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Bewilligte Demo von Antisemiten und Fundamentalisten gegen (nicht existierende) Corona-Massnahmen floppt erneut

#NS-relativierend (Foto: element investigate)
#NS-relativierend (Foto: element investigate)

DMZ –  POLITIK ¦ GESELLSCHAFT ¦ Walter Fürst ¦           

KOMMENTAR

 

Wieder regen sich die Organisatoren einer Massnahmengegner-Demo auf, weil nur knapp die Hälfte, der erwarteten Demonstranten ihrem Ruf gefolgt sind. Trotzdem ist das Zählen und Rechnen nicht die Stärke dieser verirrten Meute. Mehr dazu (mit Rechnungsbeispiel) weiter unten im Text. Diese mangelnden Zähl- und Rechenkenntnisse kommen wohl daher, dass diese Leute mehr Zeit an Demos verbringen als an Arbeitsplätzen und in Schulen. Die Kundgebung, für die das "fundamentale*" (selbstgewählter Begriff der Organisation) „Aktionsbündnis Urkantone“ und die „Freie Linke Schweiz“, die auffällig rechtsoffen und verschwörungsideologisch ist, verantwortlich zeichneten, war von der Stadt Bern bewilligt worden. Dass die „Freien Linken“ auch neben Rechtsextremen und Antisemiten laufen, ist kein Problem, sondern ihnen sogar bewusst. Wieso eine Demonstration mit solchen Organisatoren erlaubt wird, dürfte noch zu reden geben. Natürlich durften auch die verhassten Freiheitstrychler nicht fehlen, die aktuell mit massivem Gegenwind der traditionellen Trychler zu kämpfen haben. Auch entlarvte Mitglieder von "Wir für Euch" waren (natürlich) zugegen. Deren Peino-Video wird übrigens bald ohne den illegal verwendeten Titel laufen müssen. Das Label hat bereits entsprechenden Schritte eingeleitet (mehr dazu bald). Auch das Lehrer-Netzwerk entsandte eine Delegation.

 

Aktionsbündnis Urkantone

Sie kritisieren fundamental“ die Corona-Politik des Bundesrates und der Kantonsregierungen. Diese Politik basiere auf bedeutungslosen „Fallzahlen“, bei denen es sich nur um PCR-Testpositive handelt, und auf dem massenhaften Testen von Gesunden und Symptomlosen.

 

*Fundamentalismus ist eine Überzeugung, Anschauung oder Geisteshaltung, die sich durch ein kompromissloses Festhalten an ideologischen der religiösen Grundsätzen kennzeichnet und das politische Handeln bestimmt. Der Fundamentalismus ist die Unfähigkeit zum Kompromiss oder eine Unfähigkeit zur Anpassung an sich wandelnde Lebensumstände.

 

Weiter sagt oder lügt das ungebildete und uninformierte „Bündnis“ auf ihrer Website: „Unser Land darf nicht wegen einer Infektionskrankheit, die unabhängige Mediziner und Epidemiologen mit einer mittelschweren Grippe vergleichen, in ein Gefängnis verwandelt werden. Es gibt keinen Notstand, und deshalb sind die Massnahmen nach dem Epidemiengesetz willkürlich und nicht gerechtfertigt. Das ist Missbrauch einer Infektionskrankheit für politische Zwecke!“

 

Weitere Kommentare dazu erübrigen sich. Die Mitglieder dieses Bündnisses sind offensichtlich verwirrt, uninformiert und ungebildet. Stellt sich die Frage, wer einem solchen Bündnis eine Bewilligung für eine Demonstration bewilligt?

 

Demo gegen die #Coronamassnahmen in Bern Neonazis bei der Demo mit #ThorSteinar-Hoodie (Foto: element investigate)
Demo gegen die #Coronamassnahmen in Bern Neonazis bei der Demo mit #ThorSteinar-Hoodie (Foto: element investigate)

 

Die Freie Linke

„Freie Linke“ nennt sich die Gruppe, die sich im Laufe der Covid-Pandemie gründete (1. Januar 2021) und inzwischen ein kleiner aber fester Bestandteil von „Querdenken“-Demonstrationen geworden ist. Die roten Flaggen der Gruppierung sorgen auf Demonstrationen für viel Aufmerksamkeit, doch die Zahl der Mitglieder ist sehr überschaubar. Dafür treten einige Mitglieder in NS-Optik auf. Dass die Grenzen zwischen den vermeintlichen „Freien Linken“ und Rechtsaussen in der Praxis fliessend sind und die Gruppe es mit antifaschistischer Politik doch nicht so ernst meint, war exemplarisch auf der heutigen Demonstration zu sehen.

 

Das Coronavirus sei eine Lüge, Impfen sei tödlich, die Pandemie gebe es nicht, die Medien verbreiteten bewusst falsche Nachrichten und Bill Gates und die Rockefellers hätten mit all dem irgendetwas zu tun. In Redebeiträgen sprechen sie von einer „parasitären Minderheit von Milliardären“, von einer „modernen Diktatur“, von einem neuen „Faschismus“. Auch der Verschwörungsmythos vom „Great Reset“ ist fester Bestandteil ihres verschwurbelten Repertoires.

 

Die Gruppe spricht vom israelischen „Siedlerkolonialismus“, schreibt auf ihrer Webseite, dass Antisemitismusvorwürfe bloss „ein perfides Mittel zur Disziplinierung Andersdenkender“ seien.

Mit linker Politik hat das wahrlich nichts zu tun.

