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Arena (SRF) verhindert Teilnahme vom Ja-Komitee

DMZ –  GESELLSCHAFT / POLITIK¦ Lena Wallner ¦     

KOMMENTAR

 

Wir haben bereits berichtet, dass das SRF lieber fragwürdige Personen mit noch fragwürdigeren Positionen einlädt, die mehr als genug Zeit zur Verfügung gestellt bekommen, um ihren Blödsinn unzensiert oder unkommentiert, zu verbreiten, statt Fachleuten. Nun  werden aber auch nicht einmal mehr Leute aus dem anderen Lager berücksichtigt. False Balance Hoch 2, also!? So kritisiert die Ja-Kampagne in ihrer aktuellen Medienmitteilung die Redaktion der Arena für die Zusammensetzung der Teilnehmenden am kommenden Freitag. Die Gegenüberstellung von politischem «Establishment» auf der Ja-Seite und «Zivilgesellschaft» auf der Nein-Seite erweckt den falschen Eindruck, das Volk wehre sich gegen «die da oben in Bern», und erzeugt ein irreführendes «Framing», das am Schluss noch Stimmen kosten könnte. 

 

Kritik und Empörung

Die kommende Ausgabe der Arena löst auf Twitter erneut eine Flutwelle der Entrüstung aus – verständlicherweise. Es lässt sich nach zwei Jahren nicht mehr von der Hand weisen, dass bewusst die falschen Leute eingeladen werden – es geht leider nur noch um Einschaltquoten. Anders ist der Umstand nicht mehr zu erklären, dass komplett bildungsferne und wissensneutrale Personen ihren Senf auf einen Teil der Schweizer Bevölkerung loslassen dürfen.

 

Die jeweils notwendig werdenden Stellungnahmen von Seiten SRF werden auch immer wie verworrener und unübersichtlicher. Fakt ist, egal wie es dargestellt wird von SRF: Minderheitenmeinungen wird ungebührlich viel Raum gegeben – betonen muss man dabei, dass es sich um Meinungen handelt, nie um Fakten. Auch deshalb hat das spätestens jetzt nichts mehr im TV zu suchen.

 

Die Argumentationen, die letztlich natürlich immer die Bedeutung des Journalismus herausstellen sollen, stolpern immer über dieselbe Herausforderung: nämlich Fakten und Meinungen zu unterscheiden, sowohl beim Input (Recherche) als auch beim Output (Vermittlung). Was im TV gesendet wird, wird leider auch von vielen Leuten geglaubt, egal ob es sich um Fakten oder blosse Meinungen handelt. Vor allem dann, wenn es den Journalisten nicht gelingt, die Aussagen im entsprechenden Kontext erscheinen zu lassen. Doch gerade dies scheint in Mode gekommen zu sein. Aussagen machen lassen und bewusst unkommentiert lassen. Das geht natürlich nicht, wenn man ausgewogen Berichten möchte. Aber genau das möchte man eben offenbar nicht.

 

Denn eigentlich ist es ja einfach: Die Idee der “Ausgewogenheit” betrifft die Qualitätskriterien Repräsentativität, Vollständigkeit und Relevanz. Und bei der Auswahl der Gäste scheitert es in den meisten Fällen grad bei allen drei Kriterien. False Balance vorprogrammiert!

 

Das heisst, der Unterschied von Meinungen und Tatsachen verwischt. 

 

 

Entscheidung nicht nachvollziehbar 

"Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wieso die Arena die Teilnehmer aus der Zivilgesellschaft derart einseitig ausgewählt hat. Das überparteiliche Komitee hat der Redaktion drei Mal vorgeschlagen, auch für das Ja-Lager Vertreter/innen der Zivilgesellschaft einzuladen und die Freidenker-Vereinigung hat ebenfalls versucht, dieses Anliegen einzubringen. Auch auf Twitter wurde die Arena schon heftig kritisiert.", ist in der Medienmitteilung des Ja-Komitees zu lesen.

 

"Man muss schon sagen, dass die Redaktion hier die Öffentlichkeit mit einer einseitigen Besetzung regelrecht in die Irre führt."

Peter Metzinger, Kampagnenleiter der Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz.

 

 

Erfreut über hohe Zustimmung

"Das Komitee "Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz" ist erfreut über die weiterhin hohe Zustimmung zum COVID-Gesetz, warnt jedoch gleichzeitig davor, sich zu sicher zu fühlen. Die Arena-Redaktion wird für die Zusammensetzung der Teilnehmerrunde am Freitag scharf kritisiert. 

Trotz einer gemäss den heute bekanntgewordenen Umfragen weiterhin sehr hohen Zustimmung der Bevölkerung besteht laut der Tamedia-Umfrage noch ein 10%iges Risiko, dass das COVID-Gesetz trotzdem abgelehnt werden könnte.", hält das Komitee in ihrer Medienmitteilung fest.

 

Eine Annahme sei jedoch essentiell, damit weiterhin der politische Rückhalt für die Massnahmen bestehe, die uns durch den Winter bringen würden – je deutlicher, desto besser. "Es kommt deshalb auf jede Stimme an. Die Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft wird bis zur letzten Minute alle zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung setzen, um die stille Mehrheit zum Abstimmen zu bewegen."

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