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Subway® Offiziell distanziert sich klar von Plakataktion in Olten

DMZ –  GESELLSCHAFT / LEBEN ¦ Walter Fürst ¦   

KOMMENTAR

 

Der Leiter des Subway in Olten hielt sich für besonders originell, indem er einen bereits seit Monaten im Netz kursierenden Text (auf einschlägigen Verschwörungstheoretiker-Portalen und in Coronaleugner-Kreisen) auf ein offizielles Subway® -Plakat pappte. Das Plakat sagt allerdings nichts Neues aus, suggeriert aber den etwas naiveren Gemütern, dass hier ein anderer Wind weht. Dabei kann man in diesem Laden nicht mehr oder weniger, als in allen anderen. Wieder einmal sind es die Coronaleugner und Massnahmenkritiker, die applaudieren, aber den Inhalt nicht verstanden haben.

 

Bildquelle: Leiter Subway Olten FB

 

Letztlich sind in allen Gastrobetrieben die Menschen willkommen. Ob man ihnen Einlass gewähren kann, steht auf einem anderen Blatt. Zurzeit gelten lediglich Maskenpflicht in Innenräumen (bis zum Sitzplatz). Diese Pflicht wird auf dem Plakat nicht ausgeklammert. Wie bereits gesagt; auf dem Plakat steht nichts Neues, suggeriert aber das Gegenteil (z.B., dass man sich nicht an die Massnahmen hält). Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Trotzdem ist diese "Aktion" ein absoluter Flop.

 

Artikel aus der Bundesverfassung

Was genau mit Artikel 27 "belegt" oder unterstrichen werden sollte in dem Plakattext ist unklar. Denn der Artikel 27 in der Bundesverfassung bezieht sich lediglich darauf, dass 

 

1 Die Wirtschaftsfreiheit gewährleistet ist.

2 Und insbesondere die freie Wahl des Berufes sowie den freien Zugang zu einer privatwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit und deren freie Ausübung umfasst.

 

Auch der Artikel 8 steht in einem anderen Kontext. Der Verdacht liegt nahe, dass mit Listung von Artikeln dem Inhalt mehr Gewicht verliehen werden soll.

 

Subway® distanziert sich und erklärt

Auf unsere Anfrage wurde uns klar mitgeteilt, dass Subway® Restaurants nichts mit dieser Aktion zu tun hat.

"Alle Subway® Restaurants werden von selbstständigen FranchisenehmerInnen betrieben. Das Plakat wurde von einem unserer Schweizer Franchisenehmer in seinem Restaurant angebracht. Es handelt es sich dabei ausdrücklich um kein offizielles Statement seitens Subway®, sondern bildet die persönliche Meinung eines Franchisenehmers ab." Etwas, was der Leiter des Ladens also wohl vergessen hat mitzuteilen (hatte wohl keinen Platz mehr auf dem Plakat).

 

Weiter erklärt Subway®, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Gäste, FranchisenehmerInnen und MitarbeiterInnen für Subway® oberste Priorität habe. "Wir verpflichten uns, alle aktuellen Covid-19-Vorschriften einzuhalten und sie in allen unseren Restaurants anzuwenden. Deshalb beobachten wir auch die staatlichen Vorgaben in der Schweiz genau und befolgen sie." Also kann auch dieser einfache Franchisenehmer nicht eigene Gesetze erfinden und anwenden.

 

Bisher hat der Text auf dem Plakat keiner Massnahme widersprochen

Subway®  sagt dazu aber: "In vielen Ländern sind bereits Regelungen in Kraft, die für Restaurantbesuche einen Nachweis über eine erfolgte Impfung oder überstandene Covid-19 Infektion oder alternativ einen aktuell gültigen negativen Covid-19 Tests erfordern. Sollte diese Nachweispflicht auch in der Schweiz eingeführt werden, wird Subway® diese selbstverständlich auch in allen Schweizer Restaurants umsetzen. Subway® wird auch weiterhin alle Vorschriften einhalten und von seinen FranchisenehmerInnen verlangen, dass sie sich an alle Richtlinien der Regierung halten, um die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen."

 

Da ist dieser Franchisenehmer offenbar etwas übers Ziel geschossen und meinte eine lustige Werbeaktion lanciert zu haben. Aber zudem, dass er künftig auf einige Gäste verzichten muss wegen dieser Aktion, in einer überaus kritischen Zeit, in welcher man von Geschäftsleuten Verantwortung und Vorbildfunktion erwarten darf und muss, hat er auch Subway® Restaurants Offiziell vor den Kopf gestossen.

 

 

Auf der Website von Subway® Restaurants ist folgender Text zu finden:

Wie Subway® auf das Corona-Virus reagiert, um Ihre Sicherheit in unseren Restaurants zu gewährleisten.

wir wissen, dass viele Menschen in unserer Region und weltweit wegen des Corona-Virus beunruhigt sind. Das gilt natürlich auch für unsere loyalen Gäste wie Sie. Deshalb möchte ich mich persönlich an Sie wenden, um Ihnen mitzuteilen, was Subway® Restaurants tut, um dabei zu helfen, die weitere Verbreitung des Virus zu bekämpfen.

  • Wir beobachten die Entwicklung und die neuesten Erkenntnisse genau und folgen den Empfehlungen der Gesundheits- und Seuchenschutzbehörde und der World Health Organisation (WHO), um sicher zu stellen, dass wir und unsere Franchisepartner unseren Teil dazu beitragen, Sie, unsere Sandwich Artists™ und unsere Gesellschaft bestmöglich zu schützen.

Was wir noch tun:

  • Erhöhte Frequenz der Reinigung und Desinfektion unserer Restaurants, insbesondere die stündliche Reinigung der am häufigsten berührten Oberflächen wie Türgriffe, Kreditkarten- Terminals, dem Gastraum und der Toiletten.
  • Vorübergehender Verzicht auf die Nutzung der Sandwich-Körbe und von Tabletts. Zudem ändern wir die Free-Refill Regeln und bieten Ihnen für jeden Refill einen neuen Becher an.
  • Verstärkung unserer bereits existierenden Regeln zur Gesundheits- und Lebensmittelsicherheit mit unseren Restaurant Teams, wie z.B. häufiges und richtiges Händewaschen, die Nutzung von Einweghandschuhen und die Sicherstellung, dass erkrankte Mitarbeiter zuhause bleiben und medizinische Unterstützung suchen.
  • Wir bieten Ihnen die Möglichkeit eines nahezu kontaktlosen Erlebnisses durch die Zusammenarbeit mit unserem Lieferservice Partnern.
  • Wir sind auf eventuell notwendige Veränderungen unseres Services in lokalen Subway® Restaurants vorbereitet, falls diese durch die Gesundheits-, Seuchenschutzbehörde oder die WHO angeordnet werden sollten. Wir werden die Entwicklungen und Auswirkungen des Virus weiterhin proaktiv beobachten, bewerten und angemessen darauf reagieren. Sie werden von uns darüber informiert, wenn wir weitere Massnahmen ergreifen, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Mit freundlichen Grüßen,

 

John Chidsey

 

 

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