL) In diesem letztgenannten Zusammenhang ist natürlich eine Information, die mir unlängst zugespielt wurde (Quelle: weather-modification-journal.de), höchst brisant: Darin steht nämlich zu lesen, dass es in Deutschland spätestens seit 2010 kein Flugzeug mehr gebe, welches Kondensstreifen hinterlasse. Damals seien die letzten Flugzeuge mit den neuen Triebwerken, so genannten Hoch-Nebenstromtriebwerken (Mantelstromtriebwerke) ausgerüstet worden. Diese würden eben gar keine Kondensstreifen entwickeln. Und weil sie auch sparsamer seien bezüglich Treibstoff, könne sich heute keine Airline mehr leisten, alte Triebwerke einzusetzen. Ich bin kein Flugzeugingenieur, doch vorausgesetzt diese Information ist korrekt, muss es spätestens jetzt erlaubt sein, sich Gedanken über die Glaubwürdigkeit der Bundesstellen, resp. deren offiziellen Aussagen zu machen, welche von Bundesrätin Sommaruga nunmehr offiziell eine Gegendarstellung bekommen haben.


19.03.2019 - DMZ

Kantonales Jugendheim Lory in Münsingen Die neue Arbeitsweise legt den Fokus auf die Ressourcen

Das Jugendheim Lory in Münsingen hat seine pädagogische Arbeitsweise grundlegend verändert. Der Fokus liegt bei der Arbeit neu auf den Ressourcen der jungen Frauen und nicht mehr auf den Störungen. Zusätzlich zu diesem Paradigmawechsel ist neu die Funktion des Perspektivencoachs eingeführt worden. Diese Coachs erarbeiten zusammen mit den jungen Frauen neue Perspektiven für die Zukunft.

 

Das kantonale Jugendheim Lory nimmt maximal 28 normalbegabte Frauen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren auf. Die jungen Frauen werden wegen Verhaltensauffälligkeiten wie Schul- und Lernschwierigkeiten, Drogenkonsum, Delinquenz oder Selbst- und Fremdgefährdung in der Institution der kantonalen Polizei- und Militärdirektion platziert. «Die zunehmende Komplexität und Vielfältigkeit der Lebenssituationen der Frauen stellt neue pädagogische Herausforderungen», sagt Direktorin Eliane Michel anlässlich einer Informationsveranstaltung für Einweisende zur Einführung der Schemapädagogik. Mit dieser Veranstaltung wollte die Leitung den Fachleuten aufzeigen, dass das Jugendheim Lory ein fortschrittliches Jugendheim und kein Jugendgefängnis ist.

Fokus ist auf die Ressourcen gerichtet

 

Mit der neu eingeführten pädagogischen Arbeitsweise stehen die Beziehungsarbeit sowie die Konfrontation mit dem Verhalten im Vordergrund. «Mit der Schemapädagogik wird der Fokus weg von den Störungen hin zu den Ressourcen gelegt», beschreibt Direktorin Eliane Michel die Neuerungen. In diese Richtung arbeiten auch die neu eingeführten Perspektivencoachs. Sie erarbeiten zusammen mit den Jugendlichen neue Perspektiven ganz gemäss der Mission «Wir schaffen realistische Zukünfte». Vor der Einführung der neuen pädagogischen Ausrichtung arbeitete das Jugendheim Lory mit einem Punktesystem, das die Anpassung in den Vordergrund stellte.

Angebot für Sexualberatung ausgebaut

 

Zusätzlich zu den bestehenden Therapie- und Gesundheitsangeboten hat das Jugendheim Lory die Sexualberatung und –therapie ausgebaut. So finden neu regelmässig auf den Wohngruppen sogenannte Frauenstunden statt. Zudem können die jungen Frauen zusätzlich Einzelberatungen in Anspruch nehmen. Dieses Angebot hat an Bedeutung gewonnen, da viele der Jugendlichen Gewalt und Missbrauch erlebt haben.


19.03.2019 - Patricia Jungo

Reform der Ergänzungsleistungen bereinigt

Die Reform der Ergänzungsleistungen wurde am Dienstagmorgen vom Parlament bereinigt. Leider handelt es sich nur um eine „Teilsanierung“. Damit ist es den Kantonen aber nicht möglich, auf das rasante Wachstum der Ausgaben zu reagieren. Für die Reform der Ergänzungsleistungen haben National- und Ständerat 2 Jahre lang gekämpft. AHV- und IV-Bezüger mit tiefen Renten brauchen diese Zusatzbeiträge dringend und sie tragen viel dazu bei, dass „Alter“ nicht gleich „Armutsrisiko“ bedeutet. Mit den Ergänzungsleistungen (EL) wird dort Hilfe geleistet, wo sie dringend gebraucht wird. Momentan sind 320 000 Rentner darauf angewiesen, wobei diese Zahl in die Höhe schnellen wird. Die Zahl der AHV-Rentner steigt stetig und die Renten der Pensionskassen nehmen die gegenteilige Richtung. Am Dienstagmorgen hat das Parlament die Vorlage nun ins Ziel gebracht. Bedauerlicherweise wird dies das massive Ausgabenwachstum nicht bremsen können. Die Zahlen sprechen für sich: Ohne Reform würden die EL-Ausgaben bis 2030 auf 6,77 Milliarden steigen; mit der Reform beträgt dies „nur“ 6,52 Milliarden. Dies bedeutet schlicht und einfach, dass die Kantone, die für den Grossteil aufkommen, wiederum Sparpakete schnüren und Einschnitte bei anderen Bereichen vornehmen müssen. Der positive Aspekt der Reform ist, dass sie immerhin in die richtige Richtung geht. So wird der Zugang zu den EL wieder etwas schwieriger sein und Rentner müssen einen grösseren Anteil des eigenen Vermögens brauchen, bevor sie EL bekommen. Dafür sorgt eine neue „Vermögensschwelle“, (Rentner mit Vermögen über 100 000 Franken erhalten keine EL). Die Reform zeigt jedoch klar, wie hilflos die Politik in Sachen Kostenanstieg wirklich ist. Es ist nun unbestritten Aufgabe des Parlaments Finanzierung und Verantwortung in Einklang zu bringen. Im Moment sind die EL immer noch die gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen. Der Bund entscheidet und oft müssen die Kantone dann dafür aufkommen. Hier tut echte „Bereinigung“ not. So brauchen beispielsweise die Kantone im Bereich der Heimkosten mehr Spielraum, denn nur so können sie auch die ganze Verantwortung übernehmen. Wird nicht bereinigt, wird das massive Ausgabenwachstum die Akzeptanz der EL bald gefährden.


Patrick Mülhauser/SRF
Patrick Mülhauser/SRF

19.03.2019 - DMZ

Radio Freiburg im MEDIAparc

Das Freiburger Lokalradio RadioFr zog in der Nacht vom 18. auf den 19. März im MEDIAparc ein. Von diesem Tag an sind die Radiomitarbeiter alle wiedervereint unter einem Dach.

Zwei Jahre lang wurde am MEDIAparc gebaut und modernste Technik installiert. Nun ist es so weit: RadioFr. zieht in die Räumlichkeiten in Villars-sur-Glâne ein. Die rund 60 Angestellten treffen dort auf die Freiburger Redaktion von La Télé, skippr.ch, Sept.Info, FRIStyle und die Werberegie Mediapub. Damit ist der MEDIAparc komplett, und nimmt ab sofort seine Funktion als Freiburger Medienhaus wahr.

 

Moderation und Redaktion bilden den Abschluss Die Moderations- und Redaktionsteams von RadioFr. mussten sich gedulden, bis die neuen Studios bezugsbereit waren. Nun aber hat das Warten ein Ende: Ab dem 19. März sind auch die Moderatoren und Redaktoren im MEDIAparc untergebracht. Zuvor hatten sie sich über mehrere Wochen an den neuen Programmen und der neuen Sendetechnik ausbilden lassen. Ab Dienstag sendet RadioFr. aus Villars-sur-Glâne. Damit endet auch die Ära der alten Räumlichkeiten im Stadtzentrum, in der Romontgasse 35 in Freiburg. 23 Jahre lang war RadioFr. dort zu Hause.

 

Spezialsendung zum Start Am Dienstag ab 6 Uhr erwartet die Hörer die erste Sendung aus dem neuen Studio, mit Wünschen von Promis und Freiburger Persönlichkeiten, sowie mit Wettbewerben und Geschenken. Diese Feuertaufe deckt RadioFr. auch auf seinen sozialen Medien ab. Dort gibt es Bilder und Videos von den neuen Studios.

 

Tag der offenen Tür im Mai Selbstverständlich öffnet der MEDIAparc seine Türen auch der Öffentlichkeit, dies am Samstag, 4. Mai 2019, von 9 bis 20 Uhr. Die Besucher erhalten aus nächster Nähe Einblick in die sechs Radiostudios und das Fernsehstudio von La Télé. Ausserdem können sie in die Haut eines Moderatoren schlüpfen, oder einen Werbespot aufnehmen. Dazu gibt es zahlreiche Attraktionen und Spiele. Mehr unter www.mediaparc.ch.


19.03.2019 - Patricia Jungo

Von Ritualen

Kinder lieben es, wenn die Eltern immer das gleiche Lied singen oder dieselbe Geschichte erzählen, Tag für Tag, Abend für Abend, Woche für Woche. Das Märchen oder Hörspiel, das schon unzählige Male gehört wurde, will noch einmal gehört werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Papa oder Mama es längst nicht mehr hören können. Kinder lieben Wiederholungen. Das ist völlig normal und gehört zur kindlichen Entwicklung. Kinder schaffen damit echte Rituale, die ihnen im Alltag als Orientierungs- und Strukturierungshilfen dienen und geben uns so auch Einblick in ihre Wertewelt. Was wichtig ist, wird gelebt und in den Alltag einbezogen; es hat also einen Wert. Gemäss den Erkenntnissen der Hirnforschung entwickeln die Kinder dieses Wertebewusstsein bereits mit drei Jahren. So lernen sie unterscheiden, kennen „ja“ und „nein“ und beginnen Werte im sozialen Zusammenleben besser zu verstehen. Rituale helfen ihnen dabei. Was sind eigentlich Rituale genau? Man kann sie als symbolische Handlungen (auch szenisch/gestisch) bezeichnen, die Kontakt schaffen zu natürlichen und gesellschaftlichen Grundkräften. Sie machen diese sichtbar und auch Krisen werden darin bearbeitbar. Oft bewähren sich im Alltag von Kindern solche Rituale am besten, die ganz selbstverständlich daher kommen. Daher ist es grundlegend, dass Eltern sich mit ihren eigenen Werten auseinandersetzen und auch überlegen, welche Werte zentral sind für das harmonische Zusammenleben und welche eventuell überholt sind. Rituale sind wundervolle Helfer in Alltag und Erziehung:

  • Spracherwerb, Lernen und Konzentrieren werden erleichtert.
  • Selbständigkeit wird gefördert.
  • Ordnung und Orientierung wird geschaffen.
  • Halt und Geborgenheit wird vermittelt.
  • Ängste nehmen ab.
  • Krisen werden einfacher bewältigt.

So kann beispielsweise eine Gutenachtgeschichte, immer zur gleichen Zeit, dazu beitragen, dass sich die Angst vor der Dunkelheit verringert, da die kindliche Phantasie dann bei der Geschichte weilt. Neben vielen kleinen Alltagsritualen gibt es auch die grossen: Geburtstage, Feiertage, Traditionen und Bräuche. Bräuche sind auch heute noch sehr wichtig. Schon früher dienten sie dazu, dem Menschen einen Platz im Leben zu geben. Gibt man ihnen Wichtigkeit im eigenen Leben, haben sie auch heute immer noch eine besondere Kraft. Ein weiterer Vorteil von Ritualen ist ihre positive Wirkung auf das Selbstvertrauen. Sie vermitteln Verlässlichkeit, Geborgenheit im Leben, Werte und Regeln des täglichen Lebens. Dies hilft dem Kind, selbstbewusster und auch konfliktfähiger zu werden. Es gibt Rituale, die aus der Familientradition entstehen und es gibt andere, die einfach nur aus Zufall entstehen. Jede Familie findet bestimmt die zu ihr und zu verschiedenen Situationen passenden Rituale, mit denen sie Werte bestmöglich weitergeben kann. Wenn eine immer wiederkehrende Handlung der Familie gut tut, sie in den Alltag integriert werden kann, entsteht automatisch ein Ritual daraus. Oft sind dies ganz kleine Dinge. Doch auch das beste Ritual soll den Alltag und das Miteinander niemals starr und zwanghaft machen. So kann man Rituale natürlich auch abändern, durch neue ersetzen oder einfach weglassen. Rituale sind etwas Schönes, für Kinder und Erwachsene. Wie schön ist ein Ritual zu Begrüssung oder Abschied in der Familie oder unter Freunden! Es gibt uns das Gefühl von Geborgenheit und Zusammengehörigkeit. Ob wir die Nasen aneinander reiben wie die Eskimos oder uns einfach fest in den Arm nehmen und einander ein Lächeln auf den Weg geben, spielt dabei nur eine bescheidene Rolle!


19.03.2019 - David Aebischer

Kinderarmut
262'000 Kinder leben in Haushalten mit geringem finanziellen Spielraum und sind unmittelbar von der Armut bedroht. 108'000 Kinder unter 18 Jahren leben derweil konkret in Armut.

Immer mehr Kinder in der vermeintlich reichen Schweiz leben in Armut. Und die Kinderarmut steigt täglich weiter. Einige der verursachenden Schuldigen sind gefunden, aber längst nicht alle. Eine Erhebung des Bundesamt für Statistik (BfS) im Jahr 2014 zeigte noch, dass jedes 20. Kind in der Schweiz von Einkommensarmut betroffen ist und jedes sechste Kind von der Armut bedroht. Diese Zahlen haben sich rapide verändert und lassen nur das Schlimmste erahnen, wenn es im selben Tempo weitergeht. Caritas nennt aktuell erschreckende Zahlen zur Kinderarmut hierzulande.

In Artikel 12 der Bundesverfassung garantiert die Schweiz denjenigen, die in Not geraten und nicht in der Lage sind, für sich zu sorgen, Hilfe, Betreuung und Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Wer bereits selber einmal in diese Situation gekommen ist, weiss, dass dieser Artikel leider kaum einmal gänzlich zum Tragen kommt. Zusätzlich ver­pflichtet sich die Schweiz in Artikel 11, allen Kindern und Jugendlichen einen besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit zu gewähren und sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Auch hier überwiegt die Theorie und lässt eine Umsetzung missen. Die unvorstellbaren Zahlen lassen uns fragen, was genau am System schief läuft und warum niemand etwas gegen diese Missstände tut. 262'000 Kinder leben in Haushalten mit geringem finanziellen Spielraum und sind unmittelbar von der Armut bedroht. 108'000 Kinder unter 18 Jahren leben derweil konkret in Armut. Wie kann das sein? Wie kann das geduldet werden?

 

„Wenn weder Arbeit noch Bildung vor Armut schützen, dann hat der Staat versagt!“

Kinder aus Haushalten, welche trotz Erwerbsarbeit kein Einkommen oberhalb der Armutsgrenze generieren können. Weitere in Armut lebende Kinder sind in einem Haushalt ohne Erwerbstätige zu Hause.

In Schweizer Haushalten ohne Erwerbstätige ist sogar fast jedes 2. Kind armutsgefährdet und jedes 5. Kind von Armut betroffen. Gemäss den neueren Zahlen von Caritas ist die Zahl der von Kinderarmut Betroffenen seither deutlich gestiegen.

 

Das Wissen ist vorhanden – es fehlt am politischen Willen

Bereits Ende der 1990er Jahre waren die von Armut betroffenen Menschen in der Schweiz mehrheitlich Mütter, Väter und Kinder. Daran hat sich in den letzten 30 Jahren wenig geändert. Zu diesem Schluss kommen auch die jüngsten Studien und Berichte des Bundesrates sowie des Nationalen Programms gegen Armut. Das Problem ist allseits bekannt. Was also läuft schief? Der Blick auf Entwicklungen in der Existenzsicherung, der Vereinbarkeit von Familie, Ausbildung und Beruf sowie der Frühen Förderung sind in diesem Kontext zentral.

 

Familienergänzungsleistungen reduzieren erwiesenermassen Kinderarmut, werden aber sehr selten auch bezahlt. Materielle Existenzsicherung ist Voraussetzung für gesundes Heranwachsen. Die Politik ist (auch regional und kantonal) gefordert, diesem Recht umgehend Folge zu leisten. Einige Kantone machen es erfolgreich vor. Es gilt, Familienergänzungsleistungen nach dem Modell des Tessins oder der Waadt schweizweit einzuführen, dann ist bereits vieles getan. Wenn die Politik weiterhin schweigt bei konkreten Anfragen und Aufmerksammachen auf diese Missstände, wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern.


