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CH / AT: Der Gastrobranche geht es so gut wie vor Jahrzehnten letztmals

DMZ –  >WIRTSCHAFT ¦ Anton Aeberhard ¦

KOMMENTAR

 

Immer noch müssen gewisse Medien die Wünsche und Forderungen der Gastrobranche erfüllen, sonst fallen Inserate und Unterstützung weg. Aus Angst diese zu verlieren werden weiterhin Lügen verbreitet. Denn in Tat und Wahrheit geht es der Gastrobranche so gut, wie letztmals vor Jahrzehnten. Seit in der Schweiz bekannt wurde, dass die Coronapandemie, bzw. die Hilfsmassnahmen in der Krise, einen massiven Aufschwung bedeutet hat für das Gastrogewerbe teilt nun auch der Kreditschutzverbandes KSV1870 in Österreich mit, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 59 % gesunken ist! Eine Sensation. Darunter ist auch das Gastgewerbe, dass profitiert hat von den unerwarteten Geldern. Die offiziellen Zahlen des Bundes und von Cafetier Suisse waren bereits letzte Woche klar und verständlich. Wer aktuell in Konkurs geht, wäre auch ohne Pandemie in Konkurs gegangen.

 

Viele Experten fordern bereits den sofortigen Stopp der Staatshilfen nach dem "Gieskannenprinzip". Dadurch würden finanzschwache Betriebe nur künstlich am Leben gehalten werden. Dies sei eine Gefahr für gesunde Betriebe.

 

Situation Schweiz

Immer mehr Gastrobetriebe (die Mehrheit) ist sehr gut dran. Einige sogar besser als ohne Pandemie, da nun Gelder fliessen, egal welche Umsätze man erzielt (EO, KAE, Härtefallgelder, Mietreduktionen, u.v.m. - dazu kommt Take-Away und Büezer-Beizen). Deshalb werden immer mehr Stimmen aus dem Gastrogewerbe laut, dass der Imageschaden, der von Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer durch seine unkompetenten und im Alleingang geführten Tiraden verursacht wurden, mittlerweile sehr gross ist und dieser deshalb den Stuhl endlich räumen solle.

 

So äusserte sich unlängst auch Dirk Hany, Bar am Wasser, zu den utopischen Forderungen des Gastro-Präsidenten: "Wenn 3000 Gastro-Betriebe in Zürich aufmachen, strömen 200'000 Leute in die Stadt. Und glauben, die Pandemie ist vorbei." "Wir müssen jetzt auf die Zähne beissen, sonst droht der dritte Lockdown", sagen auch Michel Gygax (Geschäftsführer von KG Gastrokultur, betreibt mehrere Restaurants in Bern) und Diego Dahinden (betreibt das «Kapitel», eine Mischung aus Restaurant, Bar und Club in Bern).  

 

Der Bundesrat verzichtet vorerst auf weitere Lockerungsschritte im Kampf gegen das Coronavirus. Dies stösst auch auf Unverständnis bei der "stämpfelnden und täubelnden" SVP, diese spricht sogar von einem "Schlag ins Gesicht". Nebst der Mehrheit aus Bevölkerung und Politik sieht auch der Arbeitnehmerverband Travail Suisse die Massnahmen als vernünftig und den Umständen angepasst. Der harte Aufprall wird für viele Gastronomen spätestens dann erfolgen, wenn der künstliche Eingriff durch die Regierung beendet wird und sich die Gastrobranche wieder mit der Realität, dem jahrzehntelangen "Beizensterben", auseinandersetzen muss. Allerdings wird der Knall so heftig werden, weil es der Verband bisher komplett verschlafen hat, Konzepte zu erstellen.

 

Situation Österreich

473 Firmen mussten seit Jahresbeginn Insolvenz anmelden – das ist pro Quartal gerechnet der niedrigste Wert seit 1977. Gleichzeitig sind die geschätzten Verbindlichkeiten überproportional stark um 86 % auf 157 Mio. Euro zurückgegangen. Seit dem 1. Lockdown im März 2020 haben sich die Firmenpleiten pro Woche um etwa 50 % reduziert. Wann es zu einer Trendumkehr kommen wird, ist offen und hängt auch von weiteren künstlichen Eingriffen der Bundesregierung ab. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen rechnet der KSV1870 aus heutiger Sicht zum Jahresende mit weniger Firmenpleiten als ursprünglich angenommen. 


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