Rund die Hälfte jener Menschen, die wegen Corona ins Spital mussten, leiden selbst ein Jahr nach ihrer Erkrankung noch an Langzeitfolgen

DMZ – WISSENSCHAFT ¦ MM ¦ AA ¦     

 

Das gesamte Spektrum der langfristigen gesundheitlichen Folgen von COVID-19 bei Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, ist weitgehend unklar. Ziel der Studie war es, die Folgen zwischen 6 Monaten und 12 Monaten nach Symptombeginn bei Krankenhausüberlebenden mit COVID-19 umfassend zu vergleichen. Die Studie zu Long Covid kommt zum Schluss: Einer von drei Patienten noch nach einem Jahr kurzatmig.

 

Rund die Hälfte jener Menschen, die wegen Corona ins Spital mussten, leiden selbst ein Jahr nach ihrer Erkrankung noch an Langzeitfolgen. Dies zeigt eine chinesische Studie, die am Freitag in der Fachzeitschrift «The Lancet» erschienen, Link öffnet in einem neuen Fenster ist. Laut den Autoren sei einer von drei Patienten auch noch nach einem Jahr kurzatmig.

 

Bei Patientinnen und Patienten, die mit einem schweren Verlauf auf einer Intensivstation lagen, sei der Anteil der Menschen mit Langzeitfolgen noch höher. Die Forscher nutzten die Krankenakten von fast 1300 Patienten, die zwischen Januar und Mai 2020 in einem Spital in Wuhan behandelt wurden, wo das Virus zuerst entdeckt wurde.

 

Gemäss der Studie lag der Anteil der Patienten mit mindestens einem verbleibenden Symptom oder einer Folgeerkrankung nach einem halben Jahr bei 68 Prozent, nach einem Jahr bei 49 Prozent. Gleichzeitig stellten die Forscher allerdings auch fest, dass eine Mehrheit von 88 Prozent ein Jahr nach ihrer Erkrankung wieder arbeiten konnte.

 

Weitere Studie vom 28.3.2021

Studie: Charakterisierung von Long COVID in einer internationalen Kohorte: 7 Monate Symptome und ihre Auswirkungen

(C) Romolo Tavani
(C) Romolo Tavani

DMZ – WISSENSCHAFT ¦ Markus Golla ¦

 

Zielsetzung: Charakterisierung des Symptomprofils und des Zeitverlaufs bei Patienten mit langem COVID sowie der Auswirkungen auf das tägliche Leben, die Arbeit und die Rückkehr zur Ausgangsgesundheit.

 

Design: International webbasierte Umfrage zu vermuteten und bestätigten COVID-19-Fällen mit einer Krankheit, die länger als 28 Tage andauert und vor Juni 2020 beginnt.

Setting: Verteilung von Umfragen über Online-COVID-19-Selbsthilfegruppen und soziale Medien

 

Teilnehmer: 3.762 Befragte aus 56 Ländern haben an der Umfrage teilgenommen. 1166 (33,7%) waren 40-49 Jahre alt, 937 (27,1%) waren 50-59 Jahre alt und 905 (26,1%) waren 30-39 Jahre alt. 2961 (78,9%) waren Frauen, 718 (19,1%) waren Männer und 63 (1,7%) waren nicht binär. 8,4% gaben an, ins Krankenhaus eingeliefert worden zu sein. 27% gaben an, eine im Labor bestätigte Diagnose von COVID-19 erhalten zu haben. 96% berichteten über Symptome nach 90 Tagen.

 

Ergebnisse: Die Prävalenz von 205 Symptomen in 10 Organsystemen wurde in dieser Kohorte geschätzt, wobei 66 Symptome über einen Zeitraum von sieben Monaten verfolgt wurden. Bei den Befragten traten Symptome in durchschnittlich 9,08 Organsystemen (95% -Konfidenzintervall 9,04 bis 9,13) auf. Die häufigsten Symptome nach dem 6. Monat waren: Müdigkeit (77,7%, 74,9% bis 80,3%), Unwohlsein nach Belastung (72,2%, 69,3% bis 75,0%) und kognitive Dysfunktion (55,4%, 52,4% bis 58,8%). . Diese drei Symptome waren auch die drei am häufigsten berichteten insgesamt. Bei denjenigen, die sich in weniger als 90 Tagen erholten, erreichte die durchschnittliche Anzahl der Symptome in Woche 2 ihren Höhepunkt (11,4, 9,4 bis 13,6), und bei denjenigen, die sich in 90 Tagen nicht erholten, erreichte die durchschnittliche Anzahl der Symptome ihren Höhepunkt in Monat 2 (17,2, 16,5 bis 17,8). Bei Befragten mit Symptomen über 6 Monate traten im Monat 7 durchschnittlich 13,8 (12,7 bis 14,9) Symptome auf. 85,9% (84,8% bis 87,0%) erlitten Rückfälle, wobei körperliche Betätigung, körperliche oder geistige Aktivität und Stress die Hauptauslöser waren. 86,7% (85,6% bis 92,5%) der nicht wiederhergestellten Befragten waren zum Zeitpunkt der Umfrage müde, verglichen mit 44,7% (38,5% bis 50,5%) der wiederhergestellten Befragten. 45,2% (42,9% bis 47,2%) gaben an, im Vergleich zur Vorerkrankung einen reduzierten Arbeitsplan zu benötigen, und 22,3% (20,5% bis 24,3%) arbeiteten zum Zeitpunkt der Umfrage aufgrund ihres Gesundheitszustands nicht.

 

Schlussfolgerungen: Patienten mit langem COVID berichten von einer verlängerten Multisystembeteiligung und einer signifikanten Behinderung. Die meisten waren 6 Monate lang nicht zu früheren Arbeitsniveaus zurückgekehrt. Viele Patienten sind nach 7 Monaten nicht genesen und leiden weiterhin unter einer signifikanten Symptombelastung.

 

Originalstudie:

Characterizing Long COVID in an International Cohort: 7 Months of Symptoms and Their Impact
Hannah E. DavisGina S. AssafLisa McCorkellHannah WeiRyan J. LowYochai Re’emSigne RedfieldJared P. AustinAthena Akrami
Zur Studie:

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