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Ist die ZEITARBEIT der Game Changer, um weitere Berufsaussteiger*innen im Pflegeberuf zu halten?

(C) Syda Productions
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DMZ – ARBEITSWELT ¦ Markus Golla ¦                              (C) Syda Productions 

 

 

Die Suche nach qualifizierten und motivierten Pflegekräften gestaltet sich schon jetzt für viele Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen als herausforderndes Unterfangen. Ähnlich geht es auch den Unternehmen der Zeitarbeit und eine Besserung ist nicht in Sicht.

 

Im Gegenteil: Die Zahl derjenigen, die in der Pflege arbeiten, nimmt stetig ab – bis zum Jahre 2030 werden rund 75.000 Personen zusätzlich in der Pflege und Betreuung gebraucht. Das ergibt eine Schätzung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in Österreich. Die Folge: Bereits heute können sich gute Pflegekräfte aus einer Vielzahl an Job- Angeboten das Beste heraussuchen.

 

Das heißt, nur wer sich auf dem Arbeitsmarkt gezielt als attraktiver Arbeitgeber präsentieren kann, wird künftig über das notwendige Personal verfügen.

 

Dieser Herausforderung stellt sich seit längerem auch die Zeitarbeitsfirma PFLEGEGRUPPE.

„Manche Pflegekräfte nutzen ein Beschäftigungsverhältnis mit uns, um gewisse Phasen in ihrem Leben zu überbrücken ohne erwerbslos zu sein“, erklärt DGKP Karin Hamminger, Geschäftsführerin der Pflegegruppe GmbH. Ein Beispiel hierfür kann das Planen einer Selbstständigkeit sein oder ein berufsbegleitendes Studium, für welches besondere Dienstzeiten erforderlich sind. Attraktiv wird Zeitarbeit zudem aufgrund Ihrer höheren Flexibilität.

 

Sowohl Arbeitszeiten, Gehalt, als auch Einsatzorte und Tätigkeitsfelder sind hier verhandelbar. „Dies ist für viele Kolleginnen und Kollegen ein großer Anreiz“, bestätigt Hamminger.

 

Ferner identifizieren sich Pflegekräfte der Zeitarbeit anders mit den Unternehmen, in denen sie eingesetzt werden, als die Stammbelegschaft. Die Distanz zwischen ihnen und der Organisation ist hier weit größer. Somit werden unternehmensinterne Strukturen nicht so kritisch gewertet, da sich externe Pflegekräfte auf Grund der zeitlichen Determination ihres Einsatzes weniger mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen.

 

Eines unserer Erfolgsrezepte sind die vertraglichen Rahmenbedingungen wie die Planbarkeit der Einsätze oder eine angemessene überkollektivvertragliche Entlohnung.

 

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind ein weiteres Indiz, sich einer Zeitarbeitsfirma anzuschließen. Unsere Beschäftigten werden bei der Harmonisierung von Beruf und Familie unterstützt und bei der Dienstplanung werden die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. Überstunden erfolgen nur auf Wunsch und die Anzahl der direkt aufeinander folgenden Dienste sind begrenzt.

 

Eines ist uns besonders wichtig und muss daher erwähnt werden: Wir werben Pflegekräfte nicht ab, die sich bereits in einem anderen Angestelltenverhältnis befinden – wir wollen Aussteiger*innen eine Perspektive geben bzw. bereits Ausgestiegene zurückgewinnen, erklärt Hamminger.

 

Wir bedienen uns an keinem Prämiensystem zur Ab- oder Anwerbung, die Pflegekräfte kommen von selbst zu uns. Wir setzen auch keine Aktionen, die bewirken, dass die Personaldecke bei unseren Kund*innen noch dünner wird, als sie meist ohnehin schon ist.

 

Und dennoch gibt es sie – die zwei Gruppen: Die einen die sich mehr Flexibilität wünschen und die anderen – für die die Zeitarbeit eine Möglichkeit ist, zunächst bei vielen Arbeitgebern „reinzuschnuppern“ und sich dann zu entscheiden, wo sie langfristig arbeiten wollen.

Anmerkung: 10 bis 20 Prozent unserer Mitarbeiter*innen wechseln früher oder später dauerhaft in eine Festanstellung bei einem unserer Kund*innen.

 

Eine höhere Entlohnung ist darauf zurückzuführen, dass die höhere Flexibilität, die in der Zeitarbeit gefordert ist, und die teilweise höhere Arbeitsbelastung honoriert werden müssen. Schließlich sind es oft Einrichtungen mit einem großen Personalmangel, die unsere Hilfe benötigen. Wenn

unsere Mitarbeiter*innen in solche Einrichtungen überlassen werden, heißt das auch mehr Arbeit für sie. Gerade in der Pflege, wo Mitarbeiter*innen immer wieder über mangelnde Wertschätzung klagen, ist eine angemessene Bezahlung auch eine wichtige Form der Anerkennung.

 

Anhand der vielen Bewerbungen in den letzten Monaten ist uns eines klar: Für viele Pflegekräfte ist eine Zeitarbeitsfirma der letzte Versuch, in dem Beruf bleiben zu können. Gäbe es diese Möglichkeit nicht, würden wohl viele den Pflegeberuf für immer verlassen. Und das wäre in Zeiten der Personalnot fatal. Gerade hatten wir eine Bewerberin, die gesagt hat: „Eigentlich liebe ich meinen Beruf, aber die derzeitigen Arbeitsbedingungen sind so schlecht, dass ich nur noch raus will. Sie sind mein letzter Versuch zu bleiben.“

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