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Literatur Festival "Die Rahmenhandlung - Interview mit Judith Barbara Shoukier von Christine Schwitter

Judith Barbara Shoukier (copyright Judith Barbara Shoukier)
Judith Barbara Shoukier (copyright Judith Barbara Shoukier)

DMZ – KULTUR - Rahmenhandlung ¦

 

Ein wundervolles Projekt von Alon Renner, seines Zeichens Musik-Manager.

Er lädt in sein Haus ein für eine Lesung der ganz besonderen Art. Ein Literatur Festival mit 16 Lesenden, namhaften Autorinnen und Autoren und spannende Menschen die lesen. In den Schlafzimmern, in der Bibliothek und in der Wohnstube. Vom 27.08 – 30.08.20 findet das Festival "DIE RAHMENHANDLUNG

- AUSGEWÄHLTE HAUSGESCHICHTEN" in Zürich Wiedikon statt.

Wir publizieren eine spannende Interview-Serie - Wir haben die 16 Lesenden gebeten sich gegenseitig zu interviewen.

 

Interview mit Judith Barbara Shoukier

14.08.2020 per Skype

Von Christine Schwitter-Müller

 

Am Literatur Festival «Die Rahmenhandlung» vom 27.-30. August 2020 in Zürich werden wir uns zum ersten Mal begegnen. Vorher tauschen wir uns schon einmal telefonisch aus, um zu schauen, wer da noch so lesen wird an diesem kreativen Anlass.

 

Liebe Judith, wer bist Du?

Ich bin Judith Barbara Shoukier, stamme aus einer multikulturellen Familie und habe mit meinem Mann eine ebensolche gegründet. Aufgewachsen im bernischen Huttwil lebe ich nach Stationen in der Stadt Bern, in Fribourg, Hamburg, Kopenhagen, Singapur und Frankfurt heute im Kanton Thurgau. Genauso vielfältig sind meine Interessen: Ich konnte mir nie vorstellen, nur einen Beruf und den auch noch an einem Ort auszuüben. Ursprünglich Lehrerin – und dies sehr gerne – und Krisenpädagogin, arbeite ich heute als Unternehmerin im Bereich Consulting und Ausbildung, habe kürzlich einen Verlag gegründet und baue derzeit nebenbei mein eigenes Modelabel auf, bei welchem alles nachhaltig und regional produziert wird. Ich habe zudem einen grossen Garten, einen Hund und immer neue Ideen – Liegestuhlferien sind mir fremd.

 

Was sind Deine letzten Publikationen und welche Rolle spielt das Schreiben in Deinem Leben?

Vor wenigen Wochen erschien mein erstes Buch. Zusammen mit Dr. Ernst Bechinie veröffentlichte ich «Lebensmodelle ab 65 Jahren – Geschichten von Sinn und Erfüllung in der dritten Lebensphase». Zunächst fühlte ich mich in erster Linie zu jung für dieses Thema. Im Gespräch mit meinem Co-Autor und langjährigen Freund stellte sich aber rasch heraus, dass ich sehr wohl etwas dazu beizutragen habe. So ist ein Werk entstanden, bei welchem ich in einem ersten Teil die Theorie beisteuerte. Der Hauptteil besteht aus 23 Geschichten von Menschen in ebendieser Lebensphase. Abgerundet wird das Werk durch einen Übungsteil von Ernst Bechinie, in welchem dem Leser die Annäherung zum Thema ermöglicht wird. Und der Erfolg gibt uns recht: Bereits zwei Wochen nach der Veröffentlichung ist das Echo auf das Buch enorm!

Soeben habe ich ein Buch der niederländischen Autorin Pauline Hoogweg in die deutsche Sprache übersetzt und verlegt. Es heisst «Mutiges Tun!» und handelt davon, wie wir unsere Träume und Visionen verwirklichen können.

Schreiben war jedoch bereits davor ein grosses Thema für mich. Mein erstes Gedicht verfasste ich in der ersten Klasse. Es hiess «Hans und sein Bein» und handelte von ebendiesem Hans, welcher sich bei einem Velounfall das Bein brach, worauf dieses bis zur Sonne flog. Danach war klar, dass das Schreiben mich begleiten wird. Im beruflichen Leben zeigte sich dies in einer journalistischen Ausbildung am MAZ, einer Tätigkeit als Marketingredaktorin und als Verfasserin von Reise- und Unternehmensberichten.

 

Wie hast Du die letzten, doch sehr speziellen, Monate erlebt und welche Auswirkungen hatten sie auf Dich und Deine Arbeit?

Die Coronakrise hat mich vor allem im Berufsleben kalt erwischt. Unsere Firma bietet unter anderem Audits, Beratung und Schulungen im medizinaltechnischen Bereich an, vielfach bei Kunden aus dem Ausland. Von einem Tag zum nächsten blieben die Aufträge aus und zu allem Übel sass mein Mann auch noch für zwei Monate im Ausland fest. Wozu aber ist man Krisenpädagogin? Ich fand in meiner Zwangsentschleunigung nach der ersten Panik rasch Gelassenheit und Zuversicht, beschäftigte mich mit Haus, Garten und Hund, mit mir selbst, meinen Zielen und meinem Unternehmen, habe Spass am Home-Office gefunden und gemerkt, dass alles irgendwie weitergeht. Derzeit beschäftige ich mich unter anderem mit dem Aufbau einer e-Academy, wo ich Weiterbildungen künftig auch online anbieten kann.

 

Wie kommst Du zur Rahmenhandlung?

Meine Tochter, Amaris Wen, hat mich mit Alon Renner bekannt gemacht. Sie ist Musikproduzentin in London, hat gerade ihr Album «Dream World» veröffentlicht, ein kreativer Mix aus RnB, Soul, Future Pop, mit der Botschaft «wir müssen nach vorne schauen». Als Autorin hat sie diesen Sommer den Science-Fiction-Band «Aquatropolis 2 - The Contract» herausgebracht. Nach einem Chat-Brainstorming mit ihr und einer Art «Gärphase» ist mir meine Rahmenhandlung schliesslich beim Rosenschneiden zugefallen.

 

Was liest Du vor?

Man darf sich auf die Geschichte zweier Frauen aus verschiedenen Zeitaltern freuen, wo ich die Parallelen der zwei auf den ersten Blick so unterschiedlichen Leben aufzeige. Sie begegnen sich auf einer virtuellen Ebene, am selben Ort, ohne sich je zu sehen.

 

Auf wen freust Du Dich sonst noch? Wen kennst Du, der ebenfalls mitmacht?

Ich kenne neben Amaris Wen keine der anderen Leserinnen und Leser und freue mich auf neue Kontakte und darauf, auch meine Tochter von einer anderen Seite kennenzulernen. Nach Monaten der Kontaktarmut und mangelnder Gelegenheit, neuen Menschen zu begegnen, freue ich mich ganz besonders auf diesen Event.

 

Zum Interview mit Christine Schwitter-Müller von Judith Barbara Shoukier


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