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Covid - Impfstoffe: Es gibt keine Langzeit-Nebenwirkungen

DMZ –  GESUNDHEIT / WISSEN ¦ David Aebischer ¦ 

KOMMENTAR

 

Die im letzten Jahr gehegte Hoffnung wurde erhört - für viele Menschen zu schnell: Es existiert ein Impfstoff gegen das Corona-Virus. Gleichzeitig zeigen sich immer noch einige Menschen skeptisch, wenn es darum geht, sich selbst impfen zu lassen. Einige wollen sich nicht gegen Corona impfen lassen, weil sie Spätfolgen fürchten und wieder andere möchten warten, bis es erste Erfahrungswerte gibt. Doch was hat es mit dieser Angst auf sich? Schliesslich geben Experten weltweit Entwarnung und sagen, dass bei Impfungen generell keine Langzeit-Nebenwirkungen bekannt sind. Also - warum lässt man sich nicht impfen, warum diese Skepsis? Aus psychologischer Sicht liegen die Gründe auf der Hand und lassen sich griffig und einfach bündeln. Das Vertrauen in die Effektivität und Sicherheit der Impfung fehlt (trotz tausender Faktenchecks) oder die Risikowahrnehmung ist nur gering ausgeprägt, weil Impfungen, dort wo man das Risiko, zu erkranken als sehr gering einschätzt, als überflüssig wahrgenommen werden. Natürlich hört man immer 'mal wieder auch, dass der Alltag zu viele Hürden bereitstelle, um sich impfen zu lassen: zu viel Stress, keine Zeit…, oder wenn die Verantwortungsdiffusion zu Gedanken führt, wie: "Wenn alle schon geimpft sind, muss ich mich nicht impfen lassen." Bei einigen Menschen fällt auch die Risiko-Abwägung so aus, dass sie den Nutzen als gering und das Risiko als hoch einstufen. Ganz allgemein steht der Gedanken hinter der Skepsis: "es geht mir gut, warum sollte ich etwas unternehmen, was mir potentiell schaden könnte?" Es fehlt der akute Leidensdruck etwas zu unternehmen. Das kann sich rächen, wie tausende Beispiele der Vergangenheit zeigen.

 

Bedenken hinsichtlich einer neuartigen Impfung sind gut – würden Menschen nichts hinterfragen und blindlings jede Information glauben und jeder Anweisung Folge leisten, kann das durchaus auch fatale Folgen haben. Bei dem Thema Impfungen wurde schon immer eine hitzige Debatte geführt, das ist nicht erst jetzt während der Pandemie der Fall. Es gibt neutral eingestellte Menschen, doch die meisten sprechen sich entweder für oder gegen eine Impfung aus. Bei neuen Immunisierungen wie der Corona-Impfung driften Meinungen oftmals weit auseinander – und viel Unsicherheit schwingt mit, auch in Hinblick auf mögliche Spätfolgen. Schuld daran sind viele Falschmeldungen.

 

Ein weiteres ganz allgemeines Phänomen, das unsere Bereitschaft zur Impfung beeinflussen kann, stellt die grundsätzliche Angst vor Spritzen, Blut oder Verletzungen dar. Diese Angst liegen meist frühen negativen Erfahrungen zu Grunde, die bis ins Erwachsenenalter abgespeichert werden. Aber auch das Verhalten von Eltern während der Impfungen des eigenen Kindes tragen zur Entstehung bzw. Aufrechterhaltung der Angst bei. Nun zu den Langzeit-Nebenwirkungen und was der Begriff bedeutet.

 

Warum gibt es bei Impfungen keine Langzeit-Nebenwirkungen?

Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt. Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, falls Nebenwirkungen auftreten, diese jeweils  kurze Zeit nach der Impfung auftreten. In seltenen Fällen auch mal nach Wochen. 

Wenn Mediziner von Langzeitfolgen sprechen, sind also keine Nebenwirkungen gemeint, die erst sehr lange nach Impfung auftreten, sondern sehr seltene Nebenwirkungen.

 

Für die Zulassung der COVID-19-Impfstoffe haben die Arzneimittelexpertinnen und -experten der nationalen Arzneimittelbehörden bei der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) unter anderem die Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten aus klinischen Prüfungen mit mehreren zehntausend Probandinnen und Probanden mit einem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis bewertet. Die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit jedes einzelnen Impfstoffprodukts muss sichergestellt sein, bevor ein Impfstoff eine Zulassung erhalten kann. So gesehen, sind sämtlich zugelassene Impfstoffe sicher.

 

Allergische Reaktionen nach der Covid-19-Impfung sind äusserst selten

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist geimpft. Nur sehr selten kam es zu schweren Nebenwirkungen, beispielsweise zu einer starken allergischen Reaktion. Eine solche Reaktion tritt meist unmittelbar nach der Impfung auf und kann gut behandelt werden. 

 

Zyklusstörungen nach einer Impfung müssen nicht zwangsläufig auf den verabreichten Impfstoff zurückzuführen sein

Typische Impfreaktionen wie Fieber, Müdigkeit oder Muskelschmerzen bedeuten Stress für den Körper. Und Stress ist ein häufiger Auslöser für Zyklusstörungen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Impfung das Immunsystem dazu stimuliert, Signalstoffe auszuschütten, die wiederum im ganzen Körper Immunzellen aktivieren. In der Gebärmutterschleimhaut befinden sich viele Immunzellen, sodass auch sie stimuliert werden und es so zu möglichen Unregelmässigkeiten im Zyklus kommen könnte.

 

Fazit - Spätfolgen nach Impfungen

Weil Impfungen im Gegensatz zu Medikamenten nur ein oder zweimal verwendet werden und eben nicht täglich eingenommen werden, ist das Auftreten von echten Spätschäden kaum wahrscheinlich. Das bestätigen sämtliche bisher angewendeten Impfstoffe: bei keinem konnte auch nach Jahrzehnten Spätschäden gefunden werden.

Nebst diesen Erfahrung mit bisherigen Impfungen ist auch die Kenntnis des Wirkmechanismus der Covid-Impfung wichtig, sowie ganz besonders die inzwischen 15 monatige Beobachtungszeit bei über 6 Milliarden Impfdosen.

 

Sehr seltene Nebenwirkungen

Eine gross angelegte internationale Studie mit Co-Projektleitung des Inselspitals und der Universität Bern untersuchte die sehr seltene Verstopfung von Hirnvenen (Sinusvenenthrombosen) nach Gabe der Impfstoffe von Oxford-AstraZeneca und Janssen/Johnson&Johnson. Beide Impfstoffe werden in der Schweiz bisher nicht eingesetzt. Die Sterblichkeit aufgrund dieser Komplikation sank von 61% auf 42% nachdem der Mechanismus zu ihrer Entstehung im Frühjahr 2021 geklärt werden konnte. 

 

Einer Impfung steht also in den meisten Fällen nichts im Wege. Bleiben Sie gesund!


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