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Schweiz - Skigebiete und Schulen sind Hotspots - gehandelt wird nur mässig

DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN ¦ Walter Fürst ¦

 

Die Berge fordern jedes Jahr hunderte Todesopfer. In diesem Jahr könnte es eine neue Dimension annehmen. Covid-19 fährt mit, auch wenn dies den Abertausenden Skitouristen nicht klar zu sein scheint. Auch an Schule häufen sich die Fälle. Nicht nur sehr viele Lehrpersonen sind und waren betroffen, sondern auch immer mehr Schülerinnen und Schüler. Zum Glück wurde endlich wenigstens teilweise mehr getestet. Dass Skigebiete und auch Schulen zu Hot Spots gehören steht mittlerweile fest, auch wenn sich vereinzelte Interessengruppen noch gegen Tatsachen sperren und Massnahmen wehren.

 

Verschiedene Medien berichten über zahlreiche Fälle. Alleine in den letzten zwei Tagen wurden x Fälle gemeldet. Auch SRFnews berichtete ausgiebig und detailliert zu diversen Fällen. Einige davon haben wir hier zusammengestellt.

 

Belgierin schleppt Mutation ein, 5000 Einwohner in Quarantäne

Laut Medienberichten steckte sich eine Belgierin in ihren Skiferien in der Schweiz mit der britischen Corona-Mutation an. Da sie die Quarantäne-Regeln missachtet hatte, mussten im Raum Antwerpen zwei Schulen geschlossen und Massentests durchgeführt werden.

Total 5000 Belgierinnen und Belgier befinden sich derzeit in Quarantäne. Das berichten heute auch mehrere belgische Zeitungen auf ihren Titelseiten. 

 

Corona-Mutation bei zwei Schülern in Cham (ZG) nachgewiesen

Acuh zwei Primarschüler im Zugerischen Cham haben sich mit einer mutierten Variante des Coronavirus angesteckt, ist auf SRFnews zu lesen. Die 38 Kinder der betroffenen 4. und 5. Klasse sowie acht Lehrpersonen sind in Quarantäne und müssen einen Covid-Test machen.

Die Schule sei am Montagabend über die beiden Infektionen orientiert worden, teilt die Gemeinde Cham mit, Link öffnet in einem neuen Fenster. Weitere Angaben zu den beiden Infizierten machte die Schule aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Der Kantonsarzt habe empfohlen, den Schulbetrieb für die anderen Klassen in den betroffenen Schulhäusern unter Beachtung der Schutzkonzepte weiterzuführen. Das Rektorat habe zusätzliche Sofortmassnahmen beschlossen. U.a. werden die für diese Woche geplanten Elterngespräche per Videokonferenz durchgeführt oder verschoben. Lehrpersonen wurden instruiert, Kontakte untereinander auf das nötige Minimum zu beschränken und Besprechungen möglichst telefonisch oder ebenfalls per Videokonferenz abzuhalten.

 

Kanton Baselland: Neu gilt Maskenpflicht für 5. und 6. Primarschule

Auf der Website des Kantons Basel-Landschaft wird gemeldet: "Aufgrund der steigenden Fallzahlen an den Primarschulen sowie der ersten bestätigten Ansteckung mit einer Mutation des neuen Coronavirus im Kanton Basel-Landschaft weitet der Regierungsrat die Maskenpflicht auf die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Primarklassen aus. Die Lehrpersonen aller Stufen können zudem künftig bei ihren Schulleitungen FFP2-Masken beziehen. Diese erweiterten Schutzmassnahmen treten am 20. Januar 2021 in Kraft.

 

Die pädagogischen, sozialen und psychologischen Nachteile von Fernunterricht für Kinder und Jugendliche – insbesondere für diejenigen, die zuhause aus diversen Gründen unvorteilhafte Lernbedingungen vorfinden – sind aufgrund der Erfahrungen mit der Schulschliessung im Frühjahr 2020 bekannt. Der Regierungsrat will deshalb am Präsenzunterricht auf allen Schulstufen festhalten, solange die epidemiologische Lage es zulässt. Bevor die Rückkehr zum Fernunterricht nötig wird, sollen alle weniger einschränkenden Massnahmen ausgeschöpft werden. Dazu gehört eine Ausweitung der Maskenpflicht." 

Das Maskentragen wird für Schüler ab 10 Jahren also Pflicht.

 

Ansturm auf Skigebiete – reichen die Massnahmen?

Das Prachtwetter am Samstag hat Tausende auf die Skipisten gelockt – trotz Pandemie. Die Bilder von langen Schlangen vor den Bergbahnen haben bei vielen Beobachtern Kopfschütteln ausgelöst. Erneut wurde die Forderung laut, die Skigebiete zu schliessen.

Der Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz, Berno Stoffel, spricht von einem absoluten Ausnahmetag – und betont, wie wichtig die Touristengebiete in den Bergen für die Volksgesundheit seien. Ein stets bemühtes Argument, das allerdings nicht greift. Längst ist bewiesen, dass Skigebiete Hot Spots sind. Die Liste der Fehler und Fehleinschätzungen ist lang. Hier nur einige Beispiele: Bars blieben trotz zahlreicher Infektionen geöffnet. Die Schliessung der Skigebiete erfolgte zu spät. Die Abreise infizierter Personen erfolgte chaotisch. Konzepte sind entweder nicht vorhanden oder werden nicht durchgesetzt, was Bilder der letzten Tag unumstösslich beweisen.

