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AT: Corona: 1-G in Discos ab Herbst möglich, wenn Infektionszahlen weiter steigen

(c)Stefanie Freynschlag
(c)Stefanie Freynschlag

DMZ –  GESETZ / POLITIK ¦ Markus Golla ¦

 

Bis dahin Impfquote erhöhen und Auffrischungsimpfungen anbieten

 

Wien (OTS) – Wir liegen nach wie vor im oberen Drittel im europäischen Vergleich, was die Infektionszahlen betrifft, obwohl wir eine weitaus höhere Testrate haben als die meisten anderen europäischen Länder. Dennoch steigen seit einigen Wochen auch bei uns die Infektionszahlen ebenso wie in vielen anderen europäischen Ländern wieder an. Im Unterschied zum Frühjahr ist die Hospitalisierungsrate deutlich geringer und die Anzahl der Menschen, die sich im Spital befinden, liegt derzeit bei rund 320. Im Vergleich zum August des Vorjahres verzeichnen wir derzeit allerdings höhere Zahlen – sowohl in punkto Neuinfektionen als auch hinsichtlich der Hospitalisierungen. Der überwiegende Teil der aktuell Hospitalisierten hat noch keine Impfung erhalten. Auch bei den Infektionszahlen ist der Anteil derer, die nicht geimpft sind, um ein Vielfaches höher als bei den Vollimmunisierten. So liegt die 7-Tages-Inzidenz in der Gruppe der 18-59-Jährigen unter den vollständig Geimpften bei 35, unter den nicht oder nur teilweise Geimpften bei 192 (AGES-Daten vom 19.8.).

 

Die Entwicklungen hierzulande und auch in anderen europäischen Ländern zeigen, dass der Grund für das starke Wachstum die höhere Ansteckungswahrscheinlichkeit der Delta-Variante ist. Die Delta-Variante dürfte eine 40-60% höhere Übertragbarkeit als die Alpha-Variante (früher bekannt als britische Variante) haben. Einer chinesischen Pre-Print-Studie zufolge könnte die Viruslast sogar bis zu 1.000 Mal höher sein als beim Wildtyp.

 

Bis jetzt ist es durch die hohen Infektionszahlen nicht zu einer Überlastung der Spitalskapazitäten gekommen. Länder wie Großbritannien oder Malta hatten bereits Anfang des Sommers einen massiven Anstieg der Infektionszahlen zu verzeichnen. Die Zahlen in diesen Ländern waren inzwischen rückläufig, steigen nun aber wieder an. In Staaten wie den USA oder Israel steigen die Zahlen bereits seit Wochen massiv an.

 

Expertinnen und Experten bekräftigen, dass die Impfung die einzige längerfristig wirksame Maßnahme in der Pandemiebekämpfung ist. Eine neue Auswertung bestätigt die Wirksamkeit der Impfung: Laut AGES liegt die Impfeffektivität für den Zeitraum Februar bis Mitte August 2021 für die Altersgruppe 40-59 Jahre bei rund 91 %. Das bedeutet, dass von 100 vollständig geimpften Personen 91 durch die Impfung vor einer symptomatischen SARS-CoV2-Infektion geschützt wurden.

 

Österreich setzt daher – neben den bisher gültigen Basis- und Schutzmaßnahmen – die folgenden Schwerpunkte:

 

  1. 1G-Regelung könnte ab Herbst in Bereichen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko wie der Nachtgastronomie notwendig werden: Die Bundesregierung hat stets betont, dass der Ansatz, den wir verfolgen, ein risikobasierter Ansatz ist. In der Nachtgastronomie haben wir die Situation, dass viele Ungeimpfte auf Geimpfte treffen. Daher gibt es hier besonderes Risiko von sogenannten Superspreader-Events. Diese gilt es möglichst zu verhindern. Ab Herbst, wenn sich das soziale Leben wieder nach Innen verlagert, die Infektionszahlen weiter steigen und die Impfquote unter den Jungen niedrig bleibt, könnte eine 1G-Regelung etwa in der Nachtgastronomie notwendig werden.
  2. Durchimpfungsrate weiter erhöhen: Das Bundeskanzleramt verstärkt zielgruppenspezifisch die Aktivitäten der bundesweiten Österreich-Impft-Kampagne, um die Rate der Erstimpfungen wieder zu steigern und die Durchimpfungsrate kontinuierlich zu erhöhen. Das Gesundheitsministerium bleibt im regelmäßigen Austausch mit den Bundesländern zu möglichst niederschwelligen Impfangeboten, forciert den Wissens- und Erfahrungsaustausch und setzt Schwerpunkte in spezifischer Stakeholder-Kommunikation.
  3. Stich sobald als möglich: Darüber hinaus muss unser Ziel sein, den Impfschutz möglichst gut aufrechtzuerhalten. Erste Studien zeigen, dass bereits nach wenigen Monaten bei manchen Menschen der Impfschutz stark nachlässt. Deswegen hat das Nationale Impfgremium vergangene Woche die Empfehlung ausgesprochen, vulnerablen Gruppen sowie jenen mit Vektorimpfstoffen geimpften Personen frühestens 6 und spätestens 9 Monate nach der Vollimmunisierung und allen anderen Menschen 9 bis 12 Monate nach der Vollimmunisierung eine Auffrischungsimpfung anzubieten. Die Vorbereitungen dafür laufen mit den Bundesländern auf Hochtouren und bereits Anfang September werden in den Alten- und Pflegeheimen die ersten Auffrischungsimpfungen verabreicht.

Darüberhinaus evaluieren wir die epidemiologische Lage laufend und setzen gemeinsame Planungsschritte für den Herbst. Wir sind dabei in engem Austausch mit den Expert:innen und den Bundesländern und stimmen uns auch international ab.

 

Zitat Bundeskanzler Sebastian Kurz: „Österreich hat die Corona-Pandemie bisher vergleichsweise gut gemeistert. Wir müssen aber gut auf den Herbst vorbereitet sein, denn die Zahlen werden wieder steigen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann braucht es die 1G Regel für Diskotheken und Nachtklubs. Mit der Impfung haben wir das beste Mittel in der Hand, um der Pandemie Herr zu werden und unser Gesundheitssystem zu schützen. Daher gilt es nun weiterhin so viel wie möglich zu impfen, um sich selbst und andere zu schützen.“

Zitat Gesundheitsminister Dr. Wolfgang Mückstein: „Aktuelle Prognosen der Wissenschaftler:innen zeigen uns, dass wir die Impfrate weiter erhöhen müssen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Ich appelliere daher an alle, die bisher noch nicht geimpft sind: Informieren Sie sich über die Impfung und nützen Sie eines der zahlreichen Impfangebote. Sie schützen damit sich selbst und auch Ihre Lieben vor einer schweren Erkrankung!“


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