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Mehr skeptische Internetnutzer

DMZ - DIGITAL ¦ Patricia Jungo ¦

 

Betreffend Internetnutzung zeigt eine aktuelle Befragung der Universität Zürich, dass praktisch alle unter 50-Jährigen online sind und zwar durchschnittlich 25 Stunden pro Woche. Dies ist an sich keine Überraschung. Neu ist jedoch eine Skepsis. Dabei zensieren sich fast 60 Prozent aus Angst vor Überwachung.

 

Die entsprechenden Nutzer sind auf Facebook und WhatsApp eher zurückhaltend mit ihrer Meinung und schränken ebenso ihre Recherchen auf Suchmaschinen ein. Es beschleicht sie das mulmige Gefühl, diese Spuren könnten zu Überwachungszwecken genutzt werden. Dies berichtet das Institut für Kommunikations-wissenschaft und Medienforschung, Abteilung Medienwandel & Innovation der Uni Zürich in einer Mitteilung vom Donnerstag. Michael Latzer, Professor am Institut beurteilt solche Abschreckungseffekte aufgrund des Gefühls überwacht zu werden, als „demokratiepolitisch bedenklich und bedrohlich für die Ausübung von Grundrechten und die gesellschaftliche Teilhabe via Internet“. Für 43 Prozent der 1‘122 Befragten ist die Online-Überwachung für die Gesellschaft schädlich und 45 Prozent haben Angst davor, dass ihre Privatsphäre online von Firmen wie Facebook verletzt werden könnte.

 

Trotz all dieser Bedenken surfen 92 Prozent auf dem Internet, bei den unter 50-Jährigen sind es sogar fast 100 Prozent. Auch unterwegs ist die Mehrheit online. Menschen, welche das Internet nicht nutzen, findet man fast nicht mehr. Innert acht Jahren hat sich ihre Anzahl halbiert. Man geht davon aus, dass nur noch etwa 340 000 Personen absolut nie auf dem Netz präsent sind. Auch als Informationsquelle ist das Internet vor Zeitungen und TV in Führung gegangen und überholt mittlerweile in Sachen Unterhaltung das Fernsehen.

 

Die Studie zeigt hier folgendes Bild: 63 Prozent laden Filme und 51 Prozent Musik von YouTube herunter, 42 Prozent brauchen Netflix und 35 Prozent Spotify. Zeitung und Radio gehören nur noch bei Menschen ab 70 zu den Favoriten. Die Jungen vertrauen Zeitungen und der SRG auch, nur nutzen sie diese Quellen online. Die Studie zeigt auch auf, dass Seiten von Gratiszeitungen und Inhalten auf sozialen Netzwerken weniger Vertrauen geniessen. Für 63 Prozent ist etwa die Hälfte aller Inhalte auf Internet glaubwürdig.

 

Internetnutzer suchen aber im Netz nicht nur News, sondern auch Informationen zu Produkten. Dies betrifft 87 Prozent. 82 Prozent tätigen Onlinekäufe und 71 Prozent buchen Ferien im Internet. Auch für Verkäufe wird das Netz von über einem Drittel genutzt. Was die Rolle des Internets für die Demokratisierung der Gesellschaft betrifft, denkt nur eine Minderheit optimistisch darüber: 21 Prozent denken, sie hätten als Bürger aufgrund der Internetnutzung mehr Mitsprache. 27 Prozent hoffen, mehr Macht zu haben und 39 Prozent gehen davon aus, Politik dank dem Internet besser zu begreifen. 51 Prozent würden E-Voting begrüssen, über 70-Jährige jedoch eher weniger.


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