 

Bremgarten (BE): Schulkinder kehren positiv aus Wengen zurück

Folgen hatte der Ausbruch in Wengen auch anderswo: Zwei Schulkinder aus Bremgarten bei Bern BE sind nach der Rückkehr aus den Skiferien in Wengen positiv auf das mutierte Coronavirus aus Grossbritannien getestet worden. Nun sind alle Personen, welche in Kontakt zu den Kindern standen, in Quarantäne geschickt worden – 120 Schülerinnen und Schüler der Primarschule und des Kindergartens von Bremgarten. Auch die Familie der beiden Kinder und Kontaktpersonen der Familie befinden sich in Quarantäne.

Die Schule verfasste eiligst einen Elternbrief und weist u.a. darauf hin, dass sich alle Familienmitglieder der beiden betroffenen Klassen 2a und 3a ab sofort bis und mit dem 24. Januar 2021 in Quarantäne begeben müssen. "Diese Familien wurden von der Schule direkt informiert, später auch noch durch das Contact Tracing des KAZA. Die Familienmitglieder der Kinder der Klassen 2b und 2c, welche letzten Montag und Dienstag in der Tagesschule betreut wurden, müssen sich ebenfalls in Quarantäne begeben. Die Familien dieser Kinder wurden gemäss Anweisung des KAZA direkt durch das Contact Tracing des KAZA informiert." 

 

St. Moritz (GR): Geschlossene Hotels und überall Maskenpflicht

Gleich zwei renommierte Hotels in St. Moritz stehen unter Quarantäne: das Badrutt's Palace sowie das Grand Hotel Kempinski. Bei den Ansteckungen (rund ein Dutzend) handle es sich um die Mutationsvariante aus Südafrika. Die Behörden haben in der ganzen Gemeinde Maskenpflicht und Massentests verordnet.

Weiter werden die Schulen sowie Skischulen in St. Moritz bis auf Weiteres geschlossen. Auf dem gesamten Gemeindegebiet besteht neu eine Maskentragpflicht.

Das Gesundheitsamt Graubünden hat am Sonntagabend (17.1.2021) in St. Moritz eine gehäufte Ausbreitung des mutierten Coronavirus registriert. In zwei Hotels sind ein Dutzend Fälle bekannt. Zum Schutz der Gesundheit von Bevölkerung und Gästen hat das Gesundheitsamt die beiden Hotels unter Quarantäne gestellt und Corona-Tests für deren Mitarbeitende und Gäste angeordnet.

 

Zudem wird am Dienstag, 19. Januar 2021, in der Gemeinde St. Moritz ein Flächentest für die Bevölkerung durchgeführt. Dieser wird analog dem Pilotprojekt von Mitte Dezember umgesetzt. Das Gesundheitsamt empfiehlt der Bevölkerung und den Gästen von St. Moritz dringend, an diesem Test teilzunehmen.

Der Covid-19-Flächentest in St. Moritz findet von 08.00 bis 18.00 Uhr statt. Folgende

Teststandorte werden betrieben:

- Turnhalle altes Schulhaus Dorf (3 Testlinien) 

- Trinkhalle Heilbad St. Moritz Bad (4 Testlinien)

 

ANMELDE-LINKS:

- Deutsch: https://testing.2weeks.ch/stmoritz/83110fd2-aeb4-4617-9071-78dfb604fdcf/de

- Italienisch: https://testing.2weeks.ch/stmoritz/83110fd2-aeb4-4617-9071-78dfb604fdcf/it

- Romanisch: https://testing.2weeks.ch/stmoritz/83110fd2-aeb4-4617-9071-78dfb604fdcf/rm

 

Region Mendrisio (TI): 500 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne

Die Region im Tessin hat gleich zwei Ausbrüche im Zusammenhang mit der Mutation zu vermelden. Zuerst häuften sich in einem Altersheim in Balerna Corona-Infektionen – gemäss Behörden handelt es sich dabei um die britische Mutation. Danach wurden Fälle in einer Mittelschule bekannt. Der Kanton reagierte prompt und verordnete für 500 Schülerinnen und Schüler und 70 Lehrpersonen Quarantäne. Die Tessiner Regierung hat nun den Bundesrat gebeten, an der Südgrenze erneut systematische Grenzkontrollen durchzuführen.

 

Bundesrat ein Dorn im Auge

Dass Skipisten weiter offen bleiben, ist vielen ein Dorn im Auge. Auch dem Bundesrat, obschon er die Öffnungen nicht verhindert hat mit dem Kommentar, dass dies in der Kompetenz der Kantone liege. Aber die Kantone haben bisher bewiesen, dass sie die Situation alles andere als im Griff haben. Weiterhin wird geleugnet, dass der Massenauflauf in den Touristenorten ein Problem darstellt und auch, dass Schulen als Treiber der Pandemie eine der Hauptrollen spielen. Aufatmen können die Wintersportorte allerdings nicht. Bundesrätin Viola Amherd sagte vor kurzem in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende», dass Schliessungen nötig werden könnten. Endlich! 

 


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