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Schwangere erkranken häufiger an Covid-19 - Experten fordern Impfung

DMZ –  GESUNDHEIT / WISSEN ¦ MM ¦ AA ¦              

 

Immer mehr Schwangere erkranken auch schwer an Covid-19, deshalb drängen Experten dazu, dass sich auch schwangere Frauen gegen das Coronavirus impfen lassen. In Schweizer, Österreicher und Deutschen Spitälern müssen derzeit häufiger Covid-positive Schwangere behandelt werden – auch auf Intensivstationen. Diese Fälle sind besonders dramatisch und liesse sich durch die Impfung verhindern. Schwangere hätten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, wenn sie sich mit Sars-CoV-2 infizieren. Bei ihnen sei das Immunsystem generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert. Laut neuesten Erkenntnissen besteht für Schwangere ein deutlich höheres Risiko, dass die Corona-Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt. In besonders schlimmen Fällen kann es sein, dass die Geburt früher eingeleitet werden muss als geplant.

 

Schwangere Frauen, die z.B. auf der Intensivstation an die Herz-Lungenmaschine angeschlossen werden müssen, sind besonders gefährdet. Für Mutter und Kind kann so eine Massnahme gravierende Folgen haben. Die betroffenen Patientinnen sind Frauen um die 30, die im Regelfall keinerlei Vorerkrankungen hätten. Auch für die behandelnden Teams sind diese Fälle sehr belastend: Die Frauen sind meistens im dritten Trimester der Schwangerschaft. Teils stünden Ärzte und Pflegekräfte vor der Frage, ob und wann das Kind entbunden werden müsse. Auch die Gabe von Medikamenten sei bei Schwangeren natürlich ein heikles Thema.

 

Sterblichkeitsrisiko für Schwangere erhöht

Die aktuelle Häufung hat nach Einschätzung diverser Experten und Gesundheitsämtern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), Prof. Thomas Schwenzer, Direktor der Dortmunder Frauenklinik, Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), Virologe Alexander Kekulé, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte, Christian Albring, Christian Drosten...) auch damit zu tun, dass die Variante B.1.1.7 deutlich ansteckender ist und schwerere Krankheitsverläufe verursacht und sprechen sich deshalb auch alle für die Impfung für Schwangere aus.

 

Studie

Die Forscher um Marian Knight von der University of Oxford hatten für ihre Untersuchung die Daten von mehr als 3.300 schwangeren Frauen analysiert. Diese waren zwischen März 2020 und Juli 2021 mit Covid-19 in britische Krankenhäuser eingeliefert worden. 

 

Im Laufe der Pandemie und mit der Ausbreitung neuer Varianten ist der Anteil der Schwangeren mit schweren Covid-Verläufen deutlich angestiegen.

 

So waren zu Beginn der Pandemie etwa 24 Prozent der hospitalisierten Schwangeren von einem moderaten bis schweren Corona-Verlauf betroffen. Doch mit Fortschreiten der Pandemie und dem Auftreten der Delta-Variante kam es häufiger zu schweren Verläufen: Zum Ende des Studienzeitraums hin waren den Forschenden zufolge ganze 45 Prozent der Schwangeren von moderaten bis schweren Corona-Verläufen betroffen.

 

Aus diesem Grund sprechen sich viele Frauenärzte und Hebammen auch für eine Impfung für schwangere Frauen aus, so wie Jacqueline Dunkley-Bent als leitende Hebamme des englischen staatlichen Gesundheitssystems NHS (National Health Service). In einem Schreiben hat sie sich an Hebammenkollegen und Hausarztpraxen im ganzen Land gewandt und auf die Notwendigkeit hingewiesen, schwangere Frauen zur Impfung zu ermutigen, um sie und ihr Baby zu schützen. Dunkley-Bent schreibt: „Impfstoffe retten Leben, und dies ist eine weitere deutliche Erinnerung daran, dass die Covid-19-Impfung Sie, Ihr Baby und Ihre Lieben schützen und aus dem Krankenhaus heraushalten kann“.

 

Fast alle Schwangeren (98 Prozent), die seit Mai 2021 mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, waren nicht geimpft gewesen.

 

 


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