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Mit dem Portemonnaie um den Hals

Sibylle Kienast (Foto: Urs Heinz Aerni)
Sibylle Kienast (Foto: Urs Heinz Aerni)

DMZ – KULTUR ¦ Urs Heinz Aerni ¦

 

Ob es schneit oder die Sonne brennt, ob gerade Lockdown oder nicht, die Floristin Sibylle Kienast verleiht dem Quartier mit ihrem Blumenvelo Farbe.

 

Urs Heinz Aerni: Frau Kienast, man sieht Sie bei Wind und Wetter zum Beispiel im Zentrum Albisrieden oder beim Hubertus mit Ihrem Blumenvelo stationiert und es scheint, stets in guter Laune. Wie machen Sie das und was tun Sie, wenn es mit der Stimmung mal nicht zum Besten steht?

Sibylle Kienast: Ich bin eigentlich sehr dankbar über die Möglichkeiten die sich mir bieten. Wenn es mir mal nicht so gut geht, nehme ich mir das zu Herzen und dann geht es mir schon wieder besser. Von Grund auf bin ich ein fröhlicher Mensch.

 

Aerni: Sie durften trotz Lockdown für die Passanten mit Ihrem Blumensortiment da sein. Wie haben Sie die Stimmung der Kundschaft in den letzten Wochen erlebt?

Kienast: Es gibt solche Menschen, die mir erzählen, wie belastend sie die momentane Situation empfinden. Es gibt auch sonst im Leben erfreuliches und weniger erfreuliches. Die Blumen sind auf alle Fälle einen Aufsteller.

 

Aerni: Wie läuft denn für Sie das Geschäft? Wurde gespart bei den Blumen?

Kienast: Das ist für mich schwierig zu sagen. Ich habe noch keine grossen und zu vergleichende Erfahrungswerte.

 

Aerni: Blumenverkauf an frischer Luft scheint in diesen Zeiten die Idee gewesen zu sein. Wie kamen Sie denn darauf?

Kienast: Eigentlich konnte ich ein Blumengeschäft übernehmen. Das wollte ich aber nicht.

 

Aerni: Warum denn nicht?

Kienast: Mein Wunsch war eigentlich auf dem Markt zu arbeiten, eben an der frischen Luft.

Ich habe meine Möglichkeiten ausgelotet und gemerkt, dass ich auf meine eigene Art mein Wunsch erfüllen kann. Mein Freund hat mir bei der Umsetzung des fahrbaren Blumenvelos sehr geholfen.

 

Aerni: Sie liefern Blumen auch nach Hause und nehmen Bestellungen per Telefon oder über die Webseite entgegen. Was sind die Tendenzen, wo verkaufen Sie mehr Blumen?

Kienast: An den mobilen Standorten, als beim Velo mit Anhänger verkaufe ich hauptsächlich Blumen. Es ist mir wichtig, den Menschen zu begegnen, damit ich weiss, welche Wünsche und Bedürfnisse sie haben. So kann ich gut darauf eingehen und in die Gestaltung einfliessen lassen. Es ist wichtig, dass ein Vertrauen da ist zwischen den Kunden und mir. Da ist eine persönliche Begegnung hilfreich.

 

Aerni: Unter uns: Kaufen mehr junge oder ältere Menschen bei Ihnen?

Kienast: Es kommen ganz verschiedene Menschen zu mir. Das reicht von der alten Dame bis zum Kind mit dem Portemonnaie um den Hals.

 

Aerni: Verraten Sie uns Ihre drei Lieblingsblumenarten?

Kienast: Es gibt viele Blumen die ich mag. Besonders hervorheben möchte ich das Schneeglöcklein, die Mohnblumen und die Sonnenblume.

 

 

Sibylle Kienast lebt in Albisrieden, ist selbstständige Floristin und mit ihrem mobilen Veloblumenladen unterwegs und ist an verschiedenen Standorten in Albisrieden anzutreffen, mit Schweizer Blumen oder Sträussen im Sortiment.
www.kienast-blumen-blumenvelo.business.site


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