Da stellt sich erneut die Frage: Wer bewilligt solchen Leuten eine Demonstration?

 

Einer der bekanntesten Unterstützer der „Freien Linken“ ist übrigens der Tatort-Regisseur Dietrich Brüggemann, dessen Coronaskeptiker-Kampagne „#allesdichtmachen“ mit rund 50 Filmschaffenden im April 2021 für Aufsehen sorgte.

 

Nazi-Anlehnung  (Foto: zvg)
Nazi-Anlehnung (Foto: zvg)
Überschwänglich wird hier die Absetzung des Bundesrates vorgefeiert.
Überschwänglich wird hier die Absetzung des Bundesrates vorgefeiert.

 

Nein, es waren nicht 100'000, sondern rund 5000 (hochgerechnet)

Hier ein Rechnungsbeispiel mit dem meistgeposteten Schwurblerbild, worauf man sieht, dass der Bundesplatz nicht voll war (und ein Teil davon ist ja bekanntlich auch noch gesperrt - dann noch Bühne, Sicherheitskonzept und viele Zuschauer usw.).

Bleiben wir grosszügig.

Wenn die 2200m2 (Grösse Bundesplatz) gedrängt voll wären, hätten ca. 11'000 Personen darauf platz. Nun war aber nicht alles voll und wenn man die Leute nun zählt (manuell oder mit autom. Digital Zählapp) kommt man auf 70 x 90, bzw. 120. Also 6300, bzw. 8'400 Personen. Nicht ganz 100'000, aber fast :-).

Wenn man nun noch die Zaungäste, Passanten und Zuschauer abzieht, bleibt da nur noch ein überschaubares Grüppchen übrig. Eine kleine, aber laute Minderheit gegen fast 9'000'000 "normale" Menschen (bewusst und ironisch angewandte Skeptikerlogik). So laut, dass sie ihren Gurus mit den Mikrofonen auf dem Bundesplatz bei deren wichtigen und kompetenten Reden kein Gehör schenkten, bzw. schenken konnten. Dumm gelaufen :-)

 

Nicht 100'000, nein 5'000
Nicht 100'000, nein 5'000

 

Prominente Twitterer sorgten für Häme

Nicht ganz so ernst nahm man auf Twitter diese Demonstration - die stille Mehrheit und auch Prominente hatten sichtlich Spass an den Kommentaren der realitätsfremden Demonstranten und kommentierten selber fleissig mit.

 

Sicherheit

Von einem Schutzkonzept war nichts oder kaum etwas zu sehen. Stattdessen wurde die Reitschule von Polizisten belagert, obschon sich ein Mob von bis zu 5000 Leuten frei durch die Stadt bewegen konnte. Bundesplatz und umliegende Strassen waren überfüllt, keine Polizeipräsenz. „Normale“ Passanten fühlten sich dann auch bedrängt und hatten Angst. Es kann nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger, die Geschäfte und Besucherinnen und Besucher schutzlos ausgeliefert sind, wenn Rechtsradikale, Verschwörungsgläubige, Verwirrte, Gewaltbereite und Mitläufer die Stadt unsicher machen. 

 

Viele Zaungäste machten ihre Spässe mit den ernsten Demonstranten.  (Foto: element investigate)
Viele Zaungäste machten ihre Spässe mit den ernsten Demonstranten. (Foto: element investigate)

 

Fazit 

Es ist eine bizarre Szene, die sich heute auf Berner Strassen abspielt: Coronaleugnerinnen und -leugner, Querdenkerinnen und -denker, die (immer noch) gegen Massnahmen zur Eindämmung der Covid-Pandemie protestieren. Wie immer dabei: Rechtsextreme und Antisemiten jeglicher Couleur. Haben auch die letzten Demonstrationen nichts bewegt oder verändert, wird auch diese Demonstration kaum etwas bewegen. Ausser die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Bern, die langsam genug haben von den „Spinnereien“ und die Umstände, die daraus wöchentlich entstehen, führen (hoffentlich) bald dazu, dass die Kosten endlich überwälzt werden.  

 

Nebenschauplatz - inszenierte Tortenaktion

Der Co-Präsident von Mass-Voll blieb heute bei der Absage für die heutige Demo in Bern #BE2310. Die Szene lehnt diese Entscheidung ab und Mass-Voll verliert stark an Einfluss. Einige Leute von Mass-Voll nahmen in Bern teil, deshalb ist anzunehmen, dass sich hier bereits eine Spaltung ergeben hat.

Wie ein Insider berichtete, habe der Co-Präsident geschäumt vor Wut wegen dem vermeintlichen Demo-Erfolg in Bern (trotz seines Fernbleibens), dass spontan eine medienwirksame Aktion geplant und durchgeführt wurde. Dass nicht er den Kopf dafür hinhalten wollte, ist bezeichnend. So kam es, dass bei einer Standaktion der "Freunde der Verfassung", wo die beiden Co-Präsidenten der «Mass-Voll»-Bewegung Unterschriften sammelten, die Co-Präsidentin mit einer Torte beworfen wurde (von "Komplizen"). Der Insider berichtet, wie der "Komplize" beauftragt wurde an ihr (Co-Präsidentin) vorbeizurennen und ihr eine Torte ins Gesicht zu werfen. Auftrag ausgeführt, zack - Medienpräsenz.

Es wurde keine Strafanzeige erstattet, dies wahrscheinlich aus der Überlegung/Befürchtung heraus, dass man bei der Einvernahme widersprüchliche Aussagen machen könnte.

 

 

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