18.03.2019 - David Aebischer

Der Mensch, der Gaffer

Den gemeinen Gaffer hat es immer schon gegeben. Gaffer, oder Schaulustige sind Zuschauer, die ein spektakuläres Ereignis beobachten, die davon irgendwie magisch angezogen werden. Bei Unglücken wie Unfällen, Naturkatastrophen oder Gewalttaten sind sie besonders häufig anzutreffen, gemäss Angaben von Polizei, Feuerwehr und Sanität. So werden regelmässig Rettungsarbeiten und/oder der Verkehr behindert und andere Menschen in Gefahr gebracht. Das Gaffen ist grundsätzlich eine ganz archaische Funktion, da es für den Menschen immer wichtig war, seine Umgebung, etwa auf Gefahren, zu prüfen. Im Zusammenhang mit Gewalt, kann es auch eine sozialpsychologische Wirkung haben, da Dinge, die uns erregen, biochemische Reaktionen schaffen. Manche Menschen suchen geradezu nach diesen Reizen, schauen sich Videos an oder filmen mit, wenn sie selbst an eine Unfallstelle kommen. Die Berichte über Unfälle mit Schaulustigen mehren sich, auch die wachsende Aufdringlichkeit ist beängstigend.

 

Dass nicht alle stehen bleiben und Fotos machen, liegt wohl am Anstand, der als Kontrollmechanismus wirkt. Durch das Smartphone wird das Bedürfnis, einen Unfall festzuhalten, wahrscheinlich noch zusätzlich verstärkt. Die meisten Menschen sind aber in erster Linie einfach betroffen. Zum Glück. Diese Betroffenheit kann auch blockieren, aber die Hilfe steht klar an erster Stelle und definitiv vor dem Handybild. Die neuen Sichtschutzwände, die seit Monaten angeschafft werden, helfen tatsächlich, dieses Gaffer-Phänomen zu bremsen. Wenn es nichts zu sehen gibt, haben die Leute keine Veranlassung langsam zu fahren. Auch die Tatsache, dass es Strafen geben kann, hilft. Strafen haben durchaus einen erzieherischen Effekt.

 

Heute gab es aktuell leider auch wieder einen Fall, wo die Polizei ausrücken musste, weil unzählige Gaffer einen Rettungshelikopter im Kanton Solothurn belagerten. Nur so war es den Sanitätern möglich ihrem kleinen Patienten in Ruhe helfen zu können. Im solothurnischen Gretzenbach brauchte ein kleiner Junge schnelle Hilfe. Der Rettungsdienst rückte mit einer Ambulanz und einem Helikopter ins Staldenacker-Quartier aus. Dem Jungen geht es in der Zwischenzeit wieder besser.


18.03.2019 - DMZ-MM

Solothurn: Lenker verliert Kontrolle über Auto

Ein Automobilist hat am Sonntagmorgen die Kontrolle über sein Auto verloren. Nach der Kollision mit einer Hausfassade kam das Fahrzeug auf der Seite liegend zum Stillstand. Der Lenker wurde leicht verletzt. Nach ersten Erkenntnissen steht ein medizinisches Problem im Vordergrund.

 

Am Sonntag, 17. März 2019, kurz nach 7.30 Uhr fuhr ein Automobilist von der Schöngrünstrasse (Kreisverkehr) herkommend in Richtung Dorfzentrum Zuchwil. Auf der Zuchwilerstrasse in Solothurn verlor der 65-jährige Mann die Kontrolle über sein Auto. Er kollidierte in der Folge mit einem Inselleuchtpfosten und prallte schliesslich in eine Hausfassade. Das Auto kam auf der Seite liegend zum Stillstand. Aufgrund der Lage des Fahrzeuges musste zur Bergung des Lenkers die Feuerwehr Solothurn aufgeboten werden. Der Mann wurde leicht verletzt zur Kontrolle in ein Spital gebracht. Nach ersten Erkenntnissen steht ein medizinisches Problem im Vordergrund. Das komplett beschädigte Auto wurde abgeschleppt.

 

Personen, die Angaben zum Unfallhergang oder der Fahrweise des Lenkers machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Solothurn zu melden, Telefon 032 627 71 11.


18.03.2019 - DMZ

Mein Mittelland

Wer sich gerne einmal in der Zeitung zeigen möchte und sein ganz persönliches Mittelland, oder "seinen" Teil davon vorstellen möchte, kann dies, indem er dieses Formular ausfüllt und abschickt.

 

Viel Spass! Wir freuen uns auf eure Einsendungen.


Bild: www.unsertirol24.com
Bild: www.unsertirol24.com

18.03.2019 - Tony Lax

"Kei Dreck besser."

Der Ärger über den Müll, denn die für mehr Klimaschutz Demonstrierenden zurücklassen, ist gross – und sachlich gesehen auch berechtigt.

Die Klimaschutzdemo-Skeptiker*innen legen inzwischen freilich einen geradezu erstaunlichen und höchst emotionalen Aktivismus an den Tag, wenn es darum geht, zu zeigen, wie unaufrichtig und unglaubwürdig die Klima-Kids doch seien. Z. B. im folgenden Kommentar zu einem auf Facebook geposteten Foto:

"Hier ein Bild von führenden Demo Kids von Thun heute. Papi fährt mit dem Diesel VW bis zu vordersten Möglichkeit. Der Kaffee aus dem Einwegbecher und die Zigaretten auf den Boden. Sorry höret uf . Kei Dreck besser ... "

 

"Kei Dreck besser."

Nun, Dreck ist nie gut - ausser im Rock'n Roll ("Meh Dräck!").

Doch: Keinen Dreck besser, was heisst das? Keinen Dreck besser als wer? Als diejenigen, die sich über die Klimastreiks und die demonstrierenden Kids ärgern? Soll das heissen, dass die, die sich über die - tatsächlich unschönen - Abfallhinterlassenschaften nerven, selber auch nicht besser sind?

 

"Papi fährt mit dem Diesel-VW" bis nach ganz vorne, heisst das hinter der Zeile so viel wie: Dieselauto fahren ist nicht gut? Und wenn ja: Gilt das für alle oder nur für Papis, die ihre Kids an die Demo fahren?

 

Kaffee aus dem Einwegbecher (vermutlich sogar aus Plastik) geht gar nicht. Stimmt - gilt das für alle, oder nur für die, die für mehr Klimaschutz demonstrieren?

 

Zigarettenkippen auf den Boden werfen ist eh eine Schweinerei (macht pro Stummel ca. 40 Liter Grundwasser kaputt) - das macht von denen, die den Umweltschutz-Kids jetzt so genau auf die Finger schauen, bestimmt niemand. Oder? - - -

 

Müllhinterlassenschaften sind wörtlich wie im übertragenen Sinne dasselbe: Müll - und zwar überall und bei allen.

 

Im leicht ironisch gefärbten Lichtkegel betrachtet, könnte man es wunderlich finden, dass wir den auf der Wiese liegenden Zigarettenstummel verächtlich "Müll", die danebenliegenden Tonnen Asphalt, die über die ganze Wiese führen, aber anerkennungsvoll "Strasse" nennen - und dass von "Umweltverschmutzung" zuweilen sogar dann die Rede ist, wenn der Zigarettenstummel nicht auf der Wiese, sondern auf der Strasse liegt. Dabei wäre dies doch eigentlich vielmehr eine Verschmutzung der Umweltverschmutzung.

 

Dennoch: Abfall gehört in den Kübel und nicht auf den Boden.

 

Was nun unsere demonstrierende Jugend angeht, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass sie die - wie gesagt nicht unberechtigte! - Kritik wahr- und aufnehmen wird. Gut möglich also, dass es bei den nächsten Kundgebungen weniger Müll gibt.

Ich hoffe es.

 

Aber ich wünschte mir auch, dass alle, die jetzt bei den jugendlichen Klimaaktivist*innen genau hinschauen und jeden fallengelassenen Zigarettenstummel registrieren, diesen scharfen Blick auch auf ihr eigenes Umfeld richten.

Dann wäre für alle echt viel gewonnen.


18.03.2019 - DMZ - Wirtschaft

Fête des Vignerons mit Teilnahme mittelländischer Kantone

Die Fête des Vignerons in Vevey zählt zum Kulturerbe der UNESCO. Sie bringt Generationen zusammen, vereint Menschen aus Städten, Dörfern und Weinbergen, Einheimische sowie Reisende aus dem Ausland. Das Winzerfest gibt jedem die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen und an einer gemeinsamen Show mitzuwirken, die auf der Welt einzigartig ist.

 

Vom 18. Juli bis am 11. August 2019 zelebriert Vevey zum 12. Mal die Fête des Vignerons. Das grosse Fest der Weinbauern des Lavaux findet einmal pro Generation statt. Erstmals in der Geschichte wurden 2019 alle Kantone zu Kantonstagen eingeladen. Einige Kantone aus dem Mittelland werden daran teilnehmen.

Weiterführende Informationen laufend aktualisiert auf www.fetedesvignerons.ch.


17.03.2019 - Patricia Jungo

Frische Luft gegen antibiotikaresistente Bakterien ?

In einer Meldung zu einer Grazer Studie zur Vielfalt von Keimen in Spitälern heisst es, frische Luft könnte eine Hilfe im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien sein. Patrice Nordmann, ein Schweizer Resistenzforscher, glaubt nicht daran. Antibiotikaresistenzen sind besorgniserregend und so geniessen Studien und Forschungsergebnisse dazu auch rasch mediale Aufmerksamkeit. Dies gilt ebenfalls für eine Studie, die an der Technischen Universität von Graz (TU) gemacht wurde. Dabei untersuchte ein Team den Einfluss von Hygienemassnahmen auf die Entwicklung von Resistenzen. Verglichen wurden alle Mikroorganismen und Antibiotikaresistenzen in der Intensivstation der Universitätsklinik für Innere Medizin in Graz mit hygienisch vergleichbar gehaltenen Räumen der Luft- und Raumfahrtsindustrie sowie mit öffentlichen und privaten Gebäuden, bei denen es keine speziellen Hygienebedingungen gibt. Gemäss Analysen liegen in extrem hygienischen Räumen weniger unterschiedliche Keime vor. Dafür findet man aber mehr unterschiedliche Resistenzen als in weniger hygienischen Räumen. Umgekehrt gibt es in Räumen, die eine grosse Vielfalt an Keimen aufweisen, weniger Resistenzen. Gemäss Meldung der TU Graz könnte demnach eine Hilfe sein, die Vielfalt der Keime in den Spitalräumen stabil zu halten, beispielsweise mit regelmässigem Lüften, Zimmerpflanzen oder gezieltem Einsatz von Mikroorganismen. Solche Vorschläge hält Patrice Nordmann, Leiter des Schweizer nationalen Referenzlabors zur Früherkennung von Antibiotikaresistenzen und Resistenzmechnismen NARA in Freiburg für wenig sinnvoll. Gemäss Nordmann würden Pflanzen in Spitalzimmern die Kranken unmittelbar mit neuen und gefährlichen Bakterien belasten und aus diesem Grunde seien Zimmerpflanzen in Spitälern ja auch verboten. Als wirksame Methode sieht er das Screening von Patienten, die beispielsweise in Italien, Griechenland oder Indien hospitalisiert waren, da in gewissen Ländern ein echtes Problem mit Resistenzen besteht. Weiter wäre es sinnvoll, das Abwässer aus den Spitälern, in dem sich eine sehr hohe Anzahl resistenter Keime befindet, so zu kanalisieren, dass es nicht in die Umwelt läuft. Nordmann gibt zudem Entwarnung für die Schweiz und stellt klar, dass zwar die längerfristige Entwicklung nicht vorausgesagt werden kann, er aber für die nächsten 5 Jahre zuversichtlich ist. Seiner Meinung nach sind viele Zahlen, die man bei uns hört und liest, das Ergebnis von Hochrechnungen und entsprechen nicht der Wirklichkeit.


17.03.2019 - Marco Perroulaz

Rivella - bitterer Rückzug aus Deutschland

Eben musste sich Rivella aus dem Süddeutschen Raum zurückziehen. Offenbar war es in zehn! Jahren nicht gelungen, dort wirklich Fuss zu fassen. Im übrigen Landesteil hatte man schon gar keine Chance. Schade eigentlich! Unsere Nachbarn verpassen etwas, was die Holländer wohl sehr zu schätzen wissen. Holland sei ein wichtiger Markt für das Unternehmen (notabene der älteste Exportmarkt), das immerhin einen guten Viertel seiner Jahres-Produktion von über 100 Millionen Litern im Ausland verkauft, heisst es.

 

»Wella« war eines der ersten Worte, die mein Neffe damals benutzte. »Wella!« war für ihn gleichbedeutend mit »Durst!«. Und er bekam nun wirklich nicht immer gleich ein Rivella zu trinken. Gegen seinen grossen Durst aber hat ihm dieses scheinbar geschmeckt. Über den Rivella Kult wusste er noch nichts. Durst hat man halt gelegentlich. Und Rivella, das Milchsäuregetränk aus Schotte, löscht ihn nachhaltig finde ich. Leider aber hat Rivella Rot (das klassische) mit 25% Anteil viel zu viel Zucker. 14% sind es bei Rivella Grün und lobenswerterweise nur gerade 4% bei Rivella Blau, dem weltweit ältesten kalorienreduzierten Getränk.

 

Wem wäre Rivella nicht bekannt? Rivella ist Kult. Für uns Schweizer. Denn Rivella ist seit Jahrzehnten Sponsor der Schweizer Ski-Nationalmannschaft. Von daher wissen wir: »Sportler trinken Rivella!«. Und alle kennen das Getränk in der braunen Flasche, typischerweise mit roter Etikette. Rot wie unsere quadratische Landesflagge.

 

Rivella ist aber für mich nicht einfach nur ein Getränk. Vielmehr ist es eines meiner Lieblingsunternehmen auf das ich als Patriot stolz bin. Und seit der Gründung 1952 ist es ein eigenständiger Schweizer Familienbetrieb geblieben. Eines jener aussterbenden Vorzeige-Unternehmen, von denen wir früher einige hatten. Die meisten wechselten in kurzer Zeit (und gelegentlich unter merkwürdigen Umständen) in ausländische Hand. Sie sind heute keine Schweizer Unternehmen mehr, auch wenn viele Konsumenten diese immer noch als solche sehen wollen. Und auch wenn auf den Produkten immer noch eine Schweizer Flagge (bsp. Swiss) oder ein Matterhorn (Toblerone) prangt. Rivella bleibt. Hoffentlich!


17.03.2019 - David Aebischer

Das beliebte Freiburger Skigebiet in Charmey ist am Ende

Weil die Betreiber der Bergbahnen Charmey kein Geld mehr haben, war der Komnkurs nicht mehr abzuwenden. Grundsätzlich liegt es nun am Kanton eine neue Gesellschaft zu finden. Dies wird allerdings kein einfaches Unterfangen. Seit letztem Wochenende stehen die Bergbahnen in Charmey still und die Wintersaison im Freiburger Skigebiet ist, vielleicht für immer, zu Ende. Auch der lange und engagierte Überlebenskampf der Bergbahnbetreiber hat im Konkurs ein jähes Ende gefunden. Das verkündete der Verwaltungsrat der Télécabine Charmey-Les Dents-Vertes an einer Medienorientierung. Die überschuldete Seilbahngesellschaft von Charmey hat am letzten Freitag ihre Bilanz deponiert.

 

Grosse wirtschaftliche Sorgen

Das Ende der Bergbahnen in Charmey macht natürlich auch grossen Teilen der lokalen Bevölkerung zu schaffen, nicht zuletzt, weil das Skigebiet ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste wirtschaftliche Rückgrat der Region war. Auch die Gastronomie in der Region zeigt sich schockiert und enttäuscht. Denn dank dem Skigebiet kamen Touristinnen und Touristen in die Freiburger Voralpen.

 

Noch im letzten November bestand Hoffnung für die Bergbahnen, da über eine Steuererhöhung abgestimmt wurde, um den Betrieb der Bahnen aufrecht zu erhalten. Die Gemeindeversammlung allerdings hatte eine Steuererhöhung abgelehnt und somit gleichzeitig das Ende des Skigebietes besiegelt.


17.03.2019 - Tony Lax

Wo ein Wille ist, ist auch eine Verantwortung: Warum die Klimaschutzfordernden recht haben, selbst wenn sie sich irren würden.

Die Jugendlichen – und mit ihnen auch viele Erwachsene – haben wieder zahlreich demonstriert. Für nicht wenige unter den Jugendlichen war die Demo verbunden mit einem Schulstreik, in einigen Kantonen sind zurzeit allerdings die Sportferien, was wohl nur wenige davon abgehalten haben wird, trotzdem an den Kundgebungen teilzunehmen. Schliesslich geht es ihnen primär ums Klima und nicht allein ums Schulschwänzen.

