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Entzündungssyndrom bei Kindern nach Infektion mit SARS-CoV-2: Schweizer Kinderspitäler verfassen nationale Richtlinien

DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN  MEDIZIN ¦ Miriam Knecht ¦

 

Im Zuge der zweiten Corona-Welle haben die Kinder-Intensivstationen in der Schweiz vermehrt Fälle des Pädiatrischen multisystemischen inflammatorischen Syndroms PIMS festgestellt. Dieses tritt nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 auf. Fachpersonen aus den Schweizer Kinderspitälern unter der Leitung des Universitäts-Kinderspitals Zürich und des Universitätsspitals Genf haben deshalb nun Richtlinien erlassen, wie PIMS diagnostiziert und behandelt werden soll.

 

Kinder sind relativ selten vom Coronavirus betroffen. Stecken sie sich an, zeigen sie meist keine oder nur milde Symptome. Bei wenigen Kindern kann mehrere Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 aber eine Entzündungsreaktion auftreten, das Pädiatrische multisystemische inflammatorische Syndrom PIMS. Es kommt dabei zu einer Überreaktion des Immunsystems. Die betroffenen Kinder haben tagelang hohes Fieber, häufig begleitet von Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Ausschlägen. Manchmal verschlechtert sich ihr Allgemeinzustand so rasch, dass die Kinder in ein Spital eingewiesen werden müssen und lebenswichtige Unterstützung in der Intensivstation benötigen.

 

Dank frühzeitiger Behandlung werden Betroffene wieder gesund

Die ersten Kinder mit dieser Krankheit wurden in der Schweiz im Mai 2020 beobachtet, im Anschluss an die erste Corona-Welle. Im Zuge der zweiten Welle stellten die Kinder-Intensivstationen in der Schweiz dann eine Zunahme der Fälle fest. Insgesamt wurden dieses Jahr landesweit mehr als 60 Kinder mit PIMS behandelt, die meisten in den letzten Wochen. Kann frühzeitig mit einer anti-inflammatorischen Behandlung begonnen werden, erholen sich die Patientinnen und Patienten in der Regel rasch und vollständig.

 

Richtlinien sollen gleiche Therapie für alle sicherstellen

Eine dringliche Arbeitsgruppe der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin SGI, geleitet durch Prof. Dr. med. Luregn Schlapbach (Leiter Intensivmedizin & Neonatologie am Kinderspital Zürich) und Prof. Dr. med. Peter Rimensberger (Leiter pädiatrische Intensivmedizin & Neonatologie am Universitätsspital Genf) hat heute Mittwoch, dem 30. Dezember 2020, nationale Richtlinien zur Diagnose und Therapie von PIMS publiziert.

 

Diese ersten Schweizer Empfehlungen haben sie mit infektiologischen, immunologischen und anderen Spezialistinnen und Spezialisten aller universitären Kinderspitäler erarbeitet. Dadurch soll sichergestellt werden, dass alle betroffenen Kinder dieselbe Therapie erhalten, welche auf dem neuesten Stand des Wissens beruht. 2/2 Auch wenn die Schweizer Kinderspitäler in den letzten Wochen mehrere Kinder pro Woche mit PIMS behandelt haben, bleibt die Krankheit insgesamt sehr selten. Bei Verdacht auf PIMS sollten Kinder unbedingt zur Kinderärztin, zum Kinderarzt oder in eine Notfallstation gebracht werden. Die Schutzmassnahmen für Kinder gegen SARS-CoV-2 gelten unverändert weiter. 


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