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Emotionale Intelligenz und schulische Leistungen

DMZ – SOZIALES ¦ Patricia Jungo ¦

 

Hohe emotionale Intelligenz fördert gute Schulleistungen. Nicht nur kognitive Intelligenz und Fleiss sind verantwortlich für schulischen Erfolg. Auch die emotionale Intelligenz hat ein Wörtchen mitzureden; sie korreliert auf allen Schulstufen mit besserer Leistung. Ist man mit hoher emotionaler Intelligenz gesegnet, ist es einfacher Gefühle zu erkennen, zu verstehen und damit umzugehen.

 

Dies wiederum hilft, in der Schule besser abzuschneiden. Auf dieses Resultat kommt eine Studie, die Forschende der American Psychological Association in der Fachschrift Psychological Bulletin publiziert haben. Dabei wurden 158 Studien analysiert, in denen es um emotionale Intelligenz ging. Sie wurden zwischen 1998 und 2019 veröffentlicht. Basis bilden die Daten von 42 000 Studenten und Studentinnen aus 27 Ländern. Ein Merkmal emotional intelligenter Menschen ist, dass sie besser mit ihren eigenen und fremden Gefühlen klar kommen. Die emotionale Intelligenz wird häufig durch Selbstaussagen oder Fremd-Beobachtungen ermittelt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen zu folgendem Schluss: Verfügt man über eine höhere emotionale Intelligenz ist die Wahrscheinlichkeit gute Noten zu erreichen, viel höher.

 

Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Primarschule oder das Gymnasium besucht. Gemäss Aussage von Co-Autorin Carolyn MacCann lassen sich drei mögliche Gründe aufführen: Erstens sind emotional intelligente Menschen gewandter im Umgang mit negativen Gefühlen wie Ängsten, Sorgen, Langeweile oder Enttäuschung All diese Gefühle scheinen einen Einfluss auf die Leistung zu haben. Des Weiteren fällt emotional intelligenten Menschen der Kontakt zu Lehrpersonen und Mitschülern leichter.

 

Es kann auch zu einer Überschneidung der erforderlichen Fähigkeiten für emotionale Intelligenz und jenen für den Schulstoff kommen. Nicht selten kommt es beispielsweise im Literatur- oder Geschichtsunterricht vor, dass man die Gefühle oder Handlungen der Personen verstehen muss. Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch, dass die emotionale Intelligenz nicht unbedingt bessere akademische Leistungen bringen muss. Auch Faktoren wie die kognitive Intelligenz und eine gewissenhafte Persönlichkeit spielen eine zentrale Rolle. Mit der Studie wird keine Kausalität an den Tag gebracht; sie zeigt nur einen Zusammenhang auf. Dies mindert jedoch in den Augen der Forschenden die Wichtigkeit von emotionaler Intelligenz in keiner Weise. Nur schlau und fleissig zu sein, reicht oft nicht. Um weitere Vorteile zu haben, braucht es die Fähigkeit, Emotionen zu verstehen damit umzugehen.

 

 

Quelle: www.higgs.ch


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