Proportional zu der z. T. sogar die Veranstaltenden überraschend grossen Anzahl an Demonstrierenden artikuliert in den Social Media die vorwiegend adulte Gegnerschaft ihre Ablehnung und ihren Unmut mit ebenfalls überraschenden Vehemenz.

 

Vom netten Ratschlag an die Jugendlichen, doch besser brav in die Schule zu gehen und sich dort für ein produktives und der Gesellschaft dienliches (Berufs-)Leben vorzubereiten, über Forderungen, doch bitte die ramponierte Umwelt selber und schleunigst zu retten, anstatt nur für diese Rettung lauthals zu demonstrieren, bis hin zu Anfeindungen und Verbalattacken, die aus der untersten Schublade hervorgeholt werden, findet sich so ziemlich alles, was da empörte Erwachsene an die jugendlichen Klimaaktivist*innen herantragen.

 

Es ist erstaunlich, mit welcher Wucht und Aggression gegen diese neue, von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg inspirierte Bewegung agiert wird.

 

Es ist auch erschütternd, mit wie viel Energie und hanebüchenen Argumenten versucht wird, die wissenschaftlich längst erbrachte Evidenz des menschlichen Anteils am sich für uns ungünstig entwickelnden Zustand der Biosphäre wegzupalavern.

 

Es ist insbesondere höchst erschreckend, dass die Forderungen nach einem konsequente(re)n Klimaschutz sowie der dabei unumgänglichen Reflexion und wohl auch Änderungen unserer hergebrachten Lebensweise in weiten Kreisen geradezu als existenzielle Bedrohung wahrgenommen wird. Bei der gestrigen "Arena"-Sendung (15.3.19), in der Politiker und Wirtschaftsvertreter einer Gruppe jugendlicher Aktivist*innen gegenüberstand, konnte schon nach wenigen Minuten ein nachdenklich stimmendes Fazit gezogen werden: Die Jugendlichen redeten vom Klimawandel (z. T. auch ziemlich klug), die Politiker aber redeten sich um Kopf und Kragen - meist weniger darum bemüht, inhaltlich etwas Substanzielles beizutragen, als vielmehr darum, rhetorisch zu punkten.

 

In der öffentlichen Diskussion werden Warnungen als unrealistisch und wissenschaftlich unhaltbar abgetan und schwungvoll in den zunehmend CO2- und feinstaubkontaminierten Wind geschlagen. Das hat freilich auch eine höchst politische Komponente, denn mit dem Klimaschutz kommt ein genuin links-grünes Thema auf den Tisch und verdrängt das von den Rechten lange erfolgreich bewirtschaftete Ausländerproblem. Damit sehen die Rechtspopulisten ihre Diskurshoheit und ihre bisherige Macht im politischen Agenda-Setting gefährdet. Beim Diskutieren über Umweltprobleme greift das etablierte Freund-Feind-Schema, das beliebte Hochkochen der politischen Gemütssuppen mittels Befeuerung das Hasses auf den Anderen, nämlich nicht mehr. In der Debatte um die Aufrechterhaltung einer "enkeltauglichen" Lebenswelt ist man zudem selber nie nur Teil der Lösung, sondern immer auch Teil des Problems.

 

Aus Sicht ihrer Gegnerschaft sind die Jugendlichen, die sich für einen rigoroseren Klimaschutz stark machen, nicht zuletzt natürlich auch völlig unglaubwürdig, da sie weder auch ihre Handys, ihre Ferienflugreisen und das Mitfahren in Papas Auto verzichten wollen. Da entpuppen sich gewisse Oldies geradezu als scharfsichtige Detektive der Doppelmoral von Ponyhofbewohnern. Würden sie diesen analytischen Scharfblick nur auch mal bei sich selbst anwenden!

 

Doch: Selbst, wenn sich herausstellen würde, das der anthropogene Faktor beim Klimawandel kleiner wäre, als gemäss dem jetzigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse vermutet wird und selbst, wenn es Anzeichen zur Vermutung gäbe, es könnte sich in hundert Jahren rückblickend durchaus zeigen, dass sich der Klimawandel gar nicht so verheerend ausgewirkt habe, als heute befürchtet wird - selbst dann machen die Klimaschutzforderungen Sinn.

 

Vor 40 Jahren erschien das heute wohl kaum mehr gelesen Buch von Hans Jonas über "Das Prinzip Verantwortung". Aufgrund der unabweisbaren Feststellung, dass sich das Wesen menschlichen Handels im Zuge der enormen technologischen Entwicklung völlig verändert habe, bedürfe es, so Jonas, eines gänzlich neuen Verantwortungsbegriffs. Die vormalige Ethik ging noch stillschweigend davon aus, dass der menschliche Zustand durch die "Natur des Menschen und die Natur der Dinge" (15) in allen Grundzügen feststand, woraus sich das menschlich Gute auch unschwer und einsichtig bestimmen liess. Zudem war die "Reichweite des menschlichen Handelns und daher [auch die Dimension der] menschlichen Verantwortung [...] eng umschrieben." (ebd.)

 

Doch der technologische Fortschritt "hat Handlungen von so neuer Grössenordnung, mit so neuartigen Objekten und so neuartigen Folgen eingeführt", betont Jonas, "dass der Rahmen früherer Ethik sie nicht mehr fassen kann." (26) Deshalb brauche es eine Art "Notstandsethik", die von einer sogenannten "Heuristik der Furcht" (63), im Sinne eines "Vorrang[s] der schlechten vor der guten Prognose" (70ff), geleitet würde. Die Heuristik ist ein Verfahren oder Vorgehen, bei dem versucht wird, auf einer noch unvollständigen Informationsbasis in kurzer Zeit dennoch zu wahrscheinlichen Aussagen oder praktikablen Lösungen zu kommen.

 

Für Jonas ist es zudem nicht mehr das Überzeitliche oder Mächtige (Gott, Herrscher, Gesetz) das uns moralisch verpflichtet, sondern vielmehr das Zerbrechliche, das Schwache und auch das noch nicht artikulierungsfähige menschliche Leben, kurz: die natürlichen Lebensgrundlagen, die Nicht-Privilegierten, die nächsten Generationen – die Zukunft.

 

Das Beziehung zwischen Mensch und Natur ist bei Jonas daher konsequenterweise auch kein Herrschaftsverhältnis mehr, sondern eben ein Verantwortungsverhältnis. Und da die Natur, auch wenn sie dem Menschen immer wieder ihre Macht beweist, aufgrund der technologischen Machtentfaltung des Menschen, mittels derer er sich die Natur und deren Ressourcen aneignet, das Verletzliche sei, trage der Mensch auch die Verantwortung über den Zustand der Natur.

 

Man kann das auch etwas schlichter formulieren: Die Eingriffe des Menschen in die Natur sind intentional, also von einem subjektiven Willen motiviert, während es hingegen schwer ist, bei Eingriffen der Natur in die Mechanik des menschlichen oder gesellschaftlichen Lebens, z. B. einem Sturm, einer Dürre oder eines Erdbebens, von bewussten Absichten zu sprechen. Wo aber ein Wille ist, ist auch eine Verantwortung.

 

Da es nun gerade hinsichtlich der genannten Naturphänomene ja auch um die Frage geht, welchen Anteil unser Handeln auf diese hat, sind wir in die Pflicht genommen. Und daran erinnern uns die demonstrierenden Jugendlichen.

 

Und deshalb haben sie recht.

 

Auch wenn alles möglicherweise gar nicht so schlimm kommen würde, wie es möglicherweise kommen wird.

 

Hans Jonas greift für die Begründung einer Verantwortungsethik auf "das Urbild aller Verantwortung" (234) zurück, nämlich das der natürlichen elterlichen Verantwortung für das neugeborene Kind, "dessen blosses Atmen unwidersprechlich ein Soll an die Umwelt richtet, nämlich: sich seiner anzunehmen. Sieh hin und du weisst." (235)

 

Und Jonas warnt: "[D]ie Anklage der Kinder und Enkel wegen versäumter Verantwortung – die umfassendste und praktisch vergeblichste aller Anklagen - kann jeden jetzt Lebenden treffen." Doch er fügt noch hinzu: "Ebenso der Dank." (241f.)

 

Daher: Jede/r muss sowohl im privaten Bereich das Kleine ihm Mögliche tun als auch wahrnehmbar darauf zu drängen, dass es Veränderungen im Grossen gibt (öffentliches Agieren).

 

Zurzeit beliebte Facebook-Diskussionen wie 'Dieselmotor versus Elektroauto' sind sinnlos undankbar und werden nur von Ewiggestrigen geführt.

 

Quellen:

- Hans Jonas (1979). Das Prinzip Verantwortung. Frankfurt am Main: Insel Verlag. Hier zit. aus der Suhrkamp-Taschenbuchausgabe 1. Aufl. 1984.

- "Heuristik": Wikipedia-Artikel


17.03.2019 - Patricia Jungo

Freiburger Woche gegen Rassismus

Die Freiburger Woche gegen Rassismus wird nächste Woche eröffnet. An 30 Veranstaltungen im ganzen Kanton wird es um das Thema „Grenzen“ gehen: Gruppenbildungen in unserer Gesellschaft, die zu rassistischer Diskriminierung führen. Im Alltag trägt die Diskriminierung vielfältige Gesichter: Kinder, die wegen ihrer Herkunft ausgelacht werden, Familien, die umsonst eine Wohnung suchen, Menschen, die aus finanziellen Gründen vom gesellschaftlichen Leben ausgeklammert sind u.v.m. Auf diese Weise kommt es in unserer Gesellschaft zu Gruppen, die sich voneinander abgrenzen. Die kantonale Fachstelle für die Integration für Migrantinnen und Migranten und für Rassismusprävention (IMR) will diese Problematik zusammen mit 20 Partnerorganisationen zum Thema machen. So ist die Freiburger Woche gegen Rassismus vom 21. Bis 31. März dem Thema „Grenzen“ gewidmet. Sie will auf die diversen individuellen und strukturellen Diskriminierungen hinweisen und auch Betroffene informieren, welche Anlaufstellen es für sie gibt. Oft fehlt gerade dieses Wissen und eine grössere Sensibilisierung ist notwendig. Dies wollen der Kanton und die 20 beteiligten Organisationen mit den 30 geplanten Veranstaltungen erreichen. Die Aktionswoche beginnt mit dem Eröffnungsevent am Donnerstag, 21. März 2019 auf dem Python-Platz in der Stadt Freiburg. Die Fachstelle und verschiedene Partnerorganisationen stellen sich vor. In diversen Gemeinden folgen dann Workshops, Diskussionsrunden und Vorführungen. Auch das Internationale Filmfestival Freiburg, das schon diese Woche startet, ist Teil des Programms. Mehrmals wird der Film „Eine schwarze Frau zu sein, ist nicht mein Beruf“ gezeigt. 16 Schauspielerinnen „of colour“ haben ein Manifest veröffentlicht, in dem sie ihre Diskriminierung im Film anklagen.


17.03.2019 - DMZ Sport

Spielabbruch wegen GC Fans

Der Rekordmeister Grasshopper Club Zürich ist dem Abstieg geweiht. Im gestrigen, vermeintlichen Schicksalsspiel der 25. Runde der Super League sorgen die Zürcher Fans in Sitten beim Stand von 0:2 für einen Spielabbruch. Die Fans liessen sich nicht einmal mehr vom GC Trainer und der Mannschaft zur Vernunft bringen, die sich in die Fankurve begeben hatten, um zu beruhigen und so einen Spielabbruch zu verhindern.

 

In der 32. Minute warfen die ins Wallis mitgereisten Fans der Grasshoppers erstmals mehrere Petarden auf den Rasen im Tourbillon und zwangen Schiedsrichter Lionel Tschudi, die Partie kurzzeitig zu unterbrechen. Bereits kurz nach der Pause flog erneut pyrotechnisches Material aus den Reihen der GC-Fans auf das Spielfeld, woraufhin Tschudi die Mannschaften in der 55. Minute in die Kabine zurückführte und die Partie später abbrach. Jetzt droht dem Schlusslicht der Liga eine 0:3-Forfaitniederlage sowie ein hohe Busse.


16.03.2019 - Silvia Kölbener-Fasel

Sehr aktive Ziegenzucht in der Schweiz

«Ziege ist nicht gleich Ziege»

Mit ihren zahlreichen Bergkantonen ist die Schweiz prädestiniert für eine rege Ziegenzucht. Seit jeher hat dieses Tier für uns Schweizer eine wichtige ökologische, kulturelle und auch touristische Bedeutung. So gehört die Ziege heute je länger je mehr zu den wirtschaftlich interessanten Nutztieren. Gemäss der allgemeinen Information des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes seien Ziegen ausgezeichnete Raufutterverwerter und trügen so aktiv zur grünlandbasierten Milch- und Fleischproduktion bei. Sie fühlen sich in Berggebieten ebenso zuhause wie im Flachland.

 

Im Jahr 2018 waren beim Ziegenzüchterverband offiziell 2’510 Ziegenzüchter mit einem gemeinsamen Gesamt-Herdebestand von 28'870 Tieren registriert. Elf Ziegenrassen sind von diesem Verband anerkannt und bei acht davon handelt es sich um ursprüngliche Schweizer Rassen. Äusserst beliebt sind die Toggenburger Ziege, die gämsfarbige Gebirgsziege und die Saanenziege. Es wird darauf geachtet, gesunde und robuste Tiere zu züchten, die für den Tierhalter eine angemessene Fruchtbarkeit, während mehreren Jahren konstante Milchleistung und eine hochwertige Fleischqualität gewährleistet. Lebhaftigkeit und eine natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten sprechen für eine robuste Gesundheit.

 

Ziegen bringen ihre Jungen von Natur aus im Frühling zur Welt. Die Tragzeit beträgt durchschnittlich 150 Tage. Ziegenmilch und die vielseitigen Milch- und Käseerzeugnisse liegen heute voll im Trend. Auch die Nachfrage nach Ziegenfleisch ist hierzulande vor allem zur Oster- und Pfingstzeit sehr gross. Besonders beliebt sind auch Produkte von Herbst- oder Weideziegen, die den Sommer auf saftigen Alpwiesen verbringen.

 

Gitzifleisch enthält viel wertvolles Eiweiss und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wenig Fett und Cholesterin. Zudem ist das Fleisch – vorausgesetzt es wird schonend zubereitet - äusserst kalorienarm und geschmackvoll. Wohl ein weiteres Argument dafür, dass gerade in der heute sehr umstrittenen Fleischproduktion die Konsumentennachfrage steigt.

 

Hier eines meiner Lieblingsrezepte mit Ziegenkäse für eine einfache und unkomplizierte Mahlzeit: Bereiten Sie pro Person eine Portion marktfrischen Blattsalat (Bsp. Mischsalat, Nüssler, Rauke, etwas Kresse) und raffeln Sie 100 Gramm Knollensellerie an einer groben Gemüseraffel. Richten Sie die beiden Salate auf einen Teller an und schmecken Sie sie mit Salz, wenig Pfeffer, weissem Kräuteressig und einem geschmacksneutralen Öl ab. Zum Garnieren eignen sich 2 bis 3 Baumnüsse und einige Birnenschnitze sehr gut. Grillieren Sie pro Person ca. 60 Gramm milden, nicht zu reifen Ziegenkäse je nach Konsistenz ungefähr 4 bis 6 Minuten und geniessen Sie ihn mit den Salaten und zu gutem, dunklem Bauernbrot. Sellerie lässt sich selbstverständlich auch durch viele andere Rohkostsalate wie Karotten, Kabis, Randen usw. ersetzen.


16.03.2019 - Tony Lax

Christchurch: Gedanken und Gedenken

Es ist unfassbar schrecklich ...

Einmal mehr.

Es ist die Tat eines xenophoben weissen Mannes (einmal mehr), der die Menschen der eigenen Hautfarbe als überlegene Rasse sieht und der die Immigration von Menschen anderer Ethnien (v. a. von Muslimen) als "Invasion" bezeichnet, die zu einem "Austausch" der Rassen, zu einer Verdrängung der Weissen führen würde. Es ist die Tat eines Mannes, der Gedanken formuliert und Begriffe benutzt, die man auch auf Facebook oder auf Twitter zuhauf lesen kann.

Er hat das, was er sagt und denkt nun in die grausame Tat umgesetzt.

 

Das ist das eine, woran ich denke, wenn ich zurzeit an Neuseeland denke.

Das andere und eigentlich erste, woran ich denke, sind die Opfer und der namenlose Schmerz der Hinterbliebenen.

Auf Facebook kursiert inzwischen ein Mem zum 71-jährigen aus Afghanistan stammenden Daoud Nabi, der den Killer bei Eintreten in die Moschee begrüsste – und als erster erschossen wurde.

