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Erfolgloser Möchtegernrapper versucht es mit Impfgegner-Propaganda

DMZ –  KULTUR ¦ Anton Aeberhard ¦                                

KOMMENTAR

 

"Schwiz Wach Uf": So heisst der erste Mundart Song des selbsternannten und erfolglosen Rappers aus Zürich. Er kritisiert im „Song“ Politiker und die Corona-Massnahmen und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Er sagt dazu selber: „Als Gegengewicht der perfiden Impf-Propaganda des Staates und der neu eingeführten Zweiklassengesellschaft.“ Deshalb habe er den Song gemacht. Natürlich zielt auch er ausschliesslich auf mehr Umsatz und Erfolg. Er findet dann auch ausschliesslich in Fake-News Kanälen statt – zumindest bis jetzt. Denn mit grossem Erstaunen und massiver Kritik der Leserschaft wurde ihm ein Beitrag im Spick gewidmet. SPICK ist eine der ältesten guten Kinderzeitschriften der Schweiz – und jetzt passiert dieser gravierende Fehler?

 

Wir haben SPICK kontaktiert und erhielten auch umgehend Antwort. So wird uns mitgeteilt, dass sie als Urheber, als Verlag und insbesondere als Verlag mit Kinder- und Jugendmagazinen eine besondere Sorgfaltspflicht in der Wahl ihrer Themen und der Art der Aufbereitung und Berichterstattung haben. Bei dem Beitrag über den Musiker habe schlicht ihre Qualitätssicherung und Sorgfaltspflicht nicht gegriffen.

 

Wer ist dieser „Rapper“

Offenbar ist dieser Mann der Realität längst entglitten. So schwadroniert er z.B., dass er in Bern vor 50'000 Menschen aufgetreten sei. „Letzte Woche durfte ich vor über 50’000 Menschen auf dem Bundesplatz spielen. Diese Zeit wird in die Geschichte eingehen. Wenn du deine Gesundheit beweisen musst, ist der Staat krank. Wir machen solange weiter, bis diese schwerkranke Politik ein ende nimmt. Egal wie lange es geht.“ Eine glatte Lüge und pure Selbstüberschätzung. Ähnlich überheblich, seine Posts zu seiner Person: „Vor einem Jahr war ich wahrscheinlich der erste auf der Welt, welcher in einem Song ausdrücklich vor dem Abonnement & Zwang gewarnt hat. Damals noch Verschwörung, heute das neue „Normal“. Wo wir wohl in 12 Monaten stehen werden ?“, oder noch lächerlicher: „Als ich jung war, wollte ich He-Man sein! Ok, das tue ich immer noch, ich suche immer noch nach diesem Power-Schwert ! In der Fleischzeit entlarv ich die Bösen mit meiner Musik. Obwohl sie versuchen, MICH wie den Bösewicht aussehen zu lassen. Aber wir kämpfen bis wir unsere Freiheit wieder haben.“ Seine Facebook Seite führt zu 90% Fake-Profile, was auf Kauf der Follower und Likes hindeutet. Denn normalerweise kommt er auch nicht über 2 - 3 Likes pro Beitrag hinaus. Zudem ist nicht klar, wen er mit WIR jeweils meint, so steht er doch eigentlich ziemlich alleine da.

Ausser bei einer verunglückten Flop-Aktion von vermeintlichen Künstlerinnen und Künstlern, die für ein Nein zum Covid-Gesetz eingestanden sind, gesellte er sich dazu. Aber den „Anschluss“ schaffte er hier auch nur, weil jedermann sich dort einfach anonym eintragen konnte.

 

Böse Stimmen behaupten gar, dass er von Sozialhilfe lebe: „Schön vom Staat lebe , i weiss scho Bscheid über dich und den über de Staat abemotze wo dich füetteret. Und ich ga go schaffe und zahl Stüre für so Idiote.“

Also eigentlich kein Grund einem solchen Mann eine Plattform zu bieten, sollte man meinen. Allerdings ist eben dieser auch gefährlich, zumindest in seinen Äusserungen. Auch an Demos ist er ein häufig gesehener Gast.

 

Er schrieb auch ein offener Brief an die Künstlerinnen und Künstler, die in der Impfwoche engagiert wurden.

Grössenwahnsinnige Statements

„Für mich waren die Massnahmen von Anfang an total unverhältnismässig. Für mich war klar, dass der Kollateralschaden um ein Mehrfaches grösser sein wird als alles andere. Ich nahm früher nie an Demonstrationen teil. Aber war auch einer der Ersten an den Kundgebungen auf dem Sechseläutenplatz in Zürich, um herauszufinden ob ich alleine bin mit meinen Gedanken. Für mich war klar, dass unsere Regierung jetzt diese Chance nützt, um den Staat künstlich aufzublähen und es die perfekte Chance ist, um mehr Eingriff in unsere Privatleben zu erhalten als je zuvor. Diese perfide Entwicklung und komplett einseitige Berichterstattung der Massenmedien haben bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Ich wollte nie Mundartmusik machen, da unsere Sprache für mich phonetisch halt nicht gleich sexy klingt wie Englisch. Da sich aber leider niemand anders traut, Klartext zu sprechen, habe ich dies nun getan.“ Statements wie diese, oder ähnliche lässt der selbstgefeierte Megastar in regelmässigen Abständen.

Wie reagiert SPICK

Vorbildlich! Auf unsere Anfrage wurde mitgeteilt, dass die Kritik an dem Beitrag absolut berechtigt sei „und wir haben sichergestellt, dass dies kein zweites Mal vorkommen kann. Es tut uns Leid, dass damit bei unseren jungen Leserinnen und Lesern der Eindruck entstanden sein könnte, dass wir den Musiker als Vorbild und seine Texte als Leitbild für eigene Gedanken darstellen würden.“

Immerhin hatte der „Rapper“ keine Gelegenheit seine wirren Ansichten auch hier publik zu machen. Der Verleger sagt aber klar: „Auch wenn in dem Beitrag Corona und andere radikale und zu verurteilende Inhalte und Ansichten des Musikers nicht thematisiert wurden, war es ein Fehler ihm den Raum eines Portraits zu geben. Wir möchten mit Blick auf die Haltungen des Musikers klarstellen, dass wir Gewalt auf schärfste verurteilen, ebenso den Aufruf dazu und dass wir unsere demokratisch gewählten Volksvertreter der Gemeinden, Kantone und des Bundes unterstützen und dankbar für ihre Arbeit sind.“

 

Man darf also getrost das SPICK weiter geniessen, auch wenn diesmal ein Fehler unterlaufen ist, welcher allerdings umgehend korrigiert wurde. Es ist auch anzunehmen, dass in der nächsten SPICK-Ausgabe, der Fehler noch in einem Statement eingestanden wird.

 

 

So kann weiterhin gelten:" ...wenn du selbst noch ein Kind bist, dann teste SPICK einfach einmal für dich selbst. Die Kinderzeitschrift SPICK gefällt Kindern. Sie gefällt auch Grosseltern und Eltern, die als Kind bisweilen selbst SPICK-Leser waren. Auch diese generationenübergreifende Attraktivität ist etwas, was eine gute Zeitschrift für Kinder auszeichnet."

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