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Das Virus trifft vor allem Ungeimpfte und damit auch Kinder unter 12

DMZ –  GESUNDHEIT / WISSEN ¦ MM ¦ AA ¦                 

KOMMENTAR

 

Die vierte Welle erreicht vor allem diejenigen, die noch nicht geimpft sind – und damit auch Kinder unter zwölf Jahren. Laut dem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (DE), des Bundesamtes für Gesundheit BAG (CH), sowie des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (AT) (Stand: 26.8.2021) liegt aktuell die Inzidenz in der Gruppe der Zehn- bis 14-Jährigen am höchsten und steigt dort auch am schnellsten. Daher kommen aktuell auch wieder mehr junge Patienten in die Krankenhäuser. Es muss umgehend gehandelt werden - mit weiterem Zuwarten, wird niemandem geholfen.

 

Diverse Experten warnen besonders vor den möglichen langfristigen Schäden, dies weil die Erkrankung die Kinder im Wachstum trifft, und es gibt Viruserkrankungen, die erst nach Jahren noch einmal eine zweite Krankheitswelle zeigen. Das könnte auch bei SARS-CoV der Fall sein. Wenn die Zahlen auch bei den Kindern weiter steigen werden auch häufiger seltene Symptome auftreten (z.B. PIMS).

 

Durchseuchung der Kinder nicht tragbar

Immer mehr Schülerinnen und Schüler infizieren sich mit dem Coronavirus. Dass in vielen Schulen die Maskenpflicht trotzdem gefallen ist, ist nicht tragbar und muss unbedingt umgehend wieder eingeführt werden. Die Zahlen an den Schulen explodieren weltweit. Mehr als diese Warnung sollte es nicht brauchen. Auf Tote zu warten, um zu reagieren wäre der Wahnsinn. Die Politik muss nun endlich handeln, es wurde viel zu lange zugeschaut und Millionen Menschen mussten dafür ihr Leben lassen.

Masken müssen an allen Schulen Pflicht bleiben und für den Fall einer Infektion Kurzquarantäne für die ganze Klasse angeordnet werden. Luftfilteranlagen sollen nicht nur wegen Covid-19 längst eingeführt werden, aber spätestens jetzt, mit Vollgas!

 

Beispiel USA

In den USA warnen Kinderkliniken, dass sie immer mehr junge Covid-Patienten versorgen müssen. Im August 2021 waren es bereits über 80.000. Das Problem ist auch in den USA in den Staaten mit niedriger Impfquote am grössten. In den USA haben Kinder zwar zusätzlich häufiger Risikofaktoren wie hohes Übergewicht und der Zugang zum Gesundheitssystem ist nicht immer einfach, von daher sind dort die Folgen von Corona vielleicht dramatischer als in Europa. Trotzdem ist dies kein Grund nicht zu reagieren.

 

Voll sind in den USA die Krankenhäuser vor allem mit ungeimpften Patienten. Einrichtungen in 40 Staaten meldeten, dass vollständig Geimpfte lediglich zwischen 0,1 Prozent und fünf Prozent aller Fälle ausmachten. Eine aktuelle Studie der Gesundheitsbehörde CDC stützt das: Die Wahrscheinlichkeit ins Krankenhaus zu müssen sei für Ungeimpfte 29 mal höher als für Geimpfte. Top-Virologe Anthony Fauci wiederholt sich: Wenn sich noch alle impfen lassen würden, die die Möglichkeit dazu hätten, "dann könnten sie sehen, dass sich die Dynamik des Ausbruchs dramatisch ändern würde."

 

Auch in Europa stossen die Krankenhäuser bereits an ihre Grenzen. Besonders ungewiss ist die Situation nun für Kinder. Es gilt zwar immer noch, dass sie viel milder erkranken als Erwachsene. Dennoch werden aktuell mehr Kinder und Jugendliche als jemals zuvor in der Pandemie im Krankenhaus behandelt. In den USA waren es Im August mehr als 52.000, weil auch hier die Impfung erst ab 12 Jahren zugelassen ist. Und da nun Schulkinder wieder in Klassenzimmern zusammenkommen, manchmal ohne Maskenpflicht, breitet sich die Delta-Variante rasch aus. Laut Verband der Kinderärzte wurden kurz nach Schulbeginn rund 180.000 Kinder positiv auf Corona getestet. Etliche mehr dürften in Quarantäne sein. Dasselbe Bild zeigt sich aktuell in Europa, auch wenn die Zahlen noch etwas geringer ausfallen. Aber - die Schule hat vielerorts erst wieder angefangen.

 

"Daher plädiere ich wie bisher für 2G in Innenräumen ohne Masken, für eine konsequente Impfkampagne der Kinder, möglichst bald auch U12, sowie für die Vorbereitung der Drittimpfungen. 2G würde dann hoffentlich auch der Gesamtquote auf die Sprünge helfen. Ich spekuliere, dass wir mit solchen Massnahmen gut durch den Herbst und Winter kommen - also keine Schliessungen und auch keine Beeinträchtigung des Schulbetriebs zu befürchten haben."

Dirk Specht, DMZ

 

In den USA sind die Kinderkrankenhäuser am Rande ihrer Kapazitäten angelangt und das Gesundheitsnetz für Kinder auf beispiellose Weise bedroht.  Ein SARS-CoV-2-Ausbruch an einer US-Schule verdeutlicht den hohen Stellenwert von Impfungen bei Personal, das in Innenräumen engen Kontakt mit Kindern hat. Das betont die US-Seuchenbehörde CDC in einer Studie dazu.

 

Studien zufolge muss davon ausgegangen werden, dass zehn bis 20 Prozent der mit dem Coronavirus Infizierten mit Long Covid zu kämpfen haben. “Man wird also mit sehr vielen jungen Menschen zu tun haben, die ihren gewohnten Alltag nicht mehr stemmen können. Sie können dann nicht mehr regulär zur Arbeit oder zur Schule gehen. Das trifft dann die ganze Gesellschaft.

 

Mittelfristigen Ausblick führender Experten im Fachjournal "The Lancet Regional Health Europe"

Vor der Wiederholung von Fehlern im Umgang mit der Covid-19-Pandemie im vergangenen Sommer und Herbst warnen Wissenschafter in einer Prognose im Fachjournal "The Lancet Regional Health Europe".  Führende Experten versuchen sich darin an einem mittelfristigen Ausblick. Sie betonen die Möglichkeit von grösseren Wellen ab Herbst, sollte auf Eindämmungsmassnahmen verzichtet, die Impfquoten nicht erhöht werden und es kein europaweit abgestimmtes Vorgehen geben.


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