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26% der Menschen mit Behinderungen erfahren am Arbeitsplatz Diskriminierung

DMZ – SOZIALES / GESELLSCHAFT ¦ MM ¦

 

69% der Menschen mit Behinderungen nahmen im Jahr 2018 am Arbeitsmarkt teil, ihre Lebensqualität bei der Arbeit ist jedoch weniger gut als jene der Menschen ohne Behinderungen. So erfahren sie zum Beispiel in erhöhtem Mass Benachteiligungen oder Gewalt am Arbeitsplatz (26%). Rund 4% der Menschen mit Behinderungen gaben zudem an, innerhalb der letzten zwölf Monate an ihrem Arbeitsplatz aufgrund einer Behinderung benachteiligt worden zu sein.

 

Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember publiziert das Bundesamt für Statistik (BFS) eine neue Taschenstatistik zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Es gibt verschiedene Arten von Behinderungen, die Definition ist dabei entscheidend. Dementsprechend unterschiedlich gross ist die Anzahl der Personen mit einer Behinderung und die verschiedenen Gruppen überschneiden sich nur teilweise. Bei einer medizinischen Betrachtungsweise weisen über 4% der Bevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten starke oder vollständige funktionelle Einschränkungen auf, wie bspw. beim Hören, Sehen, Gehen oder sich erinnern (gemäss schweizerischer Gesundheitsbefragung 2017). 

 

Menschen mit Behinderungen werden oftmals auch mit denjenigen Personen assoziiert, welche aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung Leistungen der Invalidenversicherung beziehen. So bezogen insgesamt 6% der Bevölkerung im Jahr 2019 Leistungen der IV und 4% hatten eine Invalidenrente. Aus Sicht der Gleichstellung werden schliesslich Menschen mit Behinderungen definiert als Personen, die ein dauerhaftes Gesundheitsproblem haben und die bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens (stark oder etwas) eingeschränkt sind. 2018 waren 5% der Bevölkerung in Privathaushalten «stark eingeschränkt» und weitere 17% «etwas eingeschränkt». 

 

Menschen mit Behinderungen arbeiten vermehrt Teilzeit …

Menschen mit Behinderungen nehmen weitgehend am Arbeitsmarkt teil, selbst wenn sie bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens stark eingeschränkt sind. 69% der Menschen mit Behinderungen beteiligen sich am Arbeitsmarkt (Menschen ohne Behinderungen: 82%; SILC 2018). Bei stark eingeschränkten Personen sind es 46%. Von den erwerbstätigen Menschen mit Behinderungen arbeiten 40% Teilzeit (weniger als 36 Stunden pro Woche), während dies bei Menschen ohne Behinderungen nur bei 27% der Fall ist. Dieser Unterschied hängt stark mit der Behinderung zusammen. 

 

… und erfahren am Arbeitsplatz öfters Diskriminierungen 

Menschen mit Behinderungen sind gegenüber Menschen ohne Behinderungen in erhöhtem Mass Benachteiligungen und Gewalt am Arbeitsplatz ausgesetzt. Im Rahmen der schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 gaben 26% der Menschen mit Behinderungen an, in den letzten zwölf Monaten vor der Erhebung mindestens eine der neun abgefragten Formen von Benachteiligung oder Gewalt erfahren zu haben. Dazu zählen Benachteiligung aufgrund des Alters, des Geschlechts, der Herkunft oder der Behinderung, verbale oder körperliche Gewalt, Drohungen, Einschüchterung, Mobbing oder sexuelle Belästigung. Zum Vergleich: Bei den Menschen ohne Behinderung liegt dieser Wert bei 18%. 

 

4% der Menschen mit Behinderungen fühlen sich zudem am Arbeitsplatz wegen ihrer Behinderung benachteiligt. Am häufigsten haben Menschen mit Behinderungen aber ebenso mit Einschüchterung/Mobbing und Belästigungen (11%) sowie mit Benachteiligungen aufgrund des Alters (9%) zu kämpfen wie Personen ohne Behinderung.

Eine weitere Erkenntnis: Personen, die bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens stark eingeschränkt sind, werden vermehrt aufgrund der Behinderung benachteiligt (12%). Gar 34% von ihnen gaben an, in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Form der Diskriminierung erfahren zu haben. 

 

1 von 9 Personen mit Behinderung haben Probleme bei der Benützung des ÖV

Die Menschen mit Behinderungen sehen sich bei der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel häufiger mit Schwierigkeiten konfrontiert als die übrige Bevölkerung. Trotz der Bemühungen der ÖV-Unternehmen, den Zugang zu ihren Infrastrukturen zu verbessern, bestehen weiterhin Probleme für 11% der Menschen mit Behinderungen. Dieser Anteil ist bei Personen mit stark einschränkenden Behinderungen höher: Insgesamt nennen drei von zehn Personen zumindest leichte Schwierigkeiten, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln alleine fortzubewegen.

 

 

 

Quelle:

Bundesamt für Statistik

http://www.statistik.admin.ch  


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