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Persönlich – Die anderen Fragen: Heute mit Sarah Weya (Künstlerin)

DMZ - PERSÖNLICH - DIE ANDEREN FRAGEN

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Herzlichen Dank für das Mitwirken für die Rubrik „Persönlich – Die anderen Fragen“ der Mittelländischen.

 

Vorname / Name: Sarah Weya

Beruf / Funktion: Freischaffende Künstlerin und selbstständig als Gestalterin/Grafikerin

 

Bezeichnung für die künstlerische Arbeit: Malerin

 

Interview:

Wie geht es dir, ehrlich und unverblümt?

Es geht mir gut, ausser die (momentane) Hitze macht mir zu schaffen, ich bin eher der nordische Typ, ich mag Irland Wetter. Zudem bin ich etwas nervös, wegen meinen Jakobswegplan nächste Woche. Ich werde von Rüeggisberg nach Genf pilgern in 7 Tagen, falls ich das schaffe.

 

Welche Frage sollte dir schon längst einmal gestellt werden und wieso?

Warum meine Tomatensauce so gut schmeckt? Nun ich nehme frische Tomaten und keine aus der Dose zudem frische Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter aus dem Garten. Das ganze mixe ich dann zu einer Sugo. Bio Gemüsebouillon und Fertig.

 

Wie bist du zu der künstlerischen Tätigkeit gekommen?

Mein Grossvater hat mich gefördert, scheinbar hat er mein Talent gesehen. Er hat mir die Grundkenntnisse der Malerei beigebracht. Er selbst hat auch gemalt, wir haben oft zusammen augestellt, für mich war das immer ein Highlight.

 

Was ist das Schwierigste an der Ausübung?

Die Muse zu finden. Der Alltag ist meistens nicht so prickelnd oder inspirierend. Ich kann nur malen, wenn mich etwas berührt im Herzen, sei es ein Mensch, oder eine Erfahrung. Wenn ich nicht male, hilft mir auch das Schreiben oder Skizzieren. Was mir auffällt, früher haben mich vor allem Menschen fasziniert, heute ist es eher die Natur. Der Drang zu malen ist kleiner geworden. Ich habe nicht mehr so gross das Bedürfnis meine Eindrücke materiell festzuhalten, ich strebe es eher an, den Moment im Hier und Jetzt voll zu geniessen. Ich denke, das hat mit dem älter werden zu tun. Ich vermute, dass ich mich dieses Jahr noch mal künstlerisch neu erfinden werde.

 

Stimmt es, dass es in der Schweiz sehr schwer ist von einer künstlerischen Tätigkeit zu leben?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, dies hat nichts mit einem bestimmten Land zu tun. Erfolg erfolgt durch Können und Durchhaltevermögen, egal was man macht. Das Publikum ist durch das Internet visuell und auch akustisch gelangweilt und es ist für alle Künstler heutzutage schwierig etwas zu erschaffen, was noch Gefühle und Emotionen erwecken kann. Ich sehe NETFLIX Filme, da staune ich nur über die künstlerische Darbietungen, ich bin mir nicht sicher, ob die Menschen das überhaupt noch zu schätzen wissen, wie viele kreative Köpfe da eine Meisterleistung absolvieren. Wenn niemand mehr ein Auge und ein Ohr für Kreativität besitzt, dann findet Kunst nur noch unter denen statt, welche Kunst überhaupt noch wahrnehmen können.

 

Was gefällt dir am besten in der Schweiz, was hasst du?

Ich bin sehr dankbar in der Schweiz geboren zu sein. Manchmal empfinde ich eine Art Hass/Liebe, weil mir viele Dinge fehlen, die ich im Ausland um so mehr geniesse. Offenheit, Freundlichkeit, Lockerheit. Die Schweizer haben diese Aspekte auch, aber manchmal sind sie mir ein wenig zu verklemmt.

 

Was würdest du als König/in der Schweiz als erstes ändern?

Als Erstes? Das heisst, ich darf dann aber trotzdem noch viel mehr ändern :-)

Ich würde wohl ein grosses CH-Fest veranstalten, weil nun endlich der Tag gekommen ist, wo scheinbar ich – die Königin – alles ändern wird.

