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Österreich, Deutschland und die Schweiz hinken bei Omikron-Suche hinterher

DMZ –  GESUNDHEIT / WISSEN ¦ A. Aeberhard ¦       

KOMMENTAR

 

Die Omikron-Variante breitet sich rasend schnell aus. Aktuellstes Beispiel sind die USA, dort waren bereits rund 73 Prozent der neuen Corona-Infektionen in der vergangenen Woche Ansteckungen mit der neuen Virus-Variante. Sie ist damit in den USA bereits dominant geworden. Aktuell ist überall festzustellen, dass die Omikron-Variante sich insbesondere unter jungen Leuten ausbreitet. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Omikron bald dominant, falls es nicht längst soweit ist. Denn wenn man nicht flächendeckend sequenziert, weiss man auch nicht wo man steht. Als „grob fahrlässig“ ist dieses Vorgehen der drei Länder einmal mehr zu benennen. Auch muss endlich über verschärfte Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie nachgedacht werden. Agieren statt reagieren – vorausplanen, statt ewig hinterher humpeln. Andere Länder zeigen auf, wie man es richtig macht. Leute, die sich der Realität noch verwehren und feiern vor Vernunft setzen, feiern unter Umständen ihre letzte Weihnachten.

 

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Omikronzahlen noch überschaubar. Aber wer nicht sequenziert, wird auch nichts finden. Es wird kaum sequenziert, es wird nicht überall auf die neue Variante getestet, daraus ergibt sich auch das Ungleichgewicht in der Verteilung der bisher bekannten Fälle. Man geht von Schätzungen aus und spricht teilweise von rund 30% der Fälle, die die neue Variante ausmachen. Die tatsächlichen Zahlen sollen aber wesentlich höher liegen.

Die drei Länder hinken also auch bei der konsequenten Suche nach Omikron hinterher und die Proben, die an Labors gehen sind relativ sporadisch und zusätzlich auch noch typischerweise mehrere Wochen alt. So das vernichtende Urteil der Experten. In Ländern wie Dänemark wird annähernd jede Probe, die positiv ist innerhalb von wenigen Tagen sequenziert. Deshalb hat man dort auch verlässliche Zahlen und sieht die Katastrophe.

 

Vor allem Junge

Auffallend an der Ausbreitung von Omikron ist, dass insbesondere unter den 20- bis 30-Jährigen eine sehr hohe Inzidenz herrscht. Das ist wahrscheinlich u.a. Auch darauf zurückzuführen, dass diese Gruppen die höchsten sozialen Kontakte haben, aber bislang auch sehr gut durch ihre Impfung gegen die Delta-Variante geschützt waren. Gegen Omikron müsse man die gleichen Massnahmen ergreifen wie gegen die Delta-Variante, sagen Experten. Bereits geimpfte Personen sollten ihren Schutz zudem rechtzeitig auffrischen. Zum einen weil der Schutz im Zeitverlauf nachlasse, zum andere weil bei Omikron ein noch höherer Immunschutz erforderlich sei, um Ansteckungen zu verhindern. Neben der Impfung komme es weiter darauf an, Kontakte zu reduzieren oder bei Treffen durch Masken oder Lüften das Risiko eine Infektion zu senken. Da Omikron ansteckender sei als Delta müsse man über eine Intensivierung dieser Massnahmen nachdenken. Und vor allem diese nicht erst nach den Feiertagen. Feiertage sind richtige Spreaderevents.

 

Neuer Expertenrat in Deutschland

 

Was Bund und Länder an neuen Schutzmassnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus‘ auf den Weg gebracht haben, ist angesichts der klaren Worte des neuen Expertenrats und der neuen Lageeinschätzung des Robert-Koch-Instituts überraschend wenig und tritt überraschend spät in Kraft. So sieht es leider auch in der Schweiz und in Österreich aus. Es wird zu wenig getan und immer zu spät. 

 

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