Ich teile auf Facebook selten Meme, doch dieses habe ich geteilt, weil es wichtiger ist, an einen Menschen zu denken, der seine Arme geöffnet hat, um einen Fremden willkommen zu heissen, als an einen herzlosen brutalen Mörder, der in seiner rassistischen Verblendung zur Waffe greift und skrupellos und feige menschliches Leben auslöscht.

 

Indem ich an Daoud Nabi denke, gedenke ich aller Opfer.

Mit dem hässlichen Menschen, der sie auf dem Gewissen hat, sollen sich die Gerichte beschäftigen.


16.03.2019 – David Aebischer

Beschäftigung von Personen ohne Arbeitsbewilligung in Wallenried

Am Dienstag, 12. März 2019, fuhren mehrere Beamte der Kantonspolizei sowie mehrere Schwarzarbeit-Inspektoren des Amts für den Arbeitsmarkt zwecks Kontrolle bei einem Landwirt in Wallenried auf. Es sollte der Prüfung einer allfälligen Schwarzarbeit sowie des Aufenthaltsstatus' dienen. Bei dieser Grosskontrolle wurden sechs Personen überprüft, mit einigen negativen Feststellungen. Der anfängliche Verdacht wurde bei der Überprüfung im Laufe der befragungen erhärtet. Es handelt sich dabei um den 58-jährigen Landwirten und um ausländische Staatsangehörige im Alter zwischen 27 und 50 Jahren, die bei dem Landwirten „angestellt“ sind. Teilweise sind die Personen im Kantonsgebiet wohnhaft und teilweise sogar ohne bekannten Wohnsitz. Die ausländischen Staatsangehörigen wurden von der Polizei vorläufig festgenommen.

 

Es wurde festgestellt, dass sich alle ausländischen Staatsangehörigen illegal in der Schweiz aufhalten und sich insofern wegen Schwarzarbeit verantworten müssen. Zwei von ihnen wurden am Mittwoch wieder auf freien Fuss gesetzt und eine Person verblieb hinsichtlich seiner Ausschaffung in Haft. Zwei weitere Personen blieben wegen früherer begangener Delikte in Haft.

 

Der Landwirt wird sich u.a. wegen Beschäftigung von Personen ohne Arbeitsbewilligung vor der Justiz verantworten müssen.


16.03.2019 - DMZ

Vladimir Petkovic holt Lichtsteiner

Das Aufatmen war bei vielen gross, als Lichtsteiner ausgemustert wurde. Umso grösser nun diese Schock-Nachricht. Stephan Lichtsteiner kehrt nach über einem halben Jahr ins Nationalteam zurück. Der Verteidiger steht, wohl für die meisten überraschend, erneut im Kader von Coach Vladimir Petkovic für die EM-Qualifikationsspiele gegen Georgien und Dänemark.

 

Einige kleine Anpassungen am Kader, aber kaum Überraschungen. So könnte man das Aufgebot von Nationalcoach Vladimir Petkovic für den Start in die EM-Qualifikation umschreiben. Allerdings eine Nachricht rüttelte einige wach. Die Rückkehr von Captain Stephan Lichtsteiner erwarteten wohl nur die wenigsten National-Elf Fans. Im Herbst hatte Petkovic den 34-Jährigen von Arsenal nur in einem von sechs Länderspielen eingesetzt und anschliessend fehlte der umstrittene Spieler gar gänzlich im Aufgebot. Lichtsteiner der in den letzten Einsätzen eher neben dem, statt auf dem Platz für Schlagzeilen sorgte, holte damit sehr viele Kritiker auf den Plan.

 

Nun liegt es an Lichtsteiner seine Kritiker Lügen zu strafen.


15.03.2019 - Daniel Birkhofer

Die Kehrseite der Medaille

... wie immer hat jede Medaille eine Kehrseite oder sogar zwei... Ich denke aber schon, dass Narrenfreiheit (die haben wir erst gerade dazu genutzt, um Psychohygiene und andere Handlungen unter dem Deckmantel der Narrenfreiheit zu ritualisieren) nicht mit Demokratieverständnis zu verwechseln ist, dass jegliche dumme Handlung (Strassenkauf von Drogen mit anschliessendem "Verpfeifen" und anprangern: was macht denn der Reto Nause in seinem Bern eigentlich in dieser Hinsicht...?) entschuldbar ist oder eben nicht...

Stamm ist ein entscheidendes Wesen - immer. Er "weiss", dass er sich für oder wider eine Aktion entscheiden kann, muss oder will. Dass hier jetzt vor allem Systemeinflüsse ins Zentrum der Betrachtungen gerückt werden, finde ich von daher etwas gar "einfach"; Stamm "weiss" auch, wie seine Parteikollegen der sogenannten Volks-Partei ticken... Er ist ja auch einer von ihnen und von daher bestens "kultiviert" (Tonalitäts- und Stilfragen, reisserische Aufmerksamkeitsauftritte, Diffamierungs- und Stigmatisierungsansatz, notorische Angstmacherei etc.). Stamm ist schlussendlich ein Teil eine Systems, das er selber munter mit aufgebaut hat und möglicherweise in die eigene Abfallgrube fällt... Vieles ist vorhersehbar,; aber längst nicht alles...


15.03.2019 – David Aebischer

Populismus – der neue Boulevard

Das Internet und somit die Sozialen Medien, haben die Medien stark verändert, zum Schlechteren. Statt sich auf das Wesentliche, das Relevante zu konzentrieren und gut recherchiert zu berichten, richten sich Redaktionen immer stärker auf Inhalte aus, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen. Dies findet auch schon bei kleinsten Blättern statt. Unabhängige Zeitungen gibt es kaum noch, die sich auf Qualität konzentrieren. Diese Aufmerksamkeit wird bereits mit jedem einzelnen Beitrag versucht zu erreichen. Denn im Internet zählt nicht wie früher bei der Zeitung das Gesamtprodukt, sondern nur noch der einzelne Bericht. Das ist fatal, da in diesem Fall die Qualität und der Wahrheitsgehalt kaum mehr eine Rolle spielen. Diese generelle Boulevardisierung der Medien führt letztlich zu einer Boulevardisierung der Politik – mit anderen Worten: zu Populismus. Brandgefährliche Entwicklung.

 

Von Anstand und Respekt In der Medienwelt scheinen beide Begriffe nur noch im Bezug auf eigene Belange von Bedeutung. Seit Jahrzehnten werden Personen, Familien und Gruppierungen von, wohl auch narzisstisch veranlagten, Schreibern beleidigt, verleumdet und teilweise sogar zerstört. Meist basierend auf schlechter Recherche, mangelndem zeitlichen Einsatz und vorgefertigten Ansichten des jeweiligen Schreibtischtäters. Eindrücklich ist auch die Zahl an Gegendarstellungen in den diversen Blättern. Empathie sollte in der Ausbildung dieser Schreibkräfte bereits eine übergeordnete Rolle spielen, damit diese „Verbrechen“ an Lebewesen nicht erst gemacht werden. Eigentlich würde es schon reichen, wenn der Schreiber beim Schreiben schon überlegt, wie er sich fühlen würde, über sich solche Aussagen lesen zu müssen. Aber im Austeilen sind auch diese Leute häufig besser als im Einstecken. Diverse Blätter dehnen das Presserecht bis kurz vor die Bruchstelle, um Fotos von Straftätern zu drucken, Politik zu betreiben, Meinung zu machen und Halbwahrheiten zu verbreiten. Menschen werden an den Pranger gestellt und diese Boulevardblätter sind immer mal grosskotzig, apodiktisch, infantil, populistisch und platt. Diese Entwicklung ist sehr besorgniserregend und hat auch schon Menschen in den Tod getrieben. Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, bedarf es einer geschlossenen Reaktion von intelligenten Menschen, die konsequent solche Medien meiden und boykottieren. Letztlich sollte immer die Wahrheit das Mass aller Dinge in der Berichterstattung sein.


15.03.2019 - Patricia Jungo

Deutschfreiburger Jugendarbeit

Der Verein zur Kinder- und Jugendförderung Deutschfreiburg feiert Jubiläum. Seit 15 Jahren gehören diesem Verein die 13 Gemeinden aus dem See- und Sensebezirk an. An der gestrigen Mitgliederversammlung in Gurmels wurde der Startschuss für dieses Jubiläumsjahr gegeben. Gegründet wurde der Verein im Jahre 2004 in Düdingen und seither liegt sein Bestreben im Aufbau, der Stärkung und der Qualität der offenen Jugendarbeit in Deutschfreiburg. Momentan bieten in Deutschfreiburg 10 offene Treffs ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche. Dem VKJ gehören 4 Fachstellen sowie 13 Gemeinden aus dem See- und Sensebezirk an. Von den 13 Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern sind 4 im Vorstand vertreten. Eine gute Zusammenarbeit gewährleistet die optimale Vernetzung und die Sicherung der Qualität. Auch die Gemeinden sollen im Aufbau einer Jugendarbeit unterstützt werden. Zum Jubiläum im September werden Tage der offenen Tür an den Standorten Tafers, Wünnewil, Gurmels, Kerzers, Bösingen, Murten, Schmitten, Düdingen und Flamatt und Plaffeien durchgeführt. Jugendliche und Erwachsene sollen mit dem Anlass „Jugendarbeit on Tour 2019“ die Gelegenheit zu einem Einblick oder zur Teilnahme an Veranstaltungen bekommen. Von Billard, Darts, Tischfussball, Pictionary im grossen Stil bis hin zu einer mobilen Cocktail-Bar (alkoholfrei..) werden spannende Veranstaltungen auf dem Programm stehen.


15.03.2019 - David Aebischer

Terrorismus in Neuseeland?

Zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch wurden angegriffen wobei mindestens 49 Menschen getötet worden sind. Die Regierung spricht von Terrorismus.

Premierministerin Jacinda Ardern stuft die Tat als Terrorakt ein. Der «Terroranschlag» sei «gut vorbereitet» gewesen, sagt die Regierungschefin.

Mehr als 20 Menschen seien schwer verletzt worden und an Autos wurden zwei Sprengsätze gefunden. Diese konnten entschärft werden. Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets.

Ein Mann ist des Mordes angeklagt worden, zwei weitere Männer und eine Frau wurden verhaftet.

An dem Angriff sei ein Australier beteiligt gewesen, sagte der australischen Regierungschefs Scott Morrison und sei von einem «extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen» verübt worden.

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Angst vor weiteren Attacken wurden Schulen und andere öffentliche Gebäude abgeriegelt.

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50''000 Muslime. Die meisten davon sind Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Grösste Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum.Die Stadt Christchurch hat 350'000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.


15.03.2019 - Patricia Jungo

Brennende Ausstellung

„Ästhetische Erwärmung“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, mit der der Freiburger Künstler, Jean-Pierre Humbert, im Museum Murten aufwartet. Fantasievolle und feurige Radierungen, Lithografien und kraftvolle Zeichnungen sind Teil seines breiten Spektrums. Die Bilder erzählen viele Geschichten und die Ausstellung ist ein Streifzug durch sein Schaffen der letzten 50 Jahre. Der Künstler stellte gestern seine Ausstellung vor, die Vernissage findet am Samstag um 18 Uhr im Museum Murten statt. Vorgesehen sind ebenfalls Führungen mit Jean-Pierre Humbert (4.4. und 16.5. jeweils um 19 Uhr). Teil der Ausstellung sind neben aktuellen Werken auch ältere, neu aufbereitete Arbeiten. Der Künstler bedient sich verschiedener grafischer Drucktechniken und auch Zeichnungen fehlen nicht. Er vermischt auch oft die Techniken oder gibt einem älteren Werk mit einer anderen Methode ein neues Gesicht. Seine Werke sind kraftvoll und tragen auch Vergängliches in sich. Hauptbestandteile sind Zerstörung und Verfall. Jean-Pierre Humbert präzisiert dabei, dass für ihn das Ende den Beginn von etwas Neuem darstellt und „nachher vorher“ ist. Für ihn bedeutet dies eine Art Wiederaufleben und das Feuer eine ästhetische Erwärmung. So trägt die Ausstellung auch diesen Namen. Die Techniken, die er jeweils für ein Werk anwendet, bleiben meist ein Geheimnis für den Betrachter, der sich Zeit für ein Bild nehmen und sich davon leiten lassen soll. Landschaften, Städte, Natur, Menschenmassen gehören zu seinen Lieblingsthemen. Meer und Bäume verschmelzen oft mit Menschenporträts. Der in Freiburg lebende Künstler widmet sich schon seit mehr als 50 Jahren dem Kunstschaffen und hat 1985 die Atelier-Galerie Contraste gegründet (auch heute noch Verlagshaus für Bücher und Grafiken), in der Ausstellungen, Wettbewerbe und auch Konzerte stattfinden. Im Verlag ist auch die Monografie „Anachroniques“ erschienen. Sie ist ein Panorama des Lebens von Jean-Pierre Humbert und dient der Ausstellung im Museum Murten als roter Faden.


14.03.2019 - Tony Lax

Glencore versuchte die Kohle weisszuwaschen und Umweltverbände anzuschwärzen

Glencor gibt zu, Millionen für eine verdeckte Kampagne zur moralischen Reinwaschung der Kohle und Diskreditierung von Umweltschutzorganisationen ausgegeben zu haben.

 

Das Vorgehen kommt einem irgendwie bekannt vor:

Entgegen den Ergebnissen aus eigener Forschung, wonach gemäss einem internen Memorandum von 1979 achtzig Prozent der fossilen Reserven im Boden bleiben müssten, betrieben Exxon Mobile und andere Grosskonzerne seit den 80ern eine konzertierte Kampagne zur Leugnung des Klimawandels und seiner Ursachen. Als Mitglieder der "Global Climate Coalition" steckten sie zwischen 1989 und 2002 Millionen US-Dollar in Kampagnen gegen die Klimawissenschaft und deren Erkenntnisse und stellten die zuvor noch als problematisch erkannte Zunahme des CO2-Ausstosses gar als positives Mittel im Kampf gegen den Welthunger.


14.03.2019 - David Aebischer

Der Kantonsarztamt meldet starken Anstieg der Masernfälle im Kanton Bern

Kaum einer kennt sie nicht, die gemeinen Masern. Es juckt und man fühlt sich mehr als nur schlapp. Die Masern sind eine durch das Masernvirus hervorgerufene Infektionskrankheit. Zudem hoch ansteckend und potenziell lebensbedrohlich, wie uns die Geschichte lehrt. Vor allem sind Kinder betroffen. Neben den typischen roten Hautflecken, die ungemein jucken, ruft die Erkrankung hohes Fieber und einen massiv geschwächten Allgemeinzustand hervor. In manchen Fällen treten sogar lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auf. In den meisten Ländern ist die Erkrankung meldepflichtig. Seit Anfang 2019 wurden nun im Kanton Bern 37 Masernfälle gemeldet, was zehnmal mehr ist als in den vergangenen drei Jahren zusammengenommen. Weltweit und auch in der Schweiz sind in den letzten Jahren vermehrt Ansteckungen mit Masern zu verzeichnen.

 

Bei den, in Bern, an Masern erkrankten Personen handelt es sich nicht nur um Kinder, sondern auch um eine Anzahl Erwachsene. Einige davon mussten bereits mit mittleren bis schweren Komplikationen hospitalisiert werden. In Absprache mit dem BAG hat das Kantonsarztamt alle nicht gegen Masern geimpften Schülerinnen und Schüler mehrerer Schulen im Kanton aus Sicherheitsgründen vom Schulbesuch ausgeschlossen. Auch aus Sicht der öffentlichen Gesundheit ist dieser Schritt notwendig.

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt mit Impfstoffen die weltweite Ausrottung der Masern an. Dadurch konnte die Zahl der Erkrankungen in der Vergangenheit schnell reduziert werden. Von 1980 bis 2013 um über 95 %. In Regionen mit hoher Impfrate wie z.B. Nord- und Südamerika sind Masern bereits ausgerottet. Ausser den Impfgegnern, behaupten im Übrigen die meisten Ärzte europaweit, dass die Masernimpfung wirksam vor einer Erkrankung und möglichen Komplikationen schützt .


14.03.2019 - DMZ

Murten-Clavaleyres: Die bernische und die freiburgische Regierung haben das Konkordat unterzeichnet, das die Änderung der Kantonsgebiete regelt

Die bernische und die freiburgische Regierung haben das interkantonale Konkordat über die Änderung ihrer Kantonsgebiete im Hinblick auf die Fusion der Berner Gemeinde Clavaleyres mit der Freiburger Gemeinde Murten unterzeichnet. Dieses Konkordat muss von beiden Parlamenten ratifiziert werden, bevor es den Stimmberechtigten beider Kantone und anschliessend der Bundesversammlung unterbreitet wird.

Das Projekt einer interkantonalen Gemeindefusion zwischen Clavaleyres und Murten hat diese Woche mit der Unterzeichnung des Konkordats zur Änderung beider Kantonsgebiete durch den bernischen Regierungsrat und den Freiburger Staatsrat eine weitere Hürde genommen. An ihren jeweiligen ordentlichen Sitzungen vom 12. März haben die beiden Regierungen den Entwurf des interkantonalen Gebietsänderungskonkordats über den Wechsel der bernischen Einwohnergemeinde Clavaleyres zum Kanton Freiburg genehmigt. 
Dieser Entscheid ist ein weiterer Schritt in Richtung der ersten Gebietsänderung des Kantons Freiburg seit über 200 Jahren. Er ist das vorläufige Resultat einer Absichtserklärung, welche die beiden Regierungen 2016 unterzeichnet hatten, und der Verabschiedung von zwei Gesetzen über die Fusion von Clavaleyres (bernisches Gesetz vom 7. Juni 2017 betreffend den Kantonswechsel der Einwohnergemeinde Clavaleyres im Rahmen eines Zusammenschlusses mit der freiburgischen Gemeinde Murten und freiburgisches Gesetz vom 23. März 2018 über die Aufnahme der bernischen Einwohnergemeinde Clavaleyres durch den Kanton Freiburg und ihren Zusammenschluss mit der Gemeinde Murten). Die Stimmberechtigten der beiden betroffenen Gemeinden hatten den Entwurf der Fusionsvereinbarung zwischen ihren Gemeinden am 23. September angenommen.
Das Konkordat, das diese Woche von beiden Regierungen unterzeichnet wurde, behandelt die Grundzüge der Gebietsänderung. Im Übrigen überträgt es den beiden Exekutiven die Zuständigkeit, Vereinbarungen auszuarbeiten, um noch hängige Fragen zu klären. Aufgrund der Einzigartigkeit des Projekts kann davon ausgegangen werden, dass sich im Verlaufe der Umsetzung des Gemeindezusammenschlusses zwischen Murten und Clavaleyres neue Fragen ergeben werden. 
Das Konkordat legt jedoch einige Grundprinzipien fest, namentlich in den Bereichen Gebiet und Bevölkerung, Recht und Finanzen. So bleiben beispielsweise die bernischen Behörden zuständig für die Bearbeitung von zum Zeitpunkt der Gebietsänderung hängigen Verfahren bis zu deren rechtskräftigem Abschluss. Sämtliche von den bernischen Behörden gewährten langfristigen Bewilligungen (Patente usw.) bleiben nach dem Wechsel zum Kanton Freiburg bis zu ihrem Ablauf gültig. Die Steuern werden bis zur Gebietsänderung von den bernischen Behörden erhoben, anschliessend von den freiburgischen. Der Kanton Freiburg wird auch die Frage der Akontozahlungen regeln. Was die Berner Kantonsstrasse betrifft, die durch die Gemeinde Clavaleyres führt, so wird diese im aktuellen Zustand und ohne finanzielle Entschädigung zu einer Strasse der neuen Gemeinde Murten.
Das Konkordat wird den beiden Kantonsparlamenten vor dem Sommer zur Ratifizierung vorgelegt. Im Falle einer Annahme wird er anschliessend, wahrscheinlich Anfang 2020, den Stimmberechtigten der beiden Kantone gleichzeitig zur Abstimmung unterbreitet, bevor er der Bundesversammlung vorgelegt wird.
Der Konkordatsentwurf wurde von einer interkantonalen Arbeitsgruppe ausgearbeitet, der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen betroffenen Einheiten der bernischen und freiburgischen Verwaltung angehören. Es wurden mehrere interne Vernehmlassungen und im November 2018 eine öffentliche Vernehmlassung durchgeführt.


14.03.2019 - DMZ

In der Schweiz gab es im 2018 Unwetterschäden in der Höhe von mehr als 200 Millionen Franken

Seit zehn Jahren ist dies der höchste Stand. Das letzte, noch viel teurere Jahr war das 2007. Damals registrierte das WSL Schäden von 700 Millionen Franken. Seither bewegten sich die jährlichen Schadensummern zwischen 20 und 200 Millionen Franken. Die höchsten Schäden in den letzten 47 Jahren verzeichnete das WSL im Jahr 2005 nach dem Jahrhunderthochwasser mit rund 3 Milliarden Franken.


13.03.2019 - Patricia Jungo

Das Aus für den Krankenkassen-„Telefonterror“?

Werbeanrufe gehören zu den nervigen Angelegenheiten. Wie oft klingelt unser Telefon und eine unbekannte Person strengt sich unglaublich an, uns eine neue Krankenversicherung anzudrehen. Ausser der Tatsache, dass solche Anrufe nerven, schaden sie auch dem Ruf der Branche. Das Parlament will nun aufdringliche Vermittler stoppen. Der Nationalrat berät einen Vorstoss, der diesem Krankenkassen-„Telefonterror“ den Garaus machen soll. Die entsprechende Motion wurde vom Ständerat im Dezember angenommen. Ob dieser Vorstoss jedoch auch Erfolg haben wird, hängt noch von einer etwas heiklen Detailfrage ab. Die zentralen Massnahmen umfassen dabei ein allgemeines Verbot des telefonischen Kundenfangs nach dem Zufallsprinzip und eine obligatorische Ausbildung für Makler. Bei diesen Punkten sind sich alle einig. Anders jedoch bei der Frage der Vermittlerprovisionen. Ausschliesslich für die Grundversicherung (OKP) plant der Ständerat eine allgemeinverbindliche Branchenlösung mit einer Obergrenze. Der Nationalrat hingegen will, dass es diese Obergrenze auch im Bereich der Zusatzversicherungen gibt. Gerade bei der Vermittlung dieser Zusatzversicherungen machen unabhängige Makler ihr Geld. Krankenkassen dürfen nur in diesem Bereich Gewinn machen und entsprechend ist auch ihr Einsatz zum Erwerben von Neukunden. Wenn es keine Obergrenze dabei gibt, besteht die Gefahr, sich bei den Provisionen gegenseitig zu überbieten, um von den Maklern möglichst viele Abnehmer für die Versicherungspolicen zu bekommen. Wer da nicht mitmacht, riskiert einen Wettbewerbsnachteil, was die schwarzen Schafe wiederum dazu verleitet, alles auf die verpönten Werbeanrufe zu setzen und dies meist vom Ausland aus. Genau dieser Mechanismus führte im letzten Herbst dazu, dass der Concordia-CEO, Nikolai Dittli, der Gesundheitskommission des Ständerates eine E-Mail zukommen liess. Er betonte darin; und dies im Namen der sieben grössten Krankenkassen, dass eine Begrenzung der Provisionen auch bei den Zusatzversicherungen absolut notwendig sei, da sonst weder die Kaltakquise noch die Gesamthöhe der Provisionen vermindert würden. Die Politik soll nun einen Kompromiss als verpflichtend deklarieren, der vorsieht, dass die Provision bei einem Neuabschluss in der Grundversicherung maximal Fr. 70.00 betragen darf. Es geht also darum, das Geschäft von dubiosen Maklern stark einzuschränken. Solche Vermittlerfirmen sollen sich nicht mit Prämien- und Steuergeldern finanzieren dürfen. Falls es auch eine Obergrenze bei der Zusatzversicherung gibt, sind die Folgen für die Vermittler noch gravierender. Sie sollen maximal eine Jahresprämie als Vergütung bekommen. Stephan Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung des Maklerzentrums Schweiz, sieht darin eine Gefahr für die ganze Branche. Er ist sich des schlechten Rufes bewusst, betont aber auch, dass der Informationsbedarf im Bereich der Krankenkassen sehr gross sei und diese auch wenig Aussendienstmitarbeiter hätten, welche diese Informationen vermitteln könnten. Diese Lücke würde durch die Vermittlerbranche gefüllt. Auch der Onlinedienst Comparis mahnt vor einer Beschneidung der Provisionen. Noch ist offen, ob das Nationalratsplenum alle Wünsche der Krankenkassenlobby berücksichtigen kann. Wo sich einige Mitglieder der FDP und SVP für die weniger einschränkende Lösung des Ständerats aussprechen, beantragt der SVP-Fraktionschef, Thomas Aeschi, gar, die ganze Motion zu versenken. Wenn die grosse Kammer die Regulierung der Provisionen dennoch auf die Zusatzversicherungen ausdehnt, muss dem auch der Ständerat zustimmen.


13.03.2019 - DMZ

Mit Leichtsinn zum Lawinenopfer und Gefahr für andere

Hunderttausende zieht es jeden Sommer zur Erholung in die Alpen. Vor allem Wandern und "Walking" liegen im Trend. Doch immer wieder fordert der Berg Opfer. Steinschlag, ungenügende Ausrüstung, Herzanfälle, vor allem aber Leichtsinn und Selbstüberschätzung: Alljährlich sterben hunderte Menschen bei Bergunfällen, tausende werden verletzt.

 

Bei einem Lawinenunglück am schottischen Ben Nevis kamen gestern drei Menschen ums Leben, darunter ein Schweizer.

 

In der Schweiz sind so viele Menschen verunglückt wie nie zuvor. Fast ein Fünftel mehr Menschen mussten aus einer Notlage gerettet oder geborgen werden, meistens wegen Leichtsinn, der in Not geratene. Die Bergrettungsorganisationen bargen 2018 in den Alpen und im Jura 3211 Personen, wie der Schweizer Alpen-Club (SAC) am Mittwoch mitteilte. 1021 Personen konnten gesund oder nur leicht verletzt gerettet werden. Im 2019 dürften es weit mehr werden.

Auch deutlich mehr Skitourengänger verunglückten tödlich. Die Ursachen waren vor allem Lawinenunfälle, Erschöpfung und Erfrieren. Diesen Winter sind viele Menschen durch Lawinen getötet worden, auf Variantentouren und neben der Piste. Experten kritisieren Varianten-Abfahrer.


Bild: zhref.ch
Bild: zhref.ch

13.03.2019 - Tony Lax

Nun wird die Konzernverantwortungsinitiative wohl vors Volk kommen: Der Ständerat hat den Gegenvorschlag seiner Kommission abgelehnt.

Es war ein Gegenvorschlag, mit dem eh keiner mehr leben konnte. Die KVI-Initianten deshalb nicht mehr, da die von der Rechtskommission des Ständerats vorgelegte Version derart verwässert worden sei, dass mit dieser die Schweizer Konzerne kaum mehr griffig wegen Menschenrechtsverletzungen oder Verstössen gegen internationale Umweltstandards hätten belangt werden könne. Grund dafür war das von den Wirtschaftsverbänden geforderte und von der Kommission auch in den Gegenvorschlag hineingenommene Subsidiaritätsprinzip. Gemäss diesem können Schweizer Konzerne nur noch dann in der Schweiz zur Verantwortung gezogen werden können, wenn dies am ausländischen Sitz ihrer Tochtergesellschaft, also in jenem Land, in dem das mutmassliche Verstoss stattgefunden hat, nachweislich nicht möglich ist.

 

Die Schweizer Konzernlobby, die auf die Installation dieses Prinzip anstelle der bis dahin formulierten Haftungsklausel gepocht hatte, konnte sowieso nie mit irgendeiner Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit leben und so ging ihr konsequent auch der letzte Gegenvorschlag, trotz eingebautem Subsidiaritätsprinzip, noch viel zu weit. Die Wirtschaftsverbände sehen noch stets eine unabwendbare Flut von erpresserischen ausländischen Klagen auf Schweizer Unternehmen losbrechen und eine fatale "Amerikanisierung unserer Rechtssysteme". Daher will man lieber weiterhin auf den "konstruktiven Dialog" bauen, wie dies ja auch "UNO und OEDC empfehlen", schreibt ein gegnerisches Komitee auf seiner Webseite ("Erpresserische-Klagen-Nein"). Allerdings verlangen UNO und OECD gemäss ihren Leitsätzen und Leitprinzipien ein strengeres Vorgehen bei der Sorgfaltsprüfung als der Gegenvorschlag, der lediglich davon spricht, dass diese Sorgfaltsprüfung "angemessen" sein müsse.

 

Die Initianten, die ihre Initiative bei einer parlamentarischen Annahme des vorgängigen Gegenvorschlags noch zurückgezogen hätten, haben angekündigt, dies nicht mehr zu tun, falls die neue Version durchkommen würde und wappneten sich bereits vor dem Ausgang der aktuellen ständerätlichen Beratungen für den Abstimmungskampf.

 

Tatsächlich waren sie schon mehrmals Kompromisse eingegangen bzw. haben den Gegnern Konzessionen gemacht, da diese Abstriche, so Public Eye, stets noch wettgemacht würden "durch die Tatsache, dass mit dem Gegenvorschlag gesetzliche Massnahmen schneller in Kraft treten als mit der Volksabstimmung". Denn der vom Nationalrat verabschiedete Gegenvorschlag formuliere ebenfalls verbindliche Regeln mit einem Haftungsmechanismus bei allfälligen Verstössen, auch wenn dabei die Haftung nur noch eingeschränkt und auch nicht mehr, wie die KVI es verlangte, die internationalen Standards gelten sollen, sondern nur noch diejenigen, die vor der Schweiz ratifiziert wurden. Zudem sind auch nur noch grosse Unternehmen betroffen, die über zwei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre je eine Bilanzsumme von 40 Millionen Franken, einen Umsatz von 80 Millionen Franken oder 500 Vollzeitstellen aufweisen. Das in den Gegenvorschlag eingebrachte Subsidiaritätsprinzip aber hat nun aber jegliche Kompromissbereitschaft überdehnt

 

Nun geht das Geschäft also erneut zurück an die grosse Kammer, die an einem Gegenvorschlag, der nicht mehr dazu führen wird, dass die Initianten ihr Begehren zurückziehen, freilich kaum mehr Interesse haben wird. Und damit wird die Initiative nun wohl endgültig vors Volk kommen – pur, ohne Gegenvorschlag.

 

Angesicht der ständerätlichen Argumentation, dass man die Angelegenheit über einen Abstimmungskampf entscheiden will, lässt sich erahnen, dass das Schlachtgetümmel mal wieder besonders laut werden wird.


13.03.2019 - DMZ

Mein Mittelland

Wer sich gerne einmal in der Zeitung zeigen möchte und sein ganz persönliches Mittelland, oder "seinen" Teil davon vorstellen möchte, kann dies, indem er dieses Formular ausfüllt und abschickt.

 

Viel Spass! Wir freuen uns auf eure Einsendungen.


13.03.2019 - David Aebischer

Futurebuilt eröffnet Niederlassung in Wien

Alexander Ramseier, ursprünglich aus dem Kanton Freiburg,  hat mit seinem Beratungsunternehmen Futurebuilt eine Wiener Niederlassung eröffnet.

Futurebuilt startete 2014 in Zürich und unterstützt Unternehmen sehr erfolgreich bei der digitalen Transformation und der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse. Alexander Ramseiers erklärtes Ziel ist, die kreativste und innovativste Beratungsagentur in Europa zu werden.

 

Futurebuilt Energize will darüber hinaus möglichst vielen Menschen, die in Gebieten wohnen, wo dies nicht selbstverständlich ist, Wasser, Strom und Licht zur Verfügung zu stellen. Es werden damit vor allem Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Afrika, Asien und Südamerika, aber auch Smart Cities angesprochen. Beim Pioneers Festival 2014 zählte Futurebuilt mit dem Smart City Cloud Project zu den Top150 Startups.


13.03.2019 - David Aebischer

Vermisst

Wie man teilweise noch heute Posts findet, wurde in Biel letztes Wochenende ein Bub vermisst. Dieser Post wurde abgesetzt und wird auch heute noch, nach Auffinden des Jungen, munter weitergeteilt. Eine Unart im Netz, einfach einmal teilen, wird dann schon gut sein, statt sich zuerst davon zu überzeugen, ob die Meldung echt ist und allenfalls auch aktuell. Auch die Behörden haben eine Vermisstenmeldung über die sozialen Medien verbreitet. Das ist soweit sinnvoll. Schliesslich hat die Polizei den Jungen gefunden. Verschwindet jemand, werden aber auch oft private Fahndungsaufrufe im Internet, etwa auf Facebook, tausendfach verbreitet, wie gesagt, teilweise noch Jahre danach. Natürlich kann man die grosse Besorgnis in einer solch extremen Situation verstehen und dass auch viele Menschen einfach helfen möchten. Aber stattdessen schaden sie meistens mehr, als dass sie mit Teilen einer solchen Meldung auch effektiv helfen. Zudem ist so ein Aufruf im Netz heikel und kann für die betroffene Person schwerwiegende Nachteile haben. Es kann durchaus sein, dass die gesuchte Person in einer grossen Krise ist und sich deshalb zurückgezogen hat, bewusst. Wenn sie von der Suche erfährt, kann das die Krise verschlimmern. Möglicherweise kommt die Person dann wegen schlechtem gewissen oder aus Scham nicht zurück und meldet sich nicht. Durch das tausendfache Teilen bleiben diese Informationen für sehr lange Zeit im Netz gespeichert. Auch für Angehörige sind solche Posts kaum hilfreich, da sie dadurch eine riesige Flut an Hinweisen erhalten. Viele Hinweise sind nicht brauchbar, falsch oder gar irreführend. Es ist sehr belastend, wenn man all diese Hinweise bekommt und das Gefühl hat, man müsse diesen nachgehen, aber man schafft es nicht. Damit diese Situation nicht zusätzlich für alle Betroffenen verschlimmert wird, sollte man sich vorher überlegen, welche Schritte man persönlich unternehmen will, muss.


Hal Blaine nach seinem Händeabdruck auf dem RockWalk in Hollywood 2008 (dpa/ AP / Kevork Djansezian)
Hal Blaine nach seinem Händeabdruck auf dem RockWalk in Hollywood 2008 (dpa/ AP / Kevork Djansezian)

12.03.2019 - DMZ

Der legendäre und doch für viele unbekannte Schlagzeuger Hal Blaine ist tot

Er hat auf Platten gespielt, die sich hunderte Millionen Mal verkauften und trotzdem haben ihn nur wenige gekannt, oder je seinen Namen gehört. Auch wer ihn nicht gekannt hat, schätzte seine Arbeit, denn seine Beats waren wegweisend. Diese Seltsamkeit begleitete Hal Blaine trotz enormem Arbeitseifer ein Leben lang. Blaine war ein Mann im Schatten. Auf über 6.000 Aufnahmen hat er gespielt, darunter befanden sich 150 Top-Ten- und 40 Nummer-eins-Hits. Viele zählen gar zum Weltkulturerbe. Rechnet man Werbejingles, Fernseh-Signations und Soundtracks mit ein, soll sein Erbe an die 35.000 Aufnahmen umfassen. Nun ist Hal Blaine gestorben. Er hielt den Rhythmus für Elvis Presley und John Lennon und hat mit dem Eröffnungsbeat zu Be My Baby von den Ronettes eine Vorlage entworfen, die bis in die Gegenwart kopiert wird.


12.03.2019 - David Aebischer

Der Nationalrat will mehr Geld ausgeben, aber nicht für alle

Lassen Eltern ihre Kinder extern betreuen, sollen sie künftig bei der direkten Bundessteuer bis zu 25'000 Franken abziehen können. Und nur, bei einer Fremdbetreuung. Hier sucht man vergebens eine Logik oder Fairness im System. Trotzdem stimmte der Nationalrat am Dienstag dem höheren Abzug für die Kinderbetreuung deutlich zu. Die grosse Kammer folgte damit ihrer vorberatenden Wirtschaftskommission und dem Bundesrat, die beide vergangenen Mai vorgeschlagen haben, das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer so zu ändern, dass Kinderdrittbetreuungskosten steuerlich vermehrt zum Abzug gebracht werden können. Die Summe entspricht den ungefähren Kosten für einen nichtsubventionierten Krippenplatz für fünf Tage pro Woche. Und was ist mit den Familien, die ihre Kinder selber betreuen? Ist es nicht paradox, Anreize zu schaffen, Kinder in fremde Obhut zu geben, damit Eltern arbeiten gehen können, um letztlich die Krippenplätze bezahlen zu können? Die steuerliche Berücksichtigung von Fremdbetreuungskosten könne ein Argument sein für Frauen, die ins Erwerbsleben einsteigen möchten, sagte Kathrin Bertschy (GLP/BE) im Namen der Kommission. Die Betreuungskosten seien für viele junge Familien zu hoch. Bei dieser Argumentation fragt man sich, wieso man eine Familie gründet? Und wieso wird immer (noch) nur im Bezug auf Frauen argumentiert? Was ist mit den vielen Männern, die in der Schweiz ihre Kinder betreuen?

 

Die Massnahmen sind generell unbrauchbar.

Nur Familien mit sehr hohen Einkommen profitierten wirklich, es entstünden keine wirklichen Anreize für Frauen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, erklärte Prisca Birrer-Heimo (SP/LU). «Wir sind vielmehr der Meinung, dass statt der Schaffung von Steuersubventionen die Kosten für externe Kinderbetreuung gesenkt werden müssen.» Dies ist ein Ansatz, wobei sich die Frage stellt, wieso man nicht Familien entlastet, die ihre Kinder selber und auf eigene Kosten betreuen? Jede Familie, unabhängig von Lebensform und Einkommen, sollte für jedes Kind eine Gutschrift erhalten, nur dann wäre es fair und vernünftig.


12.03.2019 - David Aebischer

Kampf dem „Gender Unfug“

Am 6. März hat eine Gruppe des „Vereins Deutsche Sprache“ (Dortmund) eine Petition gegen die Gendersprache gestartet.. Die Schriftstellerin Monika Maron, der Journalist und Autor Wolf Schneider, der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Walter Krämer, sowie der frühere Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus sind die Initiatoren der Petition, die wissen wovon sie sprechen. Zumindest, wenn man ihre Petition liest. Sie wenden sich nach eigenen Angaben „aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache“ an die Öffentlichkeit. Konkret fordern sie damit, dass insbesondere die Stadt Hannover die kürzlich eingeführte Gendersprache in der Verwaltung wieder abschaffen soll. Bislang haben rund 3.500 Personen die Petition unterschrieben, darunter grosse Prominenz; der ehemalige „Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann, Peter Hahne, Bastian Sick, Dieter Nuhr, Dieter Hallervorden, Christoph Morgner, Prof. Harald Seubert sowie die Schriftstellerinnen Judith Herrmann und Sibylle Lewitscharoff. Auch in der Schweiz greift die Gendersprache um sich. Die Versicherung Swiss Re verbietet das männliche Pronomen «er», was mehr als verwirrt, die Uni Bern empfiehlt in einem Sprachleitfaden für wissenschaftliche Texte die Verwendung des Gender-Gap, und Genderforscher setzen sich gar für geschlechterneutrale Endungen mit Sternchen ein. Bei diesen Anpassungen handelt es sich durchaus nicht um vorgezogene Aprilscherze, sondern sind Realität. Für die Befürworter dieser Anpassungen ist klar, dass die Sprache unser Denken und Handeln bestimmt und solange sie nicht alle Personen einschliesst würden Ausgrenzungen zementiert.

 

Die Verfasser der Petition nennen dagegen vier, doch etwas nachvollziehbarere Gründe, die gegen die Gendersprache sprechen. Erstens gebe es keinen festen Zusammenhang zwischen dem natürlichen und grammatischen Geschlecht. Ein einleuchtendes Argument mit Gewicht. Zweitens entstünden „lächerliche Sprachgebilde“ wie z.B. „die Radfahrenden“ und „die Fahrzeugführenden“. „Der Grosse Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch.“ Dazu käme in jüngster Zeit „als weitere Verrenkung noch der seltsame GenderStern“. Drittens sei die neue Sprachform nicht durchzuhalten, sonst müsste es etwa „Bürgerinnen- und Bürgermeister“, „Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt“ oder „Christinnentum“ heissen. Viertens trügen „solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen“. Aus diesen Passagen aus dem Petitionstext kann man die Entrüstung der Verfasser deutlich rauslesen.


12.03.2019 - Patricia Jungo

Bundesrat entscheidet weiterhin alleine über Waffenexporte

Im Ständerat wurde darüber beraten, von wem die Kriterien für Waffenexporte festgelegt werden sollen. Heute regelt der Bundesrat die Kriterien für Waffenexporte in einer Verordnung, bei der kein Veto vom Parlament möglich ist. In einer Motion der BDP-Fraktion wurde gefordert, dass die Bewilligungskriterien im Kriegsmaterialgesetz schriftlich festgehalten werden. Diese Motion war die Reaktion auf den Entscheid des Bundesrats vom Juni 2018, die Bewilligungskriterien für Waffenexporte zu lockern. Daran wurde breite Kritik geübt. Der Vorstoss der BDP zielte darauf hin, die Kriterien im Gesetz festzuschreiben, damit das Parlament und im Falle eines Referendums das Volk über Lockerungen oder Verschärfungen entscheiden würde. In der Herbstsession im September wurde die Motion der BDP, welche einen grundsätzlichen Kompetenzverlust des Bundesrats zur Folge haben würde, vom Nationalrat angenommen. Schliesslich kam der Bundesrat im Oktober auf seinen Entscheid zurück, sah von der geplanten Revision der Kriegsmaterialverordnung ab und begründete dies damit, dass die politische Unterstützung vor allem in den sicherheitspolitischen Kommissionen nicht mehr gegeben sei. Zu befürchten wären auch kontraproduktive Folgen für die bestehende Bewilligungspraxis; sprich deren Verschärfung. Der Ständerat hat in seiner gestrigen Sitzung nun beschlossen, dass der Bundesrat auch weiterhin selbständig entscheiden kann, nach welchen Kriterien Waffenexporte bewilligt werden. Dies wurde mit einer knappen Mehrheit von 20 zu 17 Stimmen bei 6 Enthaltungen beschlossen.


www.uni-frankfurt.de - Bildquelle
www.uni-frankfurt.de - Bildquelle

12.03.2019 - Patricia Jungo

Ein Hoch auf die Lesefähigkeit

Kinder, Jugendliche und auch Eltern sind in Sachen Medienkompetenz in unserer Zeit gefordert. Diese muss ständig angepasst und weiterentwickelt werden. Der Begriff ist nicht mehr gerade der jüngste. Das erste Mal sind wir ihm kurz nach den ersten Gehversuchen des Internets begegnet. Eltern hatten viele Ängste und Sorgen damit und auch in den Schulen wurde das Schulfach Medienkompetenz verlangt. Seither hat sich ja auch einiges getan, wobei die technologische Entwicklung weit schneller unterwegs war, als wir es uns hätten vorstellen können. Die sozialen Netzwerke haben dem Web ein ganz anderes Gesicht verpasst und heute geben Kinder und Jugendliche ihr Smartphone kaum mehr aus der Hand und die Erwachsenen haben kaum mehr Kontrolle darüber. Eltern und Erzieher fühlen sich oftmals überfordert, wenn es um Medienerziehung geht. Zudem verstehen nicht alle dasselbe unter Medienkompetenz, was die Sache auch nicht gerade einfacher macht. Es drängt sich immer mehr ein neuer (und doch alter) Begriff in den Vordergrund; und den verstehen wir alle: die Lesefähigkeit. Auch dieser Begriff erweitert sich im Medienzeitalter. So müssen zum Beispiel Computerspiele ganz anders gelesen werden als Bücher, da sie ja auch anders funktionieren. Ein differenziertes Hintergrundwissen gehört zur Lesefähigkeit. Kinder und Jugendliche kennen sich zwar in der digitalen Welt sehr gut aus, doch oft überwiegt „das Bedienen“ und das „Einordnen können“ fehlt. Beispielsweise werden vielfach bei den sozialen Medien weder die Absichten der Betreiber noch die Folgen von eigenen Handlungen richtig eingeschätzt. Die Fähigkeit zur Einordnung ist eine sehr wichtige Erziehungsaufgabe von uns Erwachsenen, um unsere Kinder im Medienzeitalter zu begleiten, fördern und auch zu schützen. Wo ist denn aber diese Lesefähigkeit heute ausser in Büchern, Texten, Schule und Computerspielen gefragt? Als erstes denken wir bestimmt ans Internet als Informationsquelle. Diese müssen misstrauisch gelesen und geprüft werden. Onlinenachrichten sind oft gar keine Nachrichtenseiten, sondern Shops, wo man uns etwas andrehen will. Fake-News machen in unglaublicher Geschwindigkeit die Runde. Sie wollen erkannt, getestet werden und dies setzt entsprechende Lesefähigkeit voraus. Sogenannte „Free to play“ Spiele geben vor, gratis zu sein und locken mit anfänglichen unentgeltlichen Ködern, die dann rasch mit Nachschub gegen Bezahlung ersetzt werden. In Hasstexten lassen viele Internetbenützer Dampf ab und wähnen sich im Irrglauben, dass ihre Drohungen und Beleidigungen keine Konsequenzen haben. Auch Kinder und Jugendliche werden Opfer und sich dagegen zur Wehr zu setzen und seine Rechte zu kennen, verlangt Lesefähigkeit. Die Liste könnte lange fortgesetzt werden. Da schon wir Erwachsenen mit alldem oft überfordert sind, versteht es sich von selbst, dass die Kinder und Jugendlichen Begleitung brauchen. Sie sollen ja lernen, die Geschehnisse richtig einzuordnen. Genau dies setzt entsprechende Lesefähigkeit voraus. Diesen Herausforderungen müssen wir Erwachsenen uns in Elternhaus, in der Schule und in unserer Gesellschaft schlechthin stellen.


11.03.2019 - DMZ

Fanatismus bei Fans

Die Bezeichnung "Fan" ist abgeleitet vom Wort "fanatisch". Das kennen die meisten Menschen. Der Fan im engeren Sinn ist durch das unbedingte Fürwahrhalten der betreffenden Vorstellung und meistens durch Intoleranz gegenüber jeder abweichenden Meinung gekennzeichnet. Dies macht es schwer über „sein“ Hauptthema überhaupt eine vernünftige Diskussion führen zu können.

 

Der Fanatiker will auch meistens andere von seinen Ansichten überzeugen. Dieses missionarische Eifern lässt jedoch seinerseits keinerlei Zweifel an der Richtigkeit und dem besonderen Wert seiner Überzeugungen zu. Vielmehr verteidigt der Fan sein Objekt der Begierde, seinen Club, gegen jede Infragestellung und ist dabei einer vernünftigen Argumentation nicht mal mehr zugänglich. Die betreffende Vorstellung ist seinem kritischen Denken vollends abhanden gekommen. Damit verbundene negative Konsequenzen für sich selbst oder andere werden als solche weder erkannt, noch anerkannt. Es liegt auch in der Natur der Sache, dass nicht jeder, der sich besonders für eine Sache interessiert, sich auch als Fanatiker im üblichen Sinn sieht oder fühlt. Die Bezeichnung alleine ist also etwas irreführend. Nicht zuletzt deswegen ist der Fan ein beliebtes Objekt in der wissenschaftlichen Forschung.

 

Ein Fan hat eine soziale Beziehung zu seinem Fanobjekt. Bezeichnenderweise ist das meistens eine Person oder Personengruppe, der er selbst nicht angehört. Ein einfaches Beispiel ist, wie oben bereits gezeichnet, der Fussballfan. Er geht gerne in Stadien, studiert Tabellen und interessiert sich für die Startaufstellung beim nächsten Heimspiel und ist meist auch sehr viel schlauer, als der jeweilige Trainer seiner Mannschaft. Mitspielen kann der Fan aber nicht, das heisst, die Personengruppe ist ihm in einer direkten Beziehung kaum zugänglich, er ist also weitestgehend ausgeschlossen.

 

Vielfach kann beobachtet werden, dass der Fan Abstriche im Job und im Privatleben macht. Bei Extremfans kann die Liebe zum Fussball schnell zur Sucht werden. Extreme Fans sind wie gesagt die Ausnahme, aber es gibt sie dennoch.

 

Was zunächst wie die lächerliche Übersteigerung eines Hobbys klingt, ist in den Augen des bekannten Pädagogen Fedor Weiser ein ernstzunehmendes Problem, der die Fussballsucht als eine von vielen nicht stofflichen Süchten bezeichnet.

 

Für die meisten Fans ist ihre Leidenschaft oder ihr Idol nicht Lebensinhalt, sagt wiederum Dr. Mike Schäfer, aber es gäbe auch Fälle, in denen die Liebe zum Fanobjekt so stark ausgeprägt ist, dass viele negative Konsequenzen drohen. Extreme Fans konzentrieren sich vielfach nur noch auf das Fanobjekt. Dabei werden Freunde und Familie vernachlässigt bis sogar Beziehungen zu Bruch gehen können. Dies meistens aus dem Grund, weil das Gegenüber das Fanobjekt kritisiert oder die Leidenschaft nicht teilt. Diese Menschen werden dann ausgeschlossen, der Anfang vom Ende. Im vielen Fällen haben diese Menschen nur noch Fans als Freunde. Wer in seinem Bekanntenkreis also Fans hat, die Schreine bauen für deren Club, keine Zeit mehr haben für andere Beschäftigungen, immer wieder nur von diesem Thema sprechen oder andere Eigenheiten zeigen, sollte versuchen ein ernstes Gespräch zu führen, bevor es zu spät ist und die Beziehung zerbricht.


11.03.2019 - DMZ

Biel: Vermisster Knabe gefunden

Gemäss Informationen der Kantonspolizei Bern wurde der Junge, der seit Samstag in Biel vermisst war, ist in der Nacht auf Montag wieder gefunden. Der 8-Jährige sei wohlauf.

 

Der seit Samstag, 9. März 2019, in Biel vermisste 8-jährige Junge konnte in der Nacht auf Montag, 11. März 2019, gefunden werden. Gestützt auf den Zeugenaufruf gingen bei der Kantonspolizei Bern zahlreiche Meldungen ein. Im Rahmen der umfangreichen Suchmassnahmen konnte der vermisste Junge schliesslich angetroffen werden. Er ist gemäss aktuellen Erkenntnissen wohlbehalten und wurde in betreute Obhut gegeben.

 

Abklärungen zu den Umständen des Verschwindens des Jungen wurden aufgenommen. Aus Rücksicht auf die Betroffenen und insbesondere mit Blick darauf, dass ein Kind involviert ist, werden an dieser Stelle keine weiteren Angaben gemacht.


11.03.2019 - David Aebischer

Klimaschutz, aber bitte ihr andern!

Wie man in den letzten Wochen feststellen durfte, befürworten Jugendliche v.a. in der Deutschschweiz grundsätzlich radikale Massnahmen gegen den Klimawandel. Es scheint allerdings, dass dies nur gilt, wenn es nicht die Jugend direkt betrifft. Konkrete Schritte gegen Handys oder für Diesel- und Benzinmotorenverbote werden abgelehnt. Auch einen Verzicht auf Flugreisen oder Fleisch lehnt eine Mehrheit einer Umfrage zufolge ab.

 

Viele Schülerinnen und Schüler, die jetzt Transparente hochhalten, auf denen Dinge stehen wie «Ihr klaut uns unsere Zukunft» sind also nicht wirklich sehr glaubwürdig, noch originell in der Schuldfrage. Klimaschutz geht uns alle an, da kann man nicht die „Anderen“ dazu aufrufen, nun endlich etwas zu tun. Natürlich sind sich auch einige Streikende des Widerspruchs durchaus bewusst und wollen auch am eigenen Lebensstil etwas ändern. Aber schnell wird etwas ergänzt, wie z.B.: Es gehe ja nicht nur ums Fliegen, sondern ums Konsumverhalten im Allgemeinen. Doch auch genau hier, möchte man bei der Jugend möglichst minimale Abstriche machen.

 

Einerseits sind 69 Prozent der Meinung, die Menschen müssten sofort handeln, um endlich etwas zu ändern. Fast eben so viele Jugendliche fordern, dass die Politik radikale Massnahmen gegen Umweltsünder ergreift. Nur wer entscheidet, wer Umweltsünder ist und wer nicht?


11.03.2019 - Tony Lax

Wenn Fasnacht nicht mehr lustig ist

Eigentlich könnte alles so schön bunt, fröhlich ausgelassen, da ein bisschen schräg und dort ein bisschen laut sein.

 

Doch Schlagzeilen machen leider weniger die kreativ-närrischen Gewänder, die schrillen Guggen und die stichelnden Schnitzelbänke, sondern vor allem ein Ereignis im Herzen der Schweiz und eines am deutschen Nordrand: In Schwyz geht eine Gruppe in Ku-Klux-Klan-Kutten mit brennenden Fackeln auf den Marsch und in Hamburg geht in einer Kita das Indianerkostüm nicht mehr als Fasnachtsoutfit durch.

 

Die durch diese beiden Ereignisse ausgelösten Empörungswellen schlagen erwartungsgemäss hoch und bringen das gesellschaftliche Narrenschiff in moralische Seenot.

 

Während sich die einen über den Fackelzug der Schwyzer Kapuzenmänner (und -Frauen?) empören, empören sich die andern darüber, dass jetzt auch schon Winnetou auf dem Index steht und einer, so findet man, weltfremden Political Correctness zum Opfer fallen soll. Und natürlich empört sich jede Seite auch über die Empörung der anderen.

 

Wenn auch beide Empörungsanlässe demselben Kontext entspringen, so geht es dennoch nicht beide Male ums Gleiche. Und trotzdem sind beide Ereignisse auch eng miteinander verknüpft.

 

In beiden Fällen handelt es sich zwar um Kostümierungen, die auf reale Menschengruppen referieren, doch von den zwei Outfits ist nur das Indianerkostüm eine echte Verkleidung, die dazu dient, um in der kurzen fünften Jahreszeit mal jemand ganz anderes zu sein, als man in den restlichen vier Jahreszeiten üblicherweise ist.

 

Die KKK-Kostümierung der Schwyzer hingegen dient vielmehr der Zurschaustellung und Verherrlichung einer Ideologie, die von den Kostümierten offenbar auch vertreten wird. Die Kapuzenleute nehmen die Fasnacht somit nicht zum Anlass, um in eine fremde Rolle zu schlüpfen, sondern vielmehr dazu, um endlich mal ihr eigentliches Gesicht zu zeigen. Als fasnächtlich – im Sinne der traditionellen Verkehrung aller Verhältnisse – könnte man einen solchen Mummenschaz höchstens gerade dann noch hinnehmen, wenn unter den Roben, statt wie mittlerweile bestätigt, rassistisch kontaminierte Weisse, vielmehr aufklärerisch motivierte Schwarze stecken würden, die mittels der Maskierung das Menschenverachtende der Herrenmenschenideologie des KKK demaskieren Das wäre allenfalls anregend irritierend. Aber auch höchst unwahrscheinlich.

 

Nicht weniger irritierend scheint mir allerdings auch, dass im bisherigen Social-Media-Geplänkel über diese beiden Ereignisse die Verbindungslinien zwischen ihnen noch kaum eingehender thematisiert wurden, also der Bezug zwischen den reellen Menschengruppen, die mit diesen Kostümen jeweils repräsentiert werden.

 

Es ist nämlich eine schreckliche und traurige Geschichte, die diese beiden Gruppen miteinander verknüpft.

 

Und es ist nicht nur die Geschichte einer Nation, die mit einem Ethnozid beginnt; die Geschichte jenes Staates, der gerne als die "älteste Demokratie" der Welt bezeichnet wird und dessen Verfassung die darin gepriesenen Menschenrechte dem nichtweissen Teil der Bevölkerung sehr lange vorenthielt; es ist eine Geschichte von Unterdrückung, Vertreibung und Massenmord.

 

Es ist die Geschichte von chauvinistischen weisshäutigen Männern, von Imperialismus, Kolonialismus und von weiteren Irgendwas-Mussen.

 

Und somit ist es auch unsere Geschichte.

 

Wer die Entrüstung gegen die Schwyzer KKK-Kostüme oder die Weisung der Hamburger Kita, keine Indianerkostüme zu tragen, lediglich unter der mentalen Zorn-Rubrik "Jetzt darf man gar nichts mehr" verbucht, ist geistig noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.

 

Ist es wirklich noch harmlos, im einen Fall offensiv eines rassistischen und mörderischen Bundes zu huldigen, dessen Mitglieder im 19. Jahrhundert über 20'000 nichtweisse Menschen lynchten, und im anderen Fall arglos den "Indianer" zu spielen, wo man doch um das traurige Schicksal der Ureinwohner Amerikas weiss?

 

Was den Schwyzer Fackelzug angeht, wurde der von der SVP erwartungsgemäss sehr schnell gleich mal als "Jux" bezeichnet und als belanglos abgetan, was bezeichnend genug ist und eigentlich keines weiteren Kommentars bedarf. Denn SVP-Mitglieder hocken ja zuweilen im selben Restaurant, in dem sich jene rechtsextreme Szene trifft, die es laut des kantonalen Parteipräsidenten gar nicht geben soll. In diesem Restaurant wurde 2013 übrigens die Parole zur Masseneinwanderungsinitative gefasst.

 

Seitens der SP wird jetzt hingegen erwartungsgemäss erwartet, dass rechtsextreme Symbole gesetzlich verboten werden. Doch sind Verbote das Richtige? Vielleicht, denn es wäre so zumindest juristisch klar, wie - oder immerhin, dass - im gegebenen Fall reagiert werden soll. Doch die Betreffenden werden dies mit Sicherheit in gewohnter Manier zum willkommenen Anlass nehmen, sich selbst als Opfer eines un(ge)rechten und linkslastigen Rechtstaats zu stilisieren.

 

Möglicherweise könnte es daher die grössere Wirkung haben, wenn die KapuzenträgerInnen nicht hinter verschlossenen Türen gerichtlich verurteilt würden, sondern wenn sie sich einfach mal öffentlich und mit sichtbarem Gesicht erklären müssten.

 

Hinstehen, sich zeigen und dazu stehen, dass man Rassist ist, dass man Menschen aus anderen Kulturen als minderwertig betrachtet, dass man nicht rassenreine Eidgenossen in diesem Land nicht will, dass und warum man sich selbst den Menschen anderer Herkunft gegenüber für überlegen und höherwertig hält.

 

Nicht zuletzt würde so auch die teilweise schwankende Öffentlichkeit direkter damit konfrontiert und eindringlicher dazu angehalten, generell und eingehender über die stillgeschwiegenen Voraussetzungen und unverstandenen Selbstverständlichkeiten der eigenen Kultur und die Mythen und mentalen Infrastrukturen, mit denen wir unreflektiert unser Weltbild kreieren, nachzudenken und zu diskutieren.

 

Rechts(und Links)extreme sind auch an Fasnacht und egal, unter welcher Narrenkappe sie sich verstecken, keine lustigen Narren, sondern gefährliche Idioten.

 

PS:

Auf Youtube findet sich übrigens ein Video, dessen Macher felsenfest davon überzeugt ist, dass der KKK ursprünglich aus der Schweiz stammt. Seine "Beweise" dafür rangieren auf der Stichhaltigkeitsskala zwar irgendwo zwischen absurdem Quatsch und lächerlichem Blödsinn. Darin, dass er bei einem Teil der helvetischen Bevölkerung ein gewisses Mass an Xenophobie diagnostiziert, was er dann mit einer Reihe der bekannt-berüchtigten SVP-Plakaten belegt, liegt er hingegen schon nicht ganz falsch.


Foto: Freiburg Tourismus
Foto: Freiburg Tourismus

10.03.2019 - Patricia Jungo

Paten für die Buchdoktorin

Im Franziskanerkloster Freiburg werden jahrhundertalte Bücher restauriert. Das Kloster setzt nun auf Crowdfunding, um die Finanzierung der Restaurierungen auch weiterhin sicherzustellen. Dieser neue Weg funktioniert ganz gut und die Restauratorin, Beate Degen, kann mit ihrer Arbeit beginnen. Für sie wäre der ideale Weg für alte Bücher, sie im dunklen und klimatisierten Kulturgüterschutzraum geschlossen aufzubewahren. Die Besitzer hingegen sind natürlich stolz ihre kostbaren Bücher ausstellen zu dürfen. Das Franziskanerkloster zeigt momentan 10 seiner 35‘000 Bücher. Diese haben dringend eine Restauration nötig. Sie sind mehrere Hundert Jahre alt und suchen nun seit letzten Oktober Patinnen und Paten, die mithelfen, die zur Restaurierung der 10 Bücher benötigten 60‘000 Franken zu sammeln. Bis jetzt sind rund 30‘000 Franken zusammengekommen. Die Konstanzerin kannte das System aus Deutschland und die Buchpatenschaften waren ihr Vorschlag. Um ein Buch zu restaurieren, rechnet Beate Degen mit ungefähr 50 Stunden Arbeit und Kosten von rund 5‘000 Franken. Manche Bücher sind mehrere Kilogramm schwer und ein Buchdeckel kann schon einmal einen halben Meter lang sein. Zur Restaurierung trägt Beate Degen einen weissen Stoffhandschuh, der sich bräunlich verfärbt, wenn sie mit dem Finger über den Buchdeckel streicht. Das Leder, das mit Pflanzenstoffen gegerbt wurde, bröckelt oft ab und zur Erhaltung muss restauratorisch eingegriffen werden. Viele Bücher lagen oft Jahre lang offen in den Kirchen und haben so auch innen viel Staub und Dreck. Je nach Hartnäckigkeit des Staubes arbeitet Beate Degen entweder mit einer Bürste oder mit einem Skalpell. Der Staub wird aufbewahrt, wenn das Buch wissenschaftlich noch nicht erforscht wurde. Nach der Trockenreinigung werden nun die Seiten repariert. Dabei wird Ähnliches mit Ähnlichem geflickt. Oft kommt auch der Alleskönner, nämlich das Japanpapier, zum Einsatz. Es besteht aus den Fasern des Maulbeerbaumes und ist besonders altersbeständig. Was den Büchern gut tut, weiss die Buchdoktorin genau.Die Restaurierungswerkstatt des Franziskanerklosters wurde vor genau 40 Jahren von Pater Otho Rayman gegründet. Im Oktober 2015 übernahm Beate Degen die Leitung.


10.03.2019 - Tony Lax

Political Correctness: Jetzt muss sogar Winnetou dran glauben!

Jetzt wird in einer Hamburger Kita doch tatsächlich das Indianerkostüm als Fasnachtsoutfit verboten!

 

Ja sowas!

 

Freilich, es wird nicht eigentlich strikt und streng verboten, sondern es wird eher eindringlich empfohlen, keine Kostüme zu tragen, die irgendwelche rassistischen und diskriminierenden Klischees bedienen. Das lange beliebte Scheich-Kostüm gehört also auch dazu.

Gut, wer will heute angesichts der massenhaften Enthauptungen in Saudi-Arabien und des islamistischen Terrors noch den lustigen Fasnachts-Scheich spielen?

 

Aber "Indianer"!

Herrgott nochmal!

 

Winnetou ist doch einer der Helden unserer Herzen! Wir verehren ihn, das hat doch nichts mit Diskriminierung oder gar allfälligem subtilem Rassismus zu tun.

 

Oder?

 

Und wenn es sich ja sonst im Leben schon nicht geziemt, sich mit fremden Federn zu schmücken, dan doch bitte wenigstens an Fasnacht. Der Federschmuck der Indianer ist doch wirklich was Schönes - und hinsichtlich der Political Correctness gewiss etwas völlig Unverdächtiges.

 

Oder?

 

Also bitte!

 

Lasst die Kinder doch Kinder sein, denen geht's um Spass und Kreativität - und bestimmt nicht um ein rassistisches Statement!

 

Ok, wie viel das Tragen eines Indianerkostüms tatsächlich mit Kreativität zu tun hat, wäre noch genauer klären. Aber dass Kinder sich beim Tragen eines solchen Kostüms nichts Böses denken, ist wohl ziemlich klar. Es ist eher das Gegenteil: Ein solches Kostüm stellt vielmehr eine Ehrerbietung dar und verleiht dem Träger oder der Trägerin zumindest einen leichten Abglanz jenes imaginären Glanzes, in dem Winnetou als Inbegriff des Indianers auf der Leinwand des Kopfkinos erstrahlt.

 

Nun gut - Winnetou hat's nicht gegeben, er ist die erdachte Figur eines deutschen Romandichters, der zum einen nie einen lebenden "Indianer" gesehen hat und zum andern zuweilen nicht mehr zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden vermochte und sich sogar selbst für Old Shatterhand hielt.

 

Aber das ist eigentlich gar nicht wichtig.

 

Wichtiger ist, wie eine entrüstete Hamburger Mutter findet, dass sich bestimmt nirgendwo ein "Indianer" finde, der das fasnächtliche Indianerkostüm beleidigend oder gar verletzend findet.

 

Oder?

 

Doch! Man findet ihn und er findet es tatsächlich nicht lustig.

 

Und wer sich die Zeit nimmt, den auf 'vice.com' veröffentlichten Text des in Köln lebenden Tyron White, einem O'ohe Nuŋpa Lakota vom Stamm der Cheyenne River Sioux, zu lesen (Link siehe unten), der versteht auch, warum es zumindest Gründe gäbe, sich über die vermeintliche Harmlosigkeit des Indianerkostüms wenigstens mal ein paar Gedanken zu machen.

 

Man erfährt in diesem Artikel übrigens auch, welche Bedeutung eine Feder für einen "Indianer" hat.

 

Und: Dass es DIE "Indianer" ja gar nie gegeben hat.

 

Ob das Indianerkostüm jetzt tatsächlich verschwinden soll? Ich weiss es nicht.

 

Und ob es in erzieherischer Hinsicht sinnvoller ist, wenn sich das Kind statt als Indianerfigur nun als Senftube verkleidet, vermag ich auch nicht so richtig einzuschätzen.

 

Bedeutsamer erscheint mir vielmehr, dass wir Erwachsenen das Fasnachtskostüm-Reglement der Hamburger Kita - ob wir es nun für sinnvoll oder für absurd halten - und generell die Forderungen der Political Correctness, so übertrieben wir sie vielleicht auch finden mögen, als Impuls für unser Nachdenken und unsere Gespräche über unsere Gesellschaft aufnehmen.

 

Denn nicht wenige unserer Selbstverständlichkeiten sind vielmehr unverstandene Gewohnheiten, auf die wir unreflektiert beharren, und nicht selten wurzeln sie sogar in irgendeiner Form von Ungerechtigkeit.

 

Gewiss: Wenn Kinder nicht mehr Kinder sein dürfen, dann ist auch das ungerecht.

 

Einschränkungen in ihrem Recht auf Kindsein erfahren die Kinder allerdings auch jenseits irgendwelcher Restriktionen hinsichtlich der fasnächtlichen Kostümauswahl.

 


Quelle: AP
Quelle: AP

10.03.2019 - David Aebischer

Rund 30 Verletzte bei Flugzeug-Turbulenzen beim Landeanflug

Bei schweren Turbulenzen beim Anflug auf New York sind heute an Bord eines Passagierjets der Fluggesellschaft Turkish Airlines rund 30 Menschen verletzt worden. Die aus Istanbul kommende Boeing 777 hatte 326 Passagieren und 21 Besatzungsmitgliedern an Bord. Gemäss Meldungen sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Ein Sprecher der Flughafenverwaltung am Airport John F. Kennedy teilte am späten Samstagabend mit, dass die Verletzten alle in ein Spital gebracht worden seien.

 

Die Turbulenzen an Bord der Boeing 777 traten rund laut Meldungen 45 Minuten vor der Landung in New York auf. Die Crew habe noch in der Luft einen Notruf abgesetzt. Den Angaben zufolge blieben andere Abläufe am Flughafen von dem Vorfall unberührt. Der nationale Wetterdienst hatte Piloten am Samstag vor Turbulenzen gewarnt.


09.03.2019 - DMZ

Wikipedia geht offline

Gegen die geplante EU-Reform des Urheberrechts laufen Kritiker bereits seit langem Sturm. Auch Wikipedia, die nicht ganz unbestrittene Informationsquelle, sehen sich bedroht. Deshalb schliessen sich die Macher der deutschen Wikipedia-Internetseite den Protesten an und gehen dazu einen drastischen Schritt und schalten das Online-Lexikon für einen Tag komplett ab.

 

Der Beschluss der Autoren steht fest und wird am 21. März in die Tat umgesetzt. Die Internet-Enzyklopädie wird nicht erreichbar sein. Statt Artikel werden die Suchenden an diesem Tag einen Hinweis zu sehen bekommen, der die Probleme des neuen Urheberrechts benennt, über das Ende März das Europaparlament abstimmen soll.

Vor allem an Artikel 13 des Reformwerks lässt einige Köpfe rauchen. Einfach zusammengefasst fordere dieser Artikel fast alle Anbieter von Websites, auf denen man urheberrechtlich geschützte Werke hochladen könne, mit quasi allen Lizenzanbietern von Inhalten Verträge abzuschliessen. Zudem sei unklar, inwieweit die extensive Quellensammlung der Wikipedia-Artikel mit dem Presseverleger-Leistungsschutzrecht vereinbar sei. Gleichzeitig lobt die Wikimedia Foundation einige Punkte der Reform – so den Schutz der gemeinfreien Werke und den neu geregelten Zugang zu vergriffenen Werken.

Die inhaltliche Qualität indess, wird sich bei Wikipedia auch dadurch kaum bessern dürfen.


09.03.2019 - Patricia Jungo

Arbeitslosigkeit rückläufig im Kanton Freiburg

Erstmals nach mehreren Monaten ist die Arbeitslosigkeit im Kanton Freiburg im Februar zurückgegangen. Über den Winter war diese im Kanton saisonbedingt leicht gestiegen. Laut Amt für den Arbeitsmarkt ist die Arbeitslosigkeit von 3,1 Prozent im Januar auf 2,9 Prozent im Februar gesunken. Im Februar 2018 betrug die Zahl der Arbeitslosen 266 Personen mehr. Im Vergleich der Bezirke (Arbeitslosigkeit ist in allen Bezirken rückläufig) weist wiederum der Sensebezirk mit 1,6% die tiefste Arbeitslosenquote auf. Ebenso ist die Stellensuchendenquote rückläufig. Diese steht neu bei 5 Prozent. Ende Februar waren 8273 Personen auf Stellensuche, 141 weniger als im Januar und 407 weniger als im Februar 2018. Bei seiner monatlichen Statistik hat das Amt für den Arbeitsmarkt neu auch die Arbeitslosenzahlen nach Gemeinden veröffentlicht. Zu Beginn dieses Jahres wurde allein die kleine 150-Einwohner-Gemeinde Pierrafortscha im Saanebezirk als Gemeinde ohne Arbeitslose registriert. Die beiden bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons, Freiburg und Bulle, verzeichnen naturgemäss wiederum am meisten arbeitslose Personen (1700 für Freiburg und etwas über 500 für Bulle).


09.03.2019 - Patricia Jungo

Bescheidenheit ist mehr als eine Zier…

Wohin wir unsere Kraft lenken, entscheiden wir zum grossen Glück immer noch selbst. Genauso verhält es sich auch mit der Kaufkraft. Was, wenn nicht mehr der Kauf die Kraft innehätte, sondern der Verzicht und das Reduzieren? Ein konsumreduziertes Leben zu führen, ist weit mehr als ein Wandel zu Bescheidenheit; es ist vielmehr eine Art von Widerstand. Wir alle sind frei, diese Möglichkeit auf unsere eigene Weise zu leben. So sind wir frei innezuhalten und uns vor dem nächsten Kauf bewusst zu fragen: Brauche ich das wirklich? Es ist dieses bewusste Entscheiden, das uns der Freiheit ein Stück näher bringt. Und es beginnt bei kleinen Entscheidungen. Das Geld, das uns bleibt, wenn wir auf unnötige Kaufrauschaktionen verzichten, können wir in voller Freiheit einsetzen. Wir können Projekte unterstützen, anderen Menschen helfen, die es dringend brauchen und auch selber sinnvolle Aktionen ins Leben rufen. Mit dem Hinterfragen und Ändern unseres Konsumverhaltens dürfen wir aktiv zum positiven Wandel beisteuern und auf unsere Art auch „Widerstand“ leisten. Die Bewegung vom materiellen Konsum hin zu mehr Menschlichkeit und gerechterer Verteilung ist nur möglich, wenn wir nach innen schauen und den wahren Sinn unseres Leben entdecken, dem auf die Spur kommen, was uns wirklich wichtig ist. Ein konsumreduziertes Leben belohnt nicht nur die Menschen um uns, sondern vor allem auch uns selbst; mit einem wohltuenden Gefühl von Erfüllung und Sinnhaftigkeit.


Foto: Büchner Verlag
Foto: Büchner Verlag

09.03.2019 - DMZ

"Kinderfrei statt kinderlos – ein Manifest"

Was für ein aufwühlendes Statement. Das neue Buch der Feministin Verena Brunschweiger sorgt für gewaltigen Zündstoff. Darin beschreibt sie, warum der Verzicht auf Nachwuchs der grösstmögliche Beitrag sei, den jeder Einzelne zum Klimaschutz leisten könne. Eine abwegige Idee und trotzdem logisch. Ohne Menschen gäbe es kaum Umweltbelastungen im heutigen Ausmass. Genau auch deshalb sind die Theorien von Frau Brunschweiger mehr als fragwürdig. Sie versteht zudem nicht, wieso Eltern ihrer Meinung nach ökologische Schuld auf sich laden, wenn sie ein Baby in die Welt setzen.

Ihre persönliche Einstellung sei nicht der Hauptgrund, warum sie, die Gymnasiallehrerin keinen Nachwuchs wolle. In ihrem Buch schreibt sie: "Es gibt Eltern, die mit Scheuklappen durch die Welt gehen: Die Natur ist egal, alle anderen Menschen sind egal. Sie schauen nur noch auf sich und ihr Kind." Sie findet weiter, dass 70.000 Euro zum 50. Geburtstag für "kinderfreie" Frauen – "eine wunderbare Idee!" sei.

 

Das Frauenbild entspricht dem einer "Reproduktionsträgerin" lässt Verena Brunschweiger verlauten und ruft Frauen dazu auf, sich bewusst gegen vorherrschende Klischees zu entscheiden – von der Brustvergrösserung mittels Silikon bis zur Geburt. Weiter solle sich jede Frau bewusst machen, über die Gefahr wie auch die Einbusse von Geld, Zeit und Kraft. Männliche Dominanz und mediale Gehirnwäsche führten dazu, dass Frauen glaubten, die Frauen wollten eine grössere Brust und wollten ein Kind. Ein Grund für ihre Aussagen mag dieser sein: "Manche Frauen lassen sich einreden, ohne Kind keine vollwertige Frau zu sein.

Das Phänomen bleibt: Wieso äussern sich immer Menschen zu Themen, die diese nicht aus eigener Erfahrung oder nur einseitig kennen?


08.03.2019 - DMZ

Der kasachische Skilangläufer Alexei Poltoranin hat sein Geständnis, Blutdoping betrieben zu haben, laut skandinavischen Medienberichten zurückgezogen.

Der 31-Jährige behauptete demnach in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem russischsprachigen Portal bnews.kz zudem, er habe gegenüber der Polizei unter psychologischem Druck ausgesagt.

 

„Alle abgegebenen Tests ergaben, dass ich keine illegalen Substanzen genommen habe. Ich dachte zwar daran, die verbotene Methode anzuwenden, habe es aber schließlich nicht getan“, zitierte bnews.kz den zweimaligen WM-Dritten von 2013. Sportrechtlich strafbar ist auch schon die versuchte Anwendung einer verbotenen Methode.


08.03.2019 - DMZ

Aus musical.ly wurde Tik Tok – und die Eltern sorgen sich (weiter)

Wer seine musical.ly App updaten möchte, wird sich wundern, denn dort steht nun ein anderer Name: Tik Tok. Dahinter steckt eine Zusammenführung der beiden Apps Musical.ly und Tik Tok, die beide dem chinesischen Unternehmen Bytedance gehören.

Am eigentlichen Konzept der Applikation ändert sich nicht viel. Die Profile, Nutzernamen und Videos bleiben erhalten. Allerdings steht jetzt eine weitaus grössere Musikauswahl zur Verfügung und zudem bekommt man neu auch verschiedene Comedy-Funktionen, um witzige Videos zu erstellen. Die App sieht auf den ersten Blick auch nicht sehr anders aus, lediglich das Logo und der Upload Button haben nun ein neues Aussehen.

Herausstechendes Merkmal ist dabei die erstaunlich gut funktionierende Lip-Sync-Funktion, mit der das Tempo des Videos an die Musik angepasst werden kann. Doch wie immer gibt es den Spass nicht ohne Wermutstropfen. Datenschützer üben Kritik an der App. Kritisch sind einige Standardeinstellungen, die man allerdings ändern kann. So sind die Konten grundsätzlich öffentlich, jeder kann die hochgeladenen Videos sehen und kommentieren. Das ist durchaus im Sinne der Nutzer und Nutzerinnen, die ja viele Herzchen als Likes bekommen wollen. Die App spielt die Videos jedoch auch automatisch auf anderen Netzwerken aus, so dass die Öffentlichkeit möglicherweise grösser wird als gewünscht. Ausserdem missfällt den Datenschützern, dass standardmässig der Aufenthaltsort ausgelesen und anderen mitgeteilt wird. Auch die im Smartphone gespeicherten Telefonkontakte können ausgelesen werden.

 

Ungeklärt ist bisher, ob durch die Verwendung von Originalsongs Urheberrechte verletzt werden. Dies könnte teure Abmahnungen zur Folge haben. Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt.


Timothy Brown, unter dem Namen der „Berliner Patient“ wurde er als erster geheilter HIV-Patient bekannt. Nun hat er einen Nachfolger. (j/Foto: picture alliance / AP Photo)
Timothy Brown, unter dem Namen der „Berliner Patient“ wurde er als erster geheilter HIV-Patient bekannt. Nun hat er einen Nachfolger. (j/Foto: picture alliance / AP Photo)

08.03.2019 - David Aebischer

Zweiter HIV Patient nach Stammzelltransplantation virenfrei

Zum zweiten Mal sind bei einem HIV-Patienten nach einer Stammzellen-Transplantation Monate später keine Viren mehr nachweisbar gewesen. Eine Sensation, dennoch warnen Forscher vor überzogenen Erwartungen an diese Therapie.

Der Patient war gleichzeitig auch an Lymphdrüsenkrebs erkrankt, dem sogenannten Hodgkin-Lymphom. Um diese Erkrankung zu behandeln, wurden ihm Stammzellen transplantiert. Diese waren genetisch verändert, dass sie den Träger resistent gegen eine Infektion mit dem HI-Virus machten. Nachdem die Ärzte die Behandlung aussetzten, um zu sehen, ob die HI-Viren zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Patient auch in den folgenden 18 Monaten virenfrei blieb.

Als Standardtherapie bei einer HIV-Infektion wird das Verfahren wegen der starken Nebenwirkungen ausgeschlossen. Der Patient ist der zweite Mensch weltweit, bei dem eine Stammzelltransplantation zu einer dauerhaften HIV-Remission geführt hat. Im Jahr 2007 hatte bereits ein US-Amerikaner in Berlin eine vergleichbare Behandlung erhalten.


08.03.2019 - David Aebischer

Simu Fankhauser, der Vielseitige

Simu Fankhauser, der Solothurner Ex-bagatello Sänger ist schweizweit als Kindermusiker unterwegs. Der erfolgreiche Sänger & Kinderlieder- und Geschichtenschreiber ist zudem Gründer diverser Projekte, eines davon heisst arbeitsrentner.ch und wird von ihm seit über 7 Jahren geführt. Eine wundervolle Sache. Wie auch seine Musik wundervoll ist. Seine Kinderlieder und Geschichten lassen die kleinen Zuhörer und Erwachsenen gleichermassen in die Welt des lieben Waldkobolden „Pumpelpitz“ eintauchen. Simu Fankhauser ist vielseitig talentiert und aktiv. So schrieb er den Text und war Projektleiter und Sänger des «Soledurner Wiehnachtslied», ist Mitglied im Vorstand des Vereins «pro Vorstadt» in Solothurn und schreibt seit 2015 Geschichten und Lieder für Pumpelpitz. Er ist schweizweit mit Kinderkonzerten unterwegs und erfreut Kinder- und Erwachsenenherzen, wo auch immer er mit seinem wunderschönen Programm auftritt. Ein talentierter Künstler also, der eindrücklich beweist, dass Vielseitigkeit mit Nichten ein Nachteil oder gar besorgniserregend ist, sondern Talent, Können, Vermögen und Spass gekonnt vereint. So erstaunt es denn auch nicht, dass man die Liste seiner Aktivitäten und Erfolge weiterführen kann. Im 2015 gründete er den Kinderchor „Simu und die Berner Kidz“ und ist seit 2012 Sänger & Lied- und Geschichtenschreiber für den Kinderverlag «Chinderwält». Begleitet wird Simu Fankhauser live von Tom Gisler, der als Multiinstrumentalist im Halbhintergrund mitwirkt und eine wichtige Rolle inne hat.

 

Simu Fankhauser mit seinem Kinderprogramm „Pumpelpitz“; das ist kurzweilige Unterhaltung mit einer hohen Augenzwinkertaktrate. Ein Besuch ist ein Muss, will man sich nicht eine Perle Schweizerischen Kulturschaffens entgehen lassen.

 

Weiterführende Informationen auf der Künstlerwebsite: simu-musig.ch


 Foto: lucamusic.ch
Foto: lucamusic.ch

07.03.2019 - DMZ

Was man lange tuschelte ist nun klar - Luca Hänni vertritt die Schweiz am Eurovision Song Contest in Israel.

SRF, RTS, RSI und RTR haben gemeinsam entschieden, dass Luca Hänni nach Israel fahren darf. Sparmassnahmen beim Schweizer Fernsehen zwangen die Organisatoren der Schweizer Delegation dieses Jahr ohne TV-Entscheidungsshow einen Künstler auszuwählen. Zwischen dem 1. September und 1. Oktober 2018 konnten die Schweizerinnen und Schweizer bei der SRG ihre Songs einreichen. Über 420 Songs waren es schlussendlich aus welchen im Anschluss von einer 100-köpfigen Zuschauerjury und zwanzig Fachjuroren ein Sieger erkoren wurde.

 

Der Eurovision Song Contest findet vom 14. bis 18. Mai in Tel Aviv statt. Vorjahresgewinnerin Netta brachte mit ihrem Sieg in Lissabon den grössten Musikwettbewerb der Welt in die Stadt am roten Meer. Luca Hänni veröffentlichte heute ein Video seines neuen Songs «She Got Me» auf Youtube, mit welchem er in Israel antreten wird.

 

Luca Hänni wird also für die Schweiz am Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv vertreten. Nach vielen dürren Jahren soll es nun ein bereits erfolgreicher Musiker richten.