 

Welche Person in der Schweiz nervt dich und wieso?

Da kommt mir gerade keine bestimmte Person in den Sinn. Ich glaube, wenn man sich über jemanden oder etwas nervt, hat das immer damit zu tun, dass man diese Aspekte auch ins sich selbst trägt. Die Leute, die einem nerven, halten uns meistens den Spiegel vor die Nase.

 

Welches bisherige Geheimnis kannst du uns von dir verraten?

Ich bin ein sehr offener transparenter Mensch. Ich habe keine Geheimnisse und wenn ich eines hätte, hat es einen sehr guten Grund, dass ich es nicht öffentlich erzähle. :-)

 

Wie engagierst du dich im Sozialen Bereich?

Ich helfe wo ich kann. Sei es bei Bewerbungen oder bei Lehrlingen, die eine Stelle suchen. Ich nütze mein Netzwerk, damit andere ihren verdienten Platz finden. Manchmal ist auch nur schon Zuhören eine Hilfe. Geld spenden mache ich eher selten, denn die Wurzel des Übels liegt meistens nicht im finanziellen Bereich.

 

Wie nennen dich deine Freunde und wie deine Familie?

Freunde: Sarah, Serel, Sera / Familie: Mama, Grosse Tochter, Sarah (Mein Bruder nennt mich manchmal auch Lisa Simpson

 

Welche Künstlerin, welchen Künstler findest du in der Schweiz am interessantesten und wieso?

Kann ich nicht sagen. Jeder und jede KünsterInn und die dazugehörigen Werke sind für sich einzigartig.

 

Warst du schon einmal finanziell vom Staat abhängig?

Ja. Als ich plötzlich alleinerziehend war, durfte ich von einer staatlichen Unterstützung profitieren, bis meine Tochter das 6. Lebensjahr erreicht hatte.

 

Dein Lieblingsort in der Schweiz?

Die Grenzübergänge nach Frankreich :-)

 

Was ist aktuelle deine grösste Sorge?

Ich glaube es ist das älter werden (dieses Jahr werde ich 40) und ich ertappe mich dabei, dass ich mir zu viele Gedanken mache darüber. Früher waren andere Dinge im Fokus. Spass haben, Ferien machen usw. heute denke ich eher zukunftsorientiert. Körper und Geist sind ein Thema und auch die Gesundheit. Wo und wie möchte ich alt werden?

 

Welche Person repräsentiert die Schweiz aus deiner Sicht am besten?

Niemand :-)

 

Welches ist dein aktuelles Projekt und worum geht es?

Ich gehe 7 Tage pilgern auf dem Jakobsweg (7.7.19) und zwar von Rüeggisberg bis nach Genf. Nein, es geht nicht darum Gott zu finden und auch nicht mich selbst, sondern darum es einfach zu tun. Ich mit mir alleine 7 Tage, ich weiss nicht ob ich das aushalten werde . Mein Ziel ist es neue Weichen zu legen, Inspiration zu finden, und mich mit 40ig neu kennen zu lernen.

 

Deine Mitteilung an unsere Leserinnen und Leser?

Lest die Bücher „Gespräche mit Gott Band 1-3“ (für religiöse und nichtreligiöse Menschen) dort findet man fast jede Antwort auf menschliche Fragen, falls ihr Fragen habt, die nicht vom Nachbar beantwortet werden können :-)

 

Wofür sollten sich Künstlerinnen und Künstler unbedingt stark machen?

Für die Kunst! Für das Querdenken und für die Kreativität, und dass wir nicht ausgenützt werden, sondern den Lohn dafür erhalten, den wir verdient haben.

 

Deine persönliche Frage an dich und Antwort dazu?

Wo bin ich in 10 Jahren? Antwort: In einem Haus in Frankreich, mit einem grossen Garten mehr oder weniger als Selbstversorgerin. Dazu ein Nebenhaus für das Atelier. Ich gehe gerade Pilze sammeln im Wald und verabschiede mich hiermit. Adieu :-)

Persönlich – Die anderen Fragen - die interessante Rubrik der Mittelländischen.