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Regionaler geht nicht

DMZ – KULTUR ¦ Urs Heinz Aerni ¦

 

Der Biologe Manuel Larbig erzählt in seinem Buch von seinen Erlebnissen mit Wildkräutern und zeigt, wie man sie bestimmen und kulinarisch verwerten kann.

In Zusammenarbeit mit dem Penguin Verlag und durch die Vermittlung von Urs Heinz Aerni veröffentlichen wir hier ein Interview mit ihm zu diesem Buch.

 

Herr Larbig, wie sind Sie zum Sammeln von Wildkräutern gekommen?

Nach dem Biologiestudium habe ich mich im Rahmen meiner Survivaltrips zunächst einmal für die Verwendbarkeit von Wildkräutern als Notnahrung interessiert. Mit der Zeit erkannte ich dann, dass Wildkräuter viel mehr zu bieten haben als nur Makronährstoffe. Viele haben nicht nur einen ganz eigentümlichen Geschmack und sind reich an unterschiedlichsten Mikronährstoffen, sondern sind aus vielerlei Gründen furchtbar spannend.

 

Was mögen Sie besonders gerne am Sammeln von Wilden Kräutern?

Auch wenn ich für Waldsamkeit regelmäßig Kurse und Führungen „im Grünen“ gebe, verbringe ich doch einen recht großen Teil meiner Arbeitszeit vor dem Laptop. Für mich ist Wildkräutersammeln ein idealer Ausgleich. Ich liebe es, „botanisierend“ durch die Wiese zu laufen. Das hat etwas von einer Schatzsuche und beim Erkunden der mich umgebenden Artenvielfalt lasse ich alles hinter mir zurück. Außerdem esse ich sie einfach gerne und es verleiht mir ein Freiheitsgefühl, mich (zumindest teilweise) selbst zu versorgen.

 

Wieso sollten wir Kräuter lieber selbst sammeln, anstatt sie im Supermarkt zu kaufen?

Für mich ersetzt das Sammeln von Wildkräutern nicht den Einkauf im Lebensmittelgeschäft, vielmehr ist dies eine wunderbare Ergänzung. Es macht zum einen großen Spaß, sich mit unserer heimischen Flora zu beschäftigen. Wildkräuter sammeln ist nicht nur kostenlos, sondern auch super nachhaltig: Bio, sozial verträglich - da selbst gesammelt, und regional - regionaler als vor der Haustür geht gar nicht.

 

Welche Wilden Kräuter können auch Anfänger*innen leicht erkennen und sammeln?

Zu Beginn sollte man sich auf häufige Arten beschränken, die keine giftigen oder gesundheitsschädlichen Verwechslungspartner haben. Dazu gehören die Klassiker wie Brennnessel, Gänseblümchen, Löwenzahn und Co. Doch es gibt auch einige bekannte Küchenwildkräuter wie Giersch, die zum Teil sehr giftige Verwechslungspartner haben, welche man unbedingt kennen sollte.

 

Welche Tipps haben Sie für all diejenigen, die sich bisher noch nicht mit dem Sammeln von Kräutern beschäftigt haben, aber gerne damit beginnen möchten?

Ich empfehle, zunächst eine Wildkräuterführung mitzumachen, mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt Angebote. Doch hier sollte man sich die Expertise der Person etwas genauer ansehen. Leider gibt es auch hier immer wieder schwarze Schafe, die zum Teil sehr gefährliche oder veraltete Weisheiten vermitteln. Ansonsten gibt es dazu viele tolle Bücher auf dem Markt. Wichtig ist, dass man sich zu Beginn nicht selbst überfordert und zu hohe Erwartungen an sich selbst und den Lernfortschritt stellt. Wenn es einem Spaß macht, läuft es von ganz alleine, auch wenn es zu Beginn etwas dauert, sich „zurecht zu finden“.

 

 

Manuel Larbig, Jahrgang 1987, ist Biologe, Wildkräuternarr und Outdoorexperte. Er gibt deutschlandweit Wildkräuterworkshops und Survivalkurse, denn er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen für die Natur zu begeistern. Nach seinem Buch »Waldwandern« entführt er uns mit »Mein Wildkräuter-Guide« in das Reich der heimischen Flora und zeigt uns, wie auch wir zum Sammler werden können.

Das Buch: Manuel Larbig: „Mein Wildkräuter-Guide“, Von Rauke, Rapunuel und anderen schmackhaften Entdeckungen am Wegesrand – Mit vielen Sammeltipps für Wald, Wiese und Großstadt, Penguin Verlag

 

 

 

Quelle: Penguin Verlag München